Massaker im Bienenstock

Wabenstücke mit Drohenbrut

So sehen die Drohnenwaben aus: Sie haben runde Deckel.

Heute haben wir wirklich gewütet: Wir haben Drohnenwaben ausgeschnitten. Das ist keine wirklich schöne Arbeit – aber notwendig und sinnvoll. Das sagen jedenfalls alle erfahrenen Imker, und die müssen es ja wissen! Die Bienen sorgen dafür, dass es nicht nur weibliche Bienen, sondern auch die männlichen gibt, die ihr Erbgut weitertragen und für neue Nachkommenschaft sorgen, indem sie sich mit jungen Königinnen paaren (wie schon berichtet). Die Drohnen brauchen zwei Tage länger, bis sie schlüpfen, und das macht sich gemeinerweise die berüchtigte Varroamilbe zunutze, die sich vornehmlich auf den Drohnenlarven vermehren. Damit also dieser schädliche und oft für Bienenvölker tödliche Parasit nicht zu sehr vermehrt, entfernen die ImkerInnen einen Teil der Drohnen samt Milben. Männliche Bienen bleiben immer noch genug.

Die „Geschlechterfrage“ bei den Bienen: eine spannende Geschichte

Was mich daran besonders fasziniert: Die Königin bewahrt in ihrem Hinterleib ihren Eivorrat und die Spermien getrennt auf. Sie legt je nach Zellengröße ein befruchtetes oder unbefruchtetes Ei (die Drohnenzellen sind größer als die der weibliche Bienen). Aus den befruchteten Eiern werden Arbeiterinnen, aus den unbefruchteten werden Drohnen. Dies nennt sich Parthenogenese, also „Jungfernzeugung“ und ist insofern irreführend, als die Bienenkönigin ja keineswegs jungfräulich ist. Jedenfalls haben Drohnen also genetisch nur eine Mutter, keinen Vater. Was die „Genderfrage“, also das soziale Geschlecht anbelangt, haben sie sowieso keine Väter: nur die gesammelte Weiblichkeit im Bienenstock betreut die junge Brut. Die Bienen-Herren der Schöpfung tun gar nichts außer an Sex denken und nach Jungköniginnen Ausschau halten. Sie werden durchgefüttert – bis zum Herbst, da schlägt unerbittlich ihre letzte Stunde: Sie werden nicht mehr gebraucht und gnadenlos aus dem Stock geworfen, was ihr sicheres Ende bedeutet.

Genug der Bienenkunde! Jedenfalls haben wir Drohnenbrut herausgeschnitten und waren froh, als wir fertig waren!

2 Gedanken zu „Massaker im Bienenstock

  1. Alwine

    Das können wir tatsächlich nicht wissen – wir schneiden die Drohnenlarven aus, weil generell die Varroa in diese Zellen geht, da sie dort mehr Zeit zur Entwicklung hat – unglaublich, woher diese gemeine Milbe das vorher weiß… :-((

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