Fe_male? Interviewpartner*innen zum Thema „Ungleichheit“ gesucht

Das Bremer Ensemble New Babylon wagt einen musikalischen Schritt in Richtung Gleichberechtigung zwischen Geschlechtern: Sie suchen dazu Interviewpartner*innen zum Thema Feminismus und Gendergerechtigkeit – persönliche Erfahrungen, Gedanken und Meinungen aller Art sind erwünscht!

Das Ensemble New Babylon wird Sequenzen dieser Videointerviews mit der Zustimmung der Beteiligten in dem Kunst-Musik-Projekt „Fe_male?“ verwenden. Die Interviews werden am 19., 20. und 24. August 2018 von Jumana Mattukat in Bremen durchgeführt. Das Projekt wird in Bremen (Weserburg), Leipzig (Kulturnhalle), Hannover (Sprengel Museum) und Berlin (Kulturbrauerei) im November aufgeführt.

Fe_male?“ redet über Sexismus, Feminismus, über Gesellschaftliches, Berufliches und Privates. „Fe_male?“ ist ein Konzert umrahmt von einer audio-visuellen Performance, die die Problematik der heute noch vorherrschenden ungleichen Behandlung der Geschlechter aufzeigt. Mit „Fe_male?“ möchten wir einen Raum für die Reflexion rund um diese Problematik öffnen.

Eine junge Frau mit Violoncello

Lynda Anne Cortis (c) Ensemble New Babylon

Frauen komponieren – Frauen spielen

Das musikalische Programm umfasst hauptsächlich Werke von Komponistinnen, die von überwiegend Instrumentalistinnen unseres Ensembles aufgeführt werden. Auch das Dirigat des Ensembles übernimmt zum ersten Mal eine Frau, die Dirigentin Susanne Blumenthal aus Köln. Durch diese bewusste Umkehrung der offensichtlich immer noch gängigen Programmgestaltungspraxis soll verdeutlicht werden, dass ein Ausgleich der aktuellen Lage in der klassisch zeitgenössischen Musik-Szene notwendig ist.

Es wurden drei Kompositionsaufträge an Yonghee Kim, Irini Amargianaki und Alexander F. Müller vergeben. Alle drei KomponistInnen sollen sich in ihren neuen Stücken intensiv mit der Thematik auseinandersetzen und diese aus dem jeweiligen Standpunkt heraus musikalisch reflektieren. Die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, die unterschiedliche Klangsprache der KünstlerInnen sowie deren divergierenden Erfahrungen im Musikbetrieb versprechen kontroverse in Ton gesetzte Perspektiven.

Videoeinspielungen zur Geschlechtersituation

Herzstück des Konzerts wird die Kollaboration des Ensembles mit einer Videokünstlerin sein, welche durch Videoeinspielungen zwischen den Werken ein umfassendes Bild zum aktuellen Stand der Geschlechtersituation präsentiert. Diese kleinen Episoden sind Ausschnitte von Interviews mit anonymen Freiwilligen aller Geschlechter aus mehreren Altersgruppen, in denen es sowohl um persönliche Erfahrungen als auch um Beobachtungen unserer Gesellschaft und des Musikbetriebs geht. Die daraus resultierenden Momentaufnahmen sollen die Musik komplementieren, bereichern und das Publikum direkt berühren. Die Interviews werden anhand eines detailliert ausgearbeiteten Fragenkatalogs von der Journalistin Jumana Mattukat durchgeführt. Inspirationsquellen für diese Art von Videosequenzen sind die Dokumentarfilme „Human“ (Yann Arthus-Bertrand, 2015) und „Venus – Nackte Wahrheiten“ (Lea Glob, Mette Carla Albrechtsen, 2016).

Interview-Thema: Ungleichheit

Die in den Interviews gestellten Fragen beleuchten die für uns zentralen Themen der Ungleichheit zwischen Geschlechtern: Von beruflicher Entfaltung und Chancen, über die Bedeutung von Erziehung und die Entwicklung eines „Geschlechterbilds“ in der Kindheit, Rollenverteilung in privaten Beziehungen, bis hin zu Pornografie und häuslicher Gewalt.

Immer wieder werden Daten bekannt über den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen, über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, über Frauenquoten, vorwiegend männliche Regierungen und Ähnliches. Wir versuchen in diesem Themenkonzert vor allem eine Verbindung zwischen dem strukturellen Sexismus, der in unserer Gesellschaft herrscht und diesen Fakten und Schlagzeilen herzustellen. Mit unserem Projekt möchten wir die persönliche Ebene der Problematik betonen. Von Beobachtungen der „anonymen Masse“ der gesamten Gesellschaft bewegen wir uns im Laufe des Konzertprogramms über immer kleiner werdende Bereiche hin zur kleinsten „Zelle“: dem Privatleben. Denn genau dort, genährt durch die Erfahrungen unzähliger Generationen, liegt oftmals die Wurzel der Ungleichheit. Und ebenfalls dort befindet sich für jede/n Einzelne/n die größte Möglichkeit zur Veränderung.

Haben Sie Interesse bekommen, mit Ihrer Meinung dabei zu sein? Dann melden Sie sich bitte unter: Mail@EnsembleNewBabylon.com

Ensemble New Babylon

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