Ich habe es so satt! Bin beim Staat als Mitte vierzig dokumentiert, fühle mich aber eher wie eine Zwölfjährige, die in einem 120 kg-Körper mit Hüftproblemen und beginnender Sehschwäche gefangen ist.
Ich hatte es schon in der Schule nicht so damit ,irgendwelche Freundschaften aufzubauen. Das vorherrschende Argument, ich sei “komisch“, was heute wohl eher als “sozial benachteiligt“ deklariert wird, konnte ich noch nie nachvollziehen. Denn in meiner Welt… da war ich immer Durchschnitt.
Und jetzt bin ich in einem Alter in dem das Vorhaben, neue Kontakte zu knüpfen, einer Utopie gleich kommt.
Wie gesagt, bin ich Mitte vierzig, habe aber weder Familie noch einen geregelten Job.
Meine Leidenschaften sind Filme und Serien verschiedener Genres. Ich sammle Merchandising und Figuren. KEINE PUPPEN! Wie es so mancher gerne nennt. NEIN, FIGUREN!
Ich bin Feministin, Träumerin, Pessimistin, Optimistin, Eremitin, multiple Phobikerin. Eigentlich bin ich alles, genau in dem Moment, in dem ich es bin.
Und so passe ich nicht in das gesellschaftliche Bild, das man Frauen in meinem Alter zugeteilt hat. Aber wären wir alle einfach so, wie wir sind, dann würde das niemand. So zu sein, wie ich bin, macht mich frei, auch wenn es die Suche nach neuen Kontakten erheblich erschwert. Und das ist, paradoxerweise, schon für den “Normalo“ da draußen (wenn es überhaupt welche gibt) ein Kraftakt.

Jetzt würden einige sicher sagen, warum sucht die denn nicht einfach im Netz? In der heutigen digitalen Welt gibt es doch sooooooooo viele Möglichkeiten.
Ja. Das hab ich auch gedacht, aber denkste! Heute posten alle nur noch. Es gibt kaum noch Foren, in denen man sich einfach nur austauschen kann und wenn, dann sind das meistens irgendwelche Gamerforen (und das ist wirklich keine Kritik an Gamer*innen). Ich steh aber nicht so darauf als Mittelalter-Elf über magische Berge zu huschen um irgendwas, ja IRGENDWAS, einzusammeln!
Von dem ganzen anderen kranken Mist im Internet (Social Media etc.) will ich gar nicht erst anfangen.
Außerdem bin ich Digitalphobikerin (ja, sowas gibt’s) und sehe es schon als herausragende Leistung, mich überhaupt auf die Onlinesuche gemacht zu haben.
Und wenn es doch so viele Möglichkeiten gibt, wieso haben dann so viele Schwierigkeiten damit, neue Menschen kennenzulernen? Warum haben so viele das Gefühl, hier bin ich und da die anderen? Das man einfach nicht dazu gehört.
Sagt das dann nicht, dass all diese Möglichkeiten, offensichtliche Scheiße sind?
Ich will doch nur jemanden mit dem ich zur Purgatory, Fedcon oder Toyplosion etc. gehen kann. Jemanden, der noch für IRGENDWAS eine Leidenschaft besitzt. Sich dieses Kindliche, Träumerische behalten hat, obwohl die Welt alles dafür tut, es in Kompromisse umzuwandeln. Jemanden mit Humor, gerne sarkastisch, aber nie von oben herab.
Es ist doch so. Wir müssen nicht gleich Händchen haltend mit dem Cabrio über die Klippe springen. Aber ein bisschen gemeinsam durch Erlebnisse oder die Welt cruisen… das wäre doch ganz nett.
Nora



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