Die Frau der Woche: Yoko Ono

Wer ist Yoko Ono? Ehefrau und Witwe von John Lennon? Oder Trennungsgrund der Beatles?  Abgesehen von diesen bekannten Etiketten ist sie eigentlich eine Künstlerin, Filmemacherin, Musikerin und Aktivistin.

Yoko Ono lächelt

(c) Eric Koch / Anefo

Ihre Vergangenheit

Yoko Ono wurde am 18. Februar 1933 in Tokio geboren und stammte aus einer wohlhabenden Familie. Ihr Vater war ein Pianist. Beeinflusst von ihrem Vater besuchte die kleine Yoko eine Musikschule, lernte Klavierspiel und Komposition. Sie wurde als erste Frau zum Studium der Philosophie der Gakushūin-Universität zugelassen. Aber nach zwei Jahren folgte sie ihrer Familie nach New York und setzte dort ihr Studium fort. Sie studierte klassischen deutschen Liedgesang und gleichzeitig Musik am Sarah Lawrence College in New York. Während dieser Zeit war sie in Künstlerkreisen ganz aktiv und machte sich rasch einen Namen in der sogenannten „Fluxus-Bewegung“. Nach zwei misslungene Ehen heiratete sie John Lennon. Dann erschienen sie immer zusammen als eine Einheit bis zum Tod von John.

Künstlerische Arbeit

„Sie ist die berühmteste unbekannte Künstlerin der Welt: Jeder kennt ihren Namen, aber niemand weiß, was sie macht“ – John Lennon

Cut Piece ist eine der berühmtesten Ausstellungen von Yoko Ono. Sie sitzt still und allein auf der Bühne. Das Publikum darf mit Scheren Onos Kleidung abschneiden und dann mitnehmen.

Yoko Ono macht auch Filme. In ihrem Film „Fly“  folgen wir erst einer, dann mehreren Fliegen, die über eine reglose Frau krabbeln. Obwohl der nackte Körper in Großaufnahmen zu sehen ist, ist es gar nicht erotisch sondern schlicht und natürlich. Sie versucht dadurch, den Frauenkörper vom männlichen Blick zu befreien und Frauenfiguren wie sie im Hollywoodfilm traditionell dargestellt werden zu dekonstruieren.

In Bremen fand auch eine Ausstellung „Yoko Ono – Fenster für Deutschland“ im Jahr 2007 statt. Ungefähr 90 Blätter sind in der Schau zu sehen, auf denen Yoko Ono Anweisungen für die Entstehung von Bildern gibt.

Yoko Ono und der Feminismus

Ono betrachtet sich selbst als Feministin und hat seit 40 Jahren für Gleichberechtigung gekämpft. Im Jahr 1972 veröffentlichte sie einen Artikel „The Feminization of Society“, in dem sie die damalige Frauenbewegung und den richtigen Weg zur Gleichberechtigung diskutierte. Sie glaubte, alle Frauen müssen sich vereinen und ihre weibliche Natur ausnutzen, egal welche Sprache sie sprechen oder welche Hautfarbe sie haben, damit eine wirkliche Verän­de­rung der Geschlech­ter­rol­len gelin­gen kann. Ihre Argumente lesen sich heute noch ganz aktuell und bedeutungsvoll.

Mit 87 Jahren beschäftigt sie sich immer noch mit der Friedensbewegung und Gleichberechtigung. Aber ob in der öffentlichen Wahrnehmung oder unter Künstler*innen ist sie oft umstritten. Manche schätzen sie sehr, aber die meisten finden sie total verrückt. Meiner Meinung nach ist sie eine ungewöhnlich selbständige Frau mit hervorragendem Talent für Kunst und großem Mut. Trotz starker Vorwürfe von außen lebt sie, wie sie wollte. Was ist deine Meinung? Wie findest du Yoko Ono?

Run Yuan

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