Frau der Woche: Elsa, die Eiskönigin

Barbie Elsa steht vor Barbie Pferd, rechts neben dem Pferd sitzt eine weitere Babie

(c) Renate Strümpel

Die Eiskönigin Elsa ist ein Vorbild für viele junge Mädchen. Denn Disney hat ein moderneres Frauenbild in die Animationsfilmbranche gebracht. In Die Eiskönigin – Völlig unverfroren ist Elsa, anders als andere Prinzessinnen, nicht auf der Suche nach ihrem Traumprinzen und nimmt somit eine neue Frauenrolle in einem von Disney produzierten Film ein. Sie bildet einen von zwei starken, weiblichen Hauptcharakteren.

Vorgeschichte

Elsa besitzt von Geburt an die Fähigkeit Schnee und Eis zu kontrollieren. Als Kinder haben sie und ihre Schwester Anna oft miteinander gespielt. Doch als Elsa ihre Schwester aus Versehen mit ihren Fähigkeiten verletzt, zieht sie sich zunehmend zurück und verheimlicht allen, bis auf ihren Eltern, ihre „Zauberkraft“. Als Thronfolgerin wird Elsa nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Eltern zur Königin gekrönt. Nach Jahren voller Selbstisolation ist das Schloss, zur Krönungszeremonie, erstmals wieder mit Leben gefüllt. Doch die junge Königin, die ihre Kräfte nicht unter Kontrolle hat, überfordert der plötzliche Kontakt zu so vielen Menschen. Mit einem unkontrollierten Einsatz ihrer Kräfte macht sie den Gästen Angst. Deshalb flieht sie kurzerhand, um weiter in sicherer Einsamkeit leben zu können.

Charakterentwicklung

Alleine in den Bergen kann Königin Elsa erstmals ihre Fähigkeit, Eis zu erschaffen ausleben, ohne die Sorge zu haben, jemanden zu verletzten. Sie erschafft sich ihr eigenes Schloss, wodurch sie erstmalig frei von den sozialen Zwängen ist und so sein kann wie sie ist. Die Kälte ist jetzt ein Teil von ihr. Sie wehrt sich nicht mehr gegen diesen Teil von ihr und ist erstmals frei.
Eine weitere Charakterentwicklung ist ihrer Schwester Anna zu verdanken. Durch die Liebe zwischen den Schwestern wird ein Fluch gebrochen und Elsa erkennt die Liebe als eine starke Macht an. Ab diesem Zeitpunkt ist sie in der Lage, das Königreich Arendelle würdig und friedlich zu beherrschen. Sie lässt sich auch von den Vertreter*innen anderer Königreiche nichts gefallen. Damit hat sie den Zwiespalt zwischen zeigen, wer sie wirklich ist und sich den anderen „normalen Menschen“ anpassen, überwunden.

Vorbild

Im Mittelpunkt steht eine starke Frau, die bis zum Schluss nicht in die für Disney typische Rolle der Frau auf der Suche nach einem Mann passt. Sie braucht keinen Traumprinzen für ein Happy End. Die wichtigsten männlichen Figuren sind hier Bösewichte und Randfiguren. In vielen Filmen werden starke Frauen als etwas Negatives dargestellt – es sind die bösen Hexen oder Stiefmütter. Elsa und Anna sind anders. Die weiblichen Hauptrollen sind friedliche Figuren, sie wollen nur Gutes für ihr Königreich und alle anderen. Das Volk ist am Ende des Films glücklich mit Elsa als Königin, da sie sich gut um ihr Volk kümmert.
Auch um den Fluch der auf Anna lastet zu brechen, braucht es nicht den Kuss eines Prinzen, sondern die bedingungslose Liebe zwischen den Schwestern. Also echte Girlpower! Sie überwinden gemeinsam schwierige Zeiten, brechen den Fluch und regieren ein ganzes Königreich, als echte starke Frauen. Es ist ein erster Schritt weg vom stereotypen Frauenbild in Disneyfilmen.

Ausblick

Genau fünf Jahre nach der Erscheinung von Die Eiskönigin – Völlig unverfroren in den deutschen Kinos im Jahr 2013, ist der zweite Teil für den 28. November 2019 angekündigt. Hierzu gibt es eine spannende Fan-Theorie. Fans aus der LGBTQ-Community wünschen sich unter dem Hashtag #GiveElsaAGirlfriend, dass Elsa im zweiten Teil Liebe in Form einer Freundin findet. Wer weiß, wer weiß.

Alina Diefenbach

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