Black History Month

Habt ihr schon mal die Namen Shirley Chisholm, Dr. Charles Drew oder Katherine Johnson gehört? Und wenn ja, wisst ihr welche Errungenschaften die Welt ihnen zu verdanken hat und welche Kämpfe sie geführt haben? Wenn ihr diese Frage mit Nein beantwortet habt, ist das schon einer der vielen Gründe, warum der Black History Month so wichtig ist und bleibt.

Shirley Chisholm war zum Beispiel nicht nur die erste afroamerikanische Abgeordnete im US-amerikanischen Repräsentantenhaus, sondern auch die allererste Frau, die sich überhaupt für die Präsident*innenkandidatur der Demokratischen Partei bewarb und war damit eine wahre Pionierin. Dr. Charles Drew hingegen verdanken viele Menschen sogar ihr Leben. Während er als erster Afroamerikaner mit einem Doktortitel an der Columbia University promovierte, machte er revolutionäre Entdeckungen zur Aufbewahrung von Blutplasma, die zu einem Verfahren führten, das bis heute weltweit genutzt wird – die Blutbank.

Die Mathematikerin Katherine Johnson steht wiederum für die große Anzahl Schwarzer Frauen, die in den frühen fünfziger Jahren bei der NASA im Hintergrund als Mathematikerinnen arbeiteten, jedoch nie ihre verdiente Anerkennung bekamen. Katherine Johnson wurde damals aus der Gruppe der Schwarzen Mathematikerinnen in das Forschungs-Team mit ausschließlich weißen Männern aufgenommen. Sie entwickelte unter anderem Pläne für den ersten bemannten Flug zum Mond und die Apollo-11 Mission und wurde zur Vorreiterin und zum Vorbild für Schwarze Frauen in wissenschaftlichen Berufen. Diese Geschichte wurde mit Hidden Figures sogar verfilmt und bekam drei Oscar-Nominierungen. Sollten wir diese Namen und Geschichten nicht kennen?

Die Entstehung des Black History Month

Das hat sich 1926 auch der Historiker Carter G. Woodson gedacht. Um das zu ändern rief er im Februar jeden Jahres eine Woche ins Leben um afroamerikanische Geschichte und ihre Akteur*innen zu feiern und sichtbar zu machen. Seit 1967 erweiterte sich die Woche auf einen Monat und der Name Black History Month entstand. Der Monat Februar ist hierbei nicht zufällig gewählt, denn im Februar haben zwei Personen Geburtstag, die das Leben Schwarzer Menschen in den USA besonders prägten. Zum einen Frederick Douglass, der hat am 14. Februar Geburtstag hat und es schaffte der Sklaverei zu entfliehen. Er war ein Abolitionist – also eine Person die für die Abschaffung der Sklaverei kämpfte. Außerdem war er einer der einflussreichsten Anführer der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Und zum anderen Abraham Lincoln, der auch im Februar geboren wurde und in den sechziger Jahren die Emanzipationsproklamation unterzeichnete, die zur Abschaffung der Sklaverei in den Südstaaten führte.

Rosa Parks, Angela Davis, Michelle Obama und Marsha P. Johnson sind als Illustration porträtiert. Vor ihnen ist ein Banner auf dem Black History Month steht.

(c) Jennifer Höltken

Representation matters

Es geht jedoch nicht nur um die Wertschätzung und das Sichtbarmachen Schwarzer Geschichte. Es geht auch darum, das Bewusstsein für strukturellen Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen zu stärken und sich besonders als weiße Person weiterzubilden und sich der eigenen Privilegien bewusst zu machen. Aber nicht nur die USA  feiert den Black History Month – weltweit findet eine Ehrung Schwarzer Kulturgeschichte und Personen statt. In Großbritannien, den Niederlanden und Irland wird der Black History Month allerdings im Oktober gefeiert. Seit 1990 findet die Ehrung Schwarzer Geschichte auch in Deutschland statt. Der deutsche Black History Month wurde von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. kurz ISD, eingeführt. Die ISD setzt sich für die Interessen Schwarzer Menschen in Deutschland ein, kämpft gegen Rassismus und fördert politische, Schwarze Projekte.

Empfehlungen

Der Black History Month ist unglaublich wichtig. Doch auch in allen anderen Monaten des Jahres gilt: Bildet euch weiter, hört zu und setzt euch mit Rassismus und mit Schwarzer Geschichte auseinander! Denn auch Katherine Johnson, Dr. Charles Drew und Shirley Chisholm sind nur ein Bruchteil davon. Fangt doch direkt bei uns an. Ihr kennt die folgenden Künstler*innen und Autor*innen noch nicht? Ihre Arbeit ist sehr beeindruckend und wichtig, deswegen haben wir eine kleine Sammlung für euch zusammengestellt:

Bücher: Exit Racism von Tupoka Ogette, Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow
Musik/Podcast: Adi Amati, Joy Denalane, LaryMatatu Podcast, Feuer & Brot
Instagram: ffabae, black_is_exellence, alice_haruko, denise.mbaye, modekoerper, shanon_many_me
Projekte: afropolitan.berlin, Soul Sisters Berlin, Black Lives Matter Berlin 

Nesrin Kaya und Katja Hoffmann 

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