Einschlaf-Begleiter des 21. Jahrhunderts

Ich weiß ja nicht, wie es euch mit der Problematik Schlaf geht. Ich zumindest habe (fast) immer Schwierigkeiten damit. Zwischen dem Zubettgehen und dem Einschlafen vergehen bei mir gerne mal ein bis zwei Stunden. Das ging mir allerdings bereits als Teenager so.

Über die Jahre habe ich mich schon an Autogenem Training, Fantasiereisen und Progressiver Muskelentspannung versucht. Schneller einschlafen kann ich immer noch nicht, und damit habe ich mich abgefunden.

Frau im Bett schlafend, neben dem Bett steht auf einem Tisch ein Laptop aus dem Schafe herausfliegen

(c) Yonghyuk Lee

Allerdings ist die Qualität des Einschlafens auch nicht unwichtig. Das habe ich mir 2017 gedacht und mich auf die Suche nach „Einschlaf-Begleitern“, die mich mit einem angenehmen Gefühl und ohne Grübeln in den Schlaf wiegen, gemacht. Nicht unbedingt schneller, aber eben besser sollte es gehen.

Bei meiner Suche im Bereich der modernen Medien*** habe ich drei, wie ich finde, wahre Schätze entdeckt, die ich auch 2018 weiter nutzen werde und die ich euch gerne empfehlen möchte.

Meine Empfehlung Nr. 1 sind White Noise- Apps für das Smartphone

White Noise, oder Weißes Rauschen, ist ja an sich nichts Neues. Schon länger hat sich herumgesprochen, dass Geräusche in bestimmten Frequenzen beruhigende Wirkung zeigen und Störgeräusche, wie Straßenlärm oder auch den nervigen Tinnitus im Ohr, dezent überblenden.

Dies kann dann für ein besseres und schnelleres Einschlafen sorgen. Ich kenne Leute, die stellen sich zu jeder Jahreszeit nachts einen Lüfter neben dem Bett an. Andere bevorzugen vielleicht eine White Noise-Maschine. Wieder andere, wahrscheinlich eher die jüngere Generation, nutzt White-Noise-Videos auf Youtube.

Mir persönlich gefällt es am besten, eine Smartphone-App für Weißes Rauschen einzusetzen, weil diese meist offline einsetzbar sind und somit weniger Datenvolumen fressen.

Blitz am bewölkten Nachthimmel

By André Karwath aka Aka (Own work) CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Ein bisschen Zeit hat es schon gebraucht, bis ich die richtige App für mich gefunden hatte, aber mittlerweile will ich die kostenlose App namens „Atmosphere“ nicht mehr missen. Bei dieser Applikation kann ich offline auf circa 50 verschiedene Geräusche zugreifen und sie beliebig miteinander kombinieren. Meine Lieblingssounds sind zum Beispiel Gewitter, Regen auf ein Fenster und Katzenschnurren.

Besonders praktisch an „Atmosphere“ finde ich die Timer-Funktion, über die ich das Weiße Rauschen auf eine bestimmte Zeitdauer, sagen wir 2 Stunden, einstelle. Nach Ablauf des Countdowns schaltet sich die App dann automatisch ab.

Empfehlung Nr. 2…Podcasts

Wem Hörbücher zu lang sind oder wer alle Fälle der Drei ??? bereits auswendig kennt, der sollte sich mal an Podcasts versuchen. Darunter versteht man Audio- oder Video-Dateien, die man über das Internet abonniert, streamt oder herunterlädt. Bei dem stetig wachsenden Angebot an deutschsprachigen Podcasts einen Überblick zu behalten, dabei hilft beispielsweise die Website podcast.de.

Einschlafen mit dem Slender Man

Schwarz-Weiß-Logo von Hoaxilla

Urheber: Kai Daniel Du, Lizenz: CC-0

Ein persönlicher Favorit von mir ist „Hoaxilla, der skeptische Podcast aus Hamburg“, wo Urbane Legenden, Verschwörungstheorien, Spukgeschichten oder historische Legenden wissenschaftlich kritisch aufbereitet werden, ohne dass dabei zu sehr ins Fachchinesisch abgedriftet wird. Ein kleiner Nachteil ist, dass manche Folgen ein wenig unheimlich sein können. Für zart Besaitete ist das dann nicht unbedingt schlaffördernd. Wer diesbezüglich aber unempfindlich ist und Gefallen findet an Mysteriösem und scheinbar Unerklärlichem, der wird an Hoaxilla seine Freude haben.

Ich bin dann mal weg…

Für chronisch Fernweh-Geplagte, wie ich es auch bin, ist „Off the Path – Reisepodcast über Reisen, Abenteuer, Backpacking und mehr…“ ein schöner Tagesausklang.
Was mir persönlich besonders gut gefällt ist, dass man nicht die 0-8-15-Länderportraits mit Pauschalreise-Tipps erhält. Vielmehr wird von individuellen und oftmals einzigartigen Reiseerlebnissen berichtet. Von Gorilla-Trekking in Uganda über Couchsurfing in Russland bis hin zum Backpacking in Japan ist so ziehmlich alles dabei, was man sich erträumen kann. Nützliche Tipps für Couchsurfer, Backpacker und Weltreisende gibt es ebenfalls. Aber Achtung! Das Fernweh könnte sich „verschlimmern“…

Meine Empfehlung Nr. 3: der Geheimtipp „ASMR“

Ihr versteht nur Bahnhof? Macht nichts. Das ging mir vor wenigen Monaten auch noch so. Dann habe ich ASMR über Umwege in Form von Videos auf Youtube entdeckt. Das Akronym steht übrigens für „Autonomous Sensory Meridian Response“ und bezeichnet ein kribbelndes, statisch-ähnliches Gefühl auf der (Kopf-) Haut (Tingles), das durch akustische, visuelle oder taktile Sinnesreize (sog. Triggers) ausgelöst wird.

Online findet man unzählige Kanäle, die sich teilweise ausschließlich auf ASMR spezialisiert haben und in 30 bis 60-minütigen Videos auf ganz unterschiedliche Weise ihren Abonent*Innen die angenehmen Tingles bescheren wollen. Dabei reicht die Palette von der geflüsterten Harry Potter-Vorlesestunde, über das Bürsten einer schnurrenden Katze bis hin zu sanften Klopfgeräuschen.

Man sollte ASMR übrigens immer (!) mit Kopfhörern hören, denn es werden in der Regel die beiden Kanäle für jedes Ohr abwechselnd beschallt. Schließt man die Augen, so hat man als Zuhörer*in beispielsweise das Gefühl, einem würde abwechselnd die linke und rechte Kopfseite massiert.

Das hört sich wahrscheinlich alles ziemlich schräg an. So sieht es auch erst einmal aus. Aber es kann unglaublich entspannend sein! Meiner Meinung nach ist ASMR die nächstbeste Alternative zu einer echten (Kopf-)Massage. Wer mir nicht glaubt, sollte es einfach mal selbst testen…

Und danach…schlaft gut!

Juliane Hentschel

***Hinweis! Achtet am besten darauf, das Handy oder den PC nicht zu nah an eurem Kopf zu platzieren und die Bildschirmhelligkeit entweder auf minimal oder auf „Nachtmodus“ (warmes statt kaltes Licht) zu stellen!

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  4 comments for “Einschlaf-Begleiter des 21. Jahrhunderts

  1. janni
    19. Januar 2018 at 10:43

    Ich finde diese Augenkissen mit Lavendel sehr nett. Der Duft und die Schwere auf den Lidern beruhigen, wenn man müde, aber noch zu hibbelig ist. Und so Meditationsapps können ganz hilfreich sein, wenn man das nicht kennt und eine Anleitung zum Üben braucht (Headspace, 7Mind etc etc).

    • Juliane
      23. Januar 2018 at 13:54

      Der Tipp mit den Augenkissen hört sich gut an! Ich habe bisher immer nur ein Lavendel-Säckchen an meinem Bett hängen gehabt…vielleicht wirkt der Lavendel ja tatsächlich besser im Direktkontakt…?
      Einige Meditationsapps kenne ich auch, bei mir persönlich hapert es aber immer noch an der Disziplin das Meditieren regelmäßig zu üben :-/

      Juliane (Redaktion)

  2. L.
    22. Januar 2018 at 22:16

    Es ist erleichternd zu lesen, dass es nicht nur mir so geht. Ich stolpere durch diese Phase vor dem Einschlafen bisher immer nur irgendwie durch. Gute Idee, sich das bewusst schöner zu gestalten! Atmosphere und v.a. ASMR werde ich alsbald mal ausprobieren. Danke für die guten Tipps und den Artikel an sich!

    • Juliane
      23. Januar 2018 at 13:58

      Vielen Dank für dein Feedback! Es freut mich, wenn ich dir die ein oder andere nützliche Anregung geben konnte. Das ASMR ist, wie gesagt, gewöhnungsbedürftig, aber es hilft bei mir mitunter sogar gegen Kopfschmerzen! Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren 😉

      Juliane (Redaktion)

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