Unsere Frau der Woche: Mihaela Noroc

Unsere Frau der Woche entschied sich im Alter von 27 Jahren dazu, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und stattdessen um die Welt zu reisen. Allerdings mit einem besonderen Ziel: Sie will Frauen aus unterschiedlichen Ländern fotografieren, ihre Geschichten erzählen und zeigen, dass jede Frau auf ihre eigene Art schön und stark ist.

Mihaela Noroc, Frau mit Kamera auf einem großen Platz

(c) Mihaela Noroc

The Atlas of Beauty

Der Atlas of Beauty ist ein Projekt von Mihaela Noroc. Die rumänischen Fotografin entschied sich 2013, ihre Heimat Bukarest zu verlassen, um die unterschiedlichsten Frauen aus verschiedensten Ländern zu porträtieren. Das Ergebnis möchte sie als Buch veröffentlichen, den Atlas der Schönheit. Ausdrücken möchte sie damit, wie schön die Vielfältigkeit ist, wie schön andere Kulturen sind und vor allem, dass jeder Mensch anders ist. Sie zeigt uns, dass es verschiedene Kulturen gibt und dass wir diese respektieren müssen. Wir dürfen die Vielfalt der Kulturen nicht mehr als Auslöser für unzählige, weltweite Konflikte zu lassen. Und genau das ist wohl die wichtigste Botschaft, die sie uns allen damit vermittelt. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Fremdenfeindlichkeit gegenüber anderen Kulturen weltweit erschreckend zugenommen hat (Stichworte AFD, Le Pen, Trump,…), ist ihre Aussage über die Schönheit der Vielfalt, dargestellt durch Frauen aus aller Welt, ein viel bedeutenderes Projekt, als nur ein Fotoband.

Ihre Leidenschaft für das Fotografieren entdeckte sie bereits mit 16 Jahren, jedoch reichte es nie aus, um davon leben zu können. Bis zu dem Start ihres Projektes verdiente sie sich daher mit anderen Jobs ihr Geld. Auf der Strecke blieben allerdings ihre beiden größten Leidenschaften, das Reisen und Fotografieren. Nur während einiger freien Tage konnte sie sich wieder Zeit dafür nehmen. Dabei entdeckte sie immer wieder die vielen verschiedenen Kulturen und Menschen, so dass sie sich 2013 dazu entschloss, ihr Leben in Bukarest hinter sich zu lassen und ihre Träume in die Tat umzusetzen.

Von Brasilien nach Japan und Afghanistan

Seit vier Jahren reist Mihaela Noroc nun durch die verschiedensten Länder der Welt. Weit über 50 hat sie besucht und über hunderte Frauen fotografiert. Von Nordkorea über Nepal und Guatemala bis nach Island. Ihr aktuellstes Bild zeigt eine junge Iranerin. Gegen den Willen ihres Vaters entschied diese sich für den Beruf der Grafikdesignerin und ist jetzt stolz, dass sie ihr eigenes Geld verdient.

Ein anderes Bild zeigt zwei Freundinnen, die, wenn es nach vielen ihrer Landsleute ginge, eigentlich Feindinnen sein sollten. Denn während die Palästinenserin ist, ist die andere von ihnen Jüdin. Die beiden zeigen, dass es auf Grund unterschiedlicher Herkunft nicht zwangsläufig Hass geben muss.

Mihaela Noroc zog es auch in Krisengebiete. So besuchte sie ein Flüchtlingslager im Irak, dort fotografierte sie zwei yezidische Kinder. Tausende von Yezid*innen sind in den letzten Jahren getötet, verfolgt und versklavt worden.

I photographed these two Yazidi children a few days ago in a refugee camp from the Kurdistan Region in Iraq. Thousands of people from their community have been killed in the last 3 years just because they were different. While visiting countries affected by conflicts I've seen with my own eyes the consequences of intolerance and discrimination. They are horrific! In some parts of the world people are persecuted or even killed just because they are different. Sometimes the victims are Yazidis, other times are Muslims, Christians or Atheists. And no, it's not the religion. Because other times people are discriminated for their colour, ethnicity, gender or sexual orientation. It's about the hate of some people, encouraged by their leaders, towards other people that are different. And tomorrow you could also be affected. The human kind made a huge progress since the Second World War in terms of human rights but we shouldn't take anything for granted. We should continue to make this world a better place although there are moments when everything seems lost. The smile of this little girl gives me hope in humanity. As long as the love is on our side we are stronger. #Refugees #Yazidi #TheAtlasOfBeauty #AroundTheWorld

A post shared by The Atlas Of Beauty (@the.atlas.of.beauty) on

Und sie zeigt uns Cornelia, eine Journalistin. Nach dem Fall der Mauer ging sie nach Berlin und berichtete über viele historische Ereignisse. Auch Cornelia hat ihren eigenen Kampf hinter sich, zweimal schon erkrankte sie an Brustkrebs, und überlebte.

Cornelia is a two times cancer survivor. I photographed her a few days ago next to the remnant of the Berlin wall. It was the fall of this wall that made her move to the capital of Germany in the early 90s. She was a young journalist from the Western part of the country and Berlin was the place to be for her. As a journalist, Cornelia witnessed many historical events. At the same time, she gave birth to two beautiful children and always had a healthy lifestyle. But 8 years ago she was diagnosed with breast cancer, for the first time. This terrible disease affects millions of women, all over the world. After a lot of suffering and struggles, Cornelia defeated the cancer. Then, two years ago she was again diagnosed with the same disease. And again, she beat it. Today Cornelia feels privileged for every second of her life. She enjoys the sun and the rain, the hot days and the cold days, while riding her bicycle around Berlin. She encourages her children to make to most of their life, to travel the world, help people in need, learn foreign languages and understand the diverse cultures of this beautiful planet. #TheAtlasOfBeauty #AroundTheWorld #Berlin

A post shared by The Atlas Of Beauty (@the.atlas.of.beauty) on

Mihaela Noroc ist unsere Frau der Woche, weil sie in uns ein Gefühl der Verbundenheit weckt. Wir sind alle verschieden und gehören doch alle zusammen. Mit ihr gewinnen wir nicht nur eine weitere, starke Frau der Woche dazu, sondern noch einen ganzen weiteren Atlas voller Frauen, die wie Mihaela für das kämpfen wovon sie träumen.

Svenja Böttjer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.