Unsere Frau der Woche: Kimberlé Crenshaw

Sie prägte den Begriff der Intersektionalität maßgeblich. Die U.S. Amerikanerin Kimberlé Crenshaw verteidigt die Rechte von Minderheiten nicht nur vor Gericht. Als Aktivistin, Juristin und Professorin macht sie auf die Wechselwirkungen von verschiedenen Formen von Diskriminierung aufmerksam und hilft somit diese zu bekämpfen.

Intersektionalität – Die Überschneidung von Sexismus, Rassismus, Klassismus und anderen Diskriminierungsformen

Kimberlé Crenshaw prägte Ender der achtziger Jahre Begriff der Intersektionalität. Als Juristin erkannte sie, dass im Gesetz und vor Gericht sexistische und rassistische Diskriminierung ausschließlich als zwei getrennte Bereiche behandelt wurden. In der Realität sind Diskriminierung aufgrund von beispielsweise Herkunft, Geschlecht oder Klasse jedoch stark miteinander verbunden.

Kimberlé Crenshaw kritisierte verschiedene Fälle, in denen Gerichte sich gegen eine Verurteilung aufgrund einer sexistischen oder rassistischen Diskriminierung entschieden, da weder Women of Color noch weiße Frauen betroffen waren. Die Erfahrung von vielen Women of Color ist aber, dass sie speziell Diskriminierung aufgrund der Kombination von Rassismus und Sexismus erfahren. Kimberlé Crenshaw wählte daher den Begriff „intersection“, was so viel wie Kreuzung oder Schnittpunkt bedeutet. In verschiedenen Veröffentlichungen weist sie auf die Schnittpunkte von verschiedenen Diskriminierungsformen hin, der Women of Color ausgesetzt sind. Diese wirken nicht nur zusammen, sondern können sich auch gegenseitig verschlimmern. Insbesondere Trans-Menschen können von der Überschneidung verschiedener Diskriminierungsformen betroffen sein.

#SayHerName – Eine Kampagne für Women of Color als Opfer von Polizeigewalt

Kimberlé Crenshaw ist neben ihrer Arbeit als Juristin und Professorin außerdem als Aktivistin tätig. Sie unterstützt die #SayHerName Kampagne, die auf schwarze, weibliche Opfer von staatlicher Gewalt Aufmerksam macht.

Die Kampagne wurde ins Leben gerufen, da Frauen zu wenig Beachtung in den Medien und in der #BlackLivesMatter Bewegung fanden. Die Bewegung, die unter dem Hashtag #BlackLivesMatter bekannt wurde, entstand nach dem Freispruch eines Wachmannes, der einen unbewaffneten, siebzehnjährigen Afroamerikaner erschoss. Zahlreiche teilweise gewaltsame Demonstrationen in Amerika folgten, nachdem weitere Afroamerikaner*innen durch Polizeigewalt getötet wurden.

Warum #BlackLivesMatter nicht ausreicht

Während diese Fälle von rassistischer Polizeigewalt starke Medienaufmerksamkeit erhielten, wurden Gewalttaten gegenüber afroamerikanischen Frauen kaum beachtet. Aus diesem Grund entstand als Ergänzung die Kampagne unter dem Hashtag #SayHerName. Diese benennt die Opfer von rassistischer, sexistischer und transphober Polizeigewalt.

Kimberlé Crenshaw arbeitet in der Kampagne nicht nur als Aktivistin. Sie liefert auch mit ihrer jahrzehntelangen Arbeit und Forschung zur Intersektionalität ein Grundgerüst, das Gewalt und verschiedensten Diskriminierungsformen aufgrund von beispielsweise Herkunft, Sexualität, Bildung und Geschlechtsidentität miteinbezieht. So will die Kampagne für eine möglichst große Inklusion sorgen.

#SayHerName

Watch this powerful video from The African American Policy Forum about police violence against black women:The killings of unarmed black men at the hands of police has garnered national attention in recent years, and rightfully so. However, the cases of unarmed black women killed at the hands of law enforcement have gone largely unacknowledged. This discrepancy illuminates how the intersecting identities of womanhood and blackness increase the risk of dying at the hands of police with minimal public outcry for accountability. Just as white lives are not more valuable than black lives, the lives of men are not more valuable than the lives of women. That is why AAPF created the hashtag — and the movement — #SayHerName. And that is why the Women's March must #SayHerName.Here are some of the women you will see in this video — please note that some of the footage is disturbing:Rekia Boyd was killed in 2012 when an off-duty officer fired aimlessly into a crowd of people after the officer had a verbal altercation with someone in the group. Although Chicago's Police Chief called for his dismissal and an internal investigation found he acted recklessly, the officer was found not guilty of manslaughter charges in court and continues to work for the Chicago Police Department. Natasha McKenna was shackled by her hands and feet when officers shocked her with stun guns inside a Virginia jail cell in 2015. She stopped breathing after the fourth time she was shocked and later died in the hospital. Although the use of the stun gun on fully restrained prisoners is considered excessive force, Natasha's death was labeled an "accident". Tanisha Anderson was killed by police in front of her mother and her 16-year-old daughter in 2014. Her family called 911 for assistance after Tanisha began having a mental health crisis. Although no crime was taking place and Tanisha was not violent, officers responded by restraining her on the ground with handcuffs. She stopped breathing and received no medical attention until an ambulance arrived later.We #SayHerName to bring attention to these and other tragic cases. We ask you to #SayHerName with us.

Posted by Women's March on Washington on Dienstag, 31. Januar 2017

Kimberlé Crenshaw und der Kampf für mehr Gerechtigkeit

Kimberlé Crenshaw ist eine beeindruckende Frau, die sich Jahrzehnten für die Rechte von Women of Color einsetzt. Ende der Achtziger Jahre prägte sie den Begriff der Intersektionalität grundlegend und schuf somit einen fruchtbaren Boden für die schwarze feministische Bewegung. Bis heute kämpft sie als Aktivistin mit Kampagnen wie #SayHerName oder #BlackGirlsMatter für die Sichtbarmachung von weiblichen schwarzen Opfern von Diskriminierung und staatlicher Gewalt.

Britta Grossert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.