Eine bittersüße Bettgeschichte – Klappe die Zweite

Vor kurzem habe ich an genau dieser Stelle von meiner Nachbarin von oben berichtet, die mit ihrem neuen Lover mein Schlafzimmer in einen Mithör-Porno verwandelt. Denn die Beiden vögeln fast täglich, zu allen möglichen Uhrzeiten und der Altbau, in dem ich wohne, erspart mir leider nichts.

Ich habe echt alles versucht, vom Musikhören über Ohropax bis hin zum Umzug ins Wohnzimmer. Doch selbst das hat nichts genützt. Denn ich wohne in einer winzigen Wohnung und Schlaf- und Wohnbereich sind ohne Tür miteinander verbunden.

Zwei Kissen liegen etwas zerknautscht aneinander auf einer weißen Matratze. Vorne im Bild liegt eine zerwühlte Bettdecke. Über dem Bild sind Buchstaben, die Stöhngeräusche andeuten wie z.B. "jaaa, jaaa, jaaa..." Das Foto deutet also an, dass hier Menschen Sex haben

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Heute nach ungefähr 4 Wochen Gedröhne von oben, habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten. Ich lag gemütlich in meinem Bett, erschöpft von einem langen Tag und einer abendlichen Runde Joggen. Mein Laptop, wie so oft neben mir positioniert, um mir ein Hörspiel zum Einschlafen auszusuchen. Genau in diesem Moment ging es wieder los. Und dieses Mal habe ich nicht lange gefackelt. Sondern habe endlich mal meinem Ärger Platz gemacht und bin zu meiner Nachbarin nach oben gestürmt und habe lauthals gegen ihre Tür geklopft. Erst war es kurz ruhig. Doch plötzlich riss mir meine Nachbarin splitternackt die Tür auf. Wir beide sehr erregt. „Oh man ey, ich will pennen und ständig poltert es bei euch! Ich kriege echt alles mit!“ Während sie mir entgegen schnaufte: „Hey, was soll ich denn machen?! Ich bin so ne ruhige Nachbarin und dann habe ich hin und wieder Sex und du beschwerst dich gleich. What the fuck!“ „Hin und wieder?! Ständig. Und ich bin nicht scharf drauf alles mitzubekommen was ihr da treibt. Echt nicht!“

Es fielen Wörter wie Privatsphäre, lästiger Altbau, jede Bewegung im Bett, beschissene Dielen und ähnliches. Und dann empfahl ich ihr noch einen Teppich unters Bett zu legen oder irgendwie mal die Lautstärke abzudämpfen. Ihrer Wut folgte, glaube ich, Beschämung. Meiner Wut folgte, etwas später ebenfalls Beschämung. Dabei war ich die Angezogene. Ich musste schließlich ja sie die ganze Zeit anschauen und meine Lage war verdammt ungünstig. Denn ich stand ein paar Stufen unter ihr auf der Treppe. Wut und Nacktheit ging in meinem Gefühl gerade gar nicht zusammen. Gleichzeitig dachte ich noch, dass meine unscheinbare Nachbarin, diese von mir abgestempelte graue Maus, echt schöne Brüste hat und ich es auch ganz schön mutig fand, das sie mir nackt die Tür öffnet. Ich an ihrer Stelle, wäre vor Komplexen vermutlich erst mal zum Kleiderschrank gerannt und hätte mir das richtige Outfit ausgesucht und meinen Lidstrich nachgezogen. Naja, fast. Aber einen Schlüpfer hätte ich mir angezogen oder irgendwas.

Ein weißes und ein gemustertes Kissen nebeneinander gelgen, leicht an der Wand angelehnt. Davor eine zerknautschte Decke. Matratze ist weiß.

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Dabei komme ich nicht um den Gedanken drumrum, dass meine Nachbarin mir komischerweise immer sympathischer wird. Jetzt braucht sie nur noch besagten Teppich und wenn sie dann noch ihr Stöhnen aufgibt, würde ich wieder Schlafen wie ein Baby. Ob das je passiert steht in den Sternen. Doch in dieser Nacht habe ich für Ruhe gesorgt. Denn ich höre gerade rein gar nichts.

Die lustvolle Denkerin

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