Frauen der Woche: Helen Keller und Anne Sullivan

Helen Keller: Der Engel der Blinden

Unsere heutige Frau der Woche ist Helen Keller. Eine taubblinde Schriftstellerin, welche durch ihren Kampf gegen ihr Schicksal und ihrem sozialen Engagement zum Vorbild vieler Blinder und behinderter Menschen wurde. Sie war der erste taubblinde Mensch, welcher einen Hochschulabschluss machte. Zudem trug sie zu der Vereinheitlichung und Verbreitung der Brailleschrift bei. Diese ermöglicht blinden Menschen selbstständig Bücher zu lesen. Über ihr Leben mit einer Behinderung schrieb sie zehn Bücher und hielt viele Vorträge, welche Betroffenen viel Mut machen. 1924 gründet sie die internationale Helene Keller Organisation, in welcher Sehkraft, Gesundheit und Ernährung erforscht werden. Man nannte sie daher auch: “den Engel der Blinden“. Zudem setzte sie sich für das Stimmrecht und die Geburtenkontrolle der Frau ein, für die rechte schwarzer Mitbürger und nahm öffentlich Stellung gegen den Krieg an.

Anne Sullivan: The Miracle Worker

Wenn man von Helen Keller spricht, darf man Anne Sullivan jedoch nicht vergessen. Sie ist die Frau hinter Helene Keller, ohne sie wäre ihr Leben so nicht möglich gewesen. Daher ist sie unsere zweite Frau der Woche. Anne Sullivan hat ihr eigenes Leben vollkommen der Erziehung und Betreuung von Helen Keller gewidmet. In der Universität übersetzte sie Helen Keller jede Vorlesung und jedes Buch. Dabei gefährdete sie sogar ihre eigene Sehkraft, da sie selbst sehr schlechte Augen hatte und diese eigentlich schonen sollte. Später wird sie als „The Miracle Worker“ bekannt.

Der Schicksalsschlag

Im US-Bundesstaat Alabama kommt Helen Keller, am 27. Juni 1880, als gesundes und aufgewecktes Mädchen auf die Welt. Mit gerade einmal neunzehn Monaten bekommt sie eine schwere Hirnhautentzündung, welche sie nur knapp überlebt. Ihr Augenlicht und ihr Hörvermögen verliert sie dabei jedoch. Die folgenden Jahre isoliert sie sich immer mehr. Schnell verlernt sie die wenigen Worte, die sie bis dahin kannte. Frustriert darüber, sich nicht mit ihrer Umwelt verständigen zu können, reißt sie alles um was ihr im Weg steht. Sie stößt nur noch tierähnliche schreie aus und greift Menschen und Gegenstände gleichermaßen an. Viele denken, sie sei nicht intelligenter als ein Haustier und lassen sie gewähren. Dass sie später einmal sieben Sprachen beherrschen und zehn Bücher verfassen wird, ahnt noch niemand.

Aller Anfang ist schwer

Der Tag an dem Anne Sullivan zu ihr kommt, um sie zu unterrichten, bezeichnet sie später, als der wichtigste Tag ihres Lebens. Zu diesem Zeitpunkt ist Helen bereit sieben und nach eigener Aussage „ein wildes zerstörerisches kleines Tier“.

Die damals 21 jährige Anne Sullivan kommt aus armen Verhältnissen und hat selber eine schwere Kindheit hinter sich. In ihrer Kindheit war sie selbst blind, bekam durch mehrere Operationen aber einen kleinen Teil ihres Augenlichtes zurück. Anfangs hatte sie es gewiss nicht leicht. Helen schlug ihr sogar einen Eckzahn aus und die Eltern griffen aus Sorge immer wieder in den Unterricht ein. Letztendlich schaffte sie es jedoch, ihr das Buchstabieren mit den Fingern in der Handfläche beizubringen. Von dem Moment an, in dem Helen begriff, dass jedes Ding seinen Namen hat, ist ihr Wissensdurst kaum mehr zu bremsen. Anne bleibt bis zu ihrem Tod, im Alter von 70 Jahren, an Helen Kellers Seite.

Wer sich fragt, wie Anne Sullivan einem taubblinden Mädchen die Sprache beigebracht hat, kann sich den Film „The Story of my Life“ ansehen. Er ist eine sehr schöne Darstellung einer unnachgiebigen Lehrerin und einem kleinen Mädchen, welches wieder Hoffnung auf ein schönes Leben bekommt.

Hannah Rößer

 

 

 

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