Unsere Frau der Woche: Margarete Stokowski

Um Margarete Stokowski kommt man im Moment nicht herum, wenn man sich für Frauenthemen und Feminismus interessiert. In diesem Monat feiert sie bereits die dritte Auflage ihres Buches „Untenrum frei“. Grund genug, die Kolumnistin und Autorin endlich auch einmal als unsere Frau der Woche vorzustellen.

Margarete Stokowski – unangepasst, humorvoll und ehrlich


Margarete Stokowski ist in Polen geboren und in Berlin aufgewachsen. Sie studierte Philosophie und Sozialwissenschaften und hat für verschiedene Online-Magazine, wie beispielsweise dem Missy Magazine oder L-Mag als freie Autorin gearbeitet. Sie schrieb die Kolumne „Luft und Liebe“ bei der taz, bis sie mit ihrer Kolumne „Oben und Unten“ zu Spiegel Online wechselte. Bekannt ist sie auch durch ihr Buch „Untenrum frei“, vor allem aber durch ihren ehrlichen und schonungslosen Schreibstil.

Untenrum frei oder…

Margarete Stokowski ist wütend und zwar genauso wütend wie wir. Wütend über Sexismus, Rollenklischees, Gewalt und Ungerechtigkeit. Ihre Wut hat sie in das Buch „Untenrum frei“ kanalisiert, das sie im September letzten Jahres veröffentlicht hat. Dabei erscheint das Buch als eine Art autobiographische Erzählung, die es immer wieder schafft durch Anekdoten tief verwurzelten Sexismus in der Gesellschaft aufzudecken. Sie spricht über sexuelle Gewalt, selbstverletzendes Verhalten und Magersucht. Über das gesellschaftliche Bild, dass der weibliche Körper nie ‚genug‘ sei und immer verbessert werden kann und soll. Über Heiraten und offene Beziehungen, über Schweigen in Uniseminaren und Selbstbestimmung.

… eine Poesie des ‚Fuck you‘


Sie beginnt bei ihrem vierjährigen Ich, das im Kindergarten mit extra hoher Stimme spricht, um als Mädchen erkannt zu werden. Sie erzählt ihre Geschichte des Schweigens über Gewalt und Ungerechtigkeit in ihrer Kindheit und Jugend bis ins Erwachsenenalter. Und sie wird laut, bricht das Schweigen, deckt auf und klagt an mit ihrem Buch und in ihrer Kolumne. Dabei hat sie ihr eigenes Verständnis und ihre eigene Lesart von feministischen Themen, in denen man sich realitätsnah wiederfinden kann.

Man sagt gar nicht ‚bitte‘ bei Revolutionen

Margarete Stokowski geht es um mehr als „Wie gendere ich richtig?“. Sie spricht die großen Themen an, wie Freiheit, Liebe, Sex oder Macht. Dabei ist sie laut, eigen und scharfsinnig. Sie holt einen ab. Bitterböse und ungemütlich, aber sehr humorvoll. Denn wie sie so schön schreibt: „…man sagt gar nicht ‚bitte‘ bei Revolutionen“. Und genau darum geht es ihr, Forderungen zu stellen, auch mal laut zu sein und ungemütlich. Das macht sie zu einer Kämpferin, die nebenbei noch super sympathisch ist und irgendwie ein Teil von einem Selbst. Dickes Merci dafür an unsere Frau der Woche!

Britta Grossert

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