Unsere Frau der Woche: Joanne K. Rowling

Joanne K. Rowling ist nicht nur unsere Frau der Woche, weil sie mit ihren Büchern über den jungen Zauberer Harry Potter viele Millionen Menschen verzaubert hat. Sondern wegen der Art, wie sie die weiblichen Rollen dort schreibt. Viele berühmte Bücher bestehen nicht einmal den Bechdel-Test, darunter leider auch viele Kinderromane. Oft werden Rollenklischees der armen schwachen Frau dargestellt, welche gerettet werden muss (siehe Twilight). Die weiblichen Charaktere in Joanne K. Rowlings Bücher sind jedoch facettenreich, stark und unabhängig. Doch nicht nur ihre Werke machen Joanne K. Rowling zu unserer Frau der Woche, sondern auch ihr soziales Engagement und ihr kritisches Hinterfragen der momentanen Politik.

Lumos

Joanne K. Rowling unterstützt viele verschiedene wohltätige Zwecke. Geschickt weiß sie dafür die Beliebtheit ihrer Werke zu nutzen. Für die Hilfsorganisation Comic Relief schrieb sie zwei Bücher, dessen gesamter Erlös ihnen zugutekam. Bei den beiden Bänden handelt es sich um die zwei Schulbücher aus dem Harry Potter Universum. Ebenfalls aus dem Zaubereruniversum stammt ihr Märchenbuch „Die Märchen von Beedle dem Barden“, welches für 2,5 Millionen Euro versteigert wurde. Der gesamte Gewinn kam der Wohltätigkeitsorganisation „Childrens’s High Level Group“ zugute, welche Joanne K. Rowling mitgründete. Später wurde die Organisation zu „Lumos“ umbenannt, was in ihren Büchern der Zauberspruch für Licht ist. Eine sehr schöne Metapher, wie wir finden. Die Nettoeinnahmen des Buches gehen ebenfalls an Lumos. Was bei dem Zaubermärchenbuch außerdem positiv auffällt, ist, dass die weiblichen Hauptrollen wesentlich emanzipierter sind als in den traditionellen Märchen.

Ein weiteres, handgeschriebenes „Potter-Prequel“ in DIN-A5 Größe brachten unglaubliche 31.500 Euro. Diese gingen an die Schriftstellervereinigung P.E.N. und das Legastheniker-Programm „Dylexia Action“.

Zudem war sie neun Jahre lang Präsidentin der schottischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft, an welche sie regelmäßig große Summen zur Erforschung und Heilung der Krankheit stiftet. Hierfür erhielt sie den Ehrendoktortitel der Universität Aberdeen. Ihr Engagement für die Heilung der Krankheit liegt an dem frühen Tod ihrer Mutter, welche an Multiple Sklerose litt.

Politik über Twitter

J. K Rowling schreib in Twitter "When a pleasur becomes a duty"

Joanne K. Rowling vertritt stets ihre Meinung zur aktuellen Politik. Zum einen durch kritische Zeitungsartikel beim Times Magazine, aber vor allem über Twitter. Dort spricht sie sich regelmäßig gegen Rassismus und Sexismus auf. Während der Flüchtlingskrise plädierte sie für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in Großbritannien. Zudem übt sie starke Kritik an Donald Trump und warb – leider erfolglos – dafür, Hillary Clinton zu wählen. Viele Donald Trump Fans empörten sich über ihre respektlose (und sehr lustige) Kritik an ihm und drohten ihr damit, ihre Bücher und DVDs zu verbrennen. Statt die Kritiker*innen zu ignorieren, begegnete sie ihnen mit Intelligenz, Humor und herrlich beißendem Sarkasmus.

Eine Frau schrieb ihr beispielsweise:

„Hab gerade all meine ‚Harry Potter‘-Bücher verbrannt, nachdem ich 17 Jahre lang Fan war. Der Stein der Weisen war eines der ersten Bücher, das ich gelesen habe. Ich bin sauer, dass es so sein musste. Du hast mich beschämt, du hast mich angewidert, und ich werde nie wieder deine Arbeit lesen #DankDirfür17Jahre“

Worauf Joanne K. Rowling antwortete:

„Es stimmt wohl, was die Leute sagen: Du kannst ein Mädchen dazu bringen, Bücher über den Aufstieg und Fall eines Autokraten zu lesen, aber du kannst sie nicht dazu bringen, nachzudenken.“

Aufgrund der vielen Drohungen, die Harry Potter Bücher zu verbrennen hatte sie die Idee: „Tatsächlich wollen wir sie in Zukunft in Paaren verkaufen; ein ‚Lies eins, Verbrenne eins‘-Deal für diejenigen, die Magie mögen, aber keine Moral.“

Schnell breitete sich der Hype aus, Voldemort mit Trump zu vergleichen. Sei es durch den Inhalt oder durch Photoshop. Da musste Joanne K. Rowling ihn jedoch in Schutz nehmen .

„Voldemort war nicht ansatzweise so schlimm“.

Hannah Rößer

 

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