Gesundheit und Geschlecht: Männlich – inter – Weiblich – Queer

Am Montag, den 8. Oktober fängt die 9. Bremer Woche der seelischen Gesundheit an. Der Termin findet immer rund um den 10. Oktober statt – den internationalen Tag der Seelischen Gesundheit weltweit. Thema 2018 ist die Beziehung zwischen Gesundheit und Geschlecht: Zwischen dem 8. und dem 14. Oktober finden 13 Veranstaltungen an verschiedenen Teilen Bremens statt, die dieses Thema von allen Seiten beleuchten. Veranstalter*innen sind die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) Bremen, Netzwerk Zukunftsgestaltung und seelische Gesundheit Bremen e.V. und die KulturAmbulanz. Schirmfrau ist die Bremer Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm.

Gesundheit

Wie steht es um die seelische Gesundheit von Männern und Frauen? Das vielschichtige Thema „Gender Health“ wirft Fragen nach der gleichwertigen und geschlechterspezifischen Gesundheitsversorgung von Männern und Frauen auf: werden beispielsweise psychische Erkrankungen bei Männer unter- und bei Frauen überdiagnostiziert? Wie kommt es, dass anscheinend nur halb so viele Männer wie Frauen an Depressionen leiden? Dass Frauen häufiger zu Medikamenten greifen? Gründe für Unterschiede in der Gesundheitsversorgung können biologische Besonderheiten, die unterschiedlichen sozialen Lagen von Männern und Frauen, aber auch das geschlechtsspezifische Gesundheitshandeln und Risikoverhalten sein. Die Sozialisation als Mädchen und Junge, der Umgang mit dem Körper, als auch Stereotype über das Bild von Frauen und Männern, von männlich, weiblich und (nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes 2017) nun offiziell auch inter, sind wichtige Aspekte seelischer Gesundheit.

Geschlecht

Was bestimmt das Geschlecht? Die Gene? Das Gehirn? Die soziale Interaktion? Ist Geschlecht natürlich oder gibt es eine zweigeschlechtliche soziale Ordnung, die beständig in sozialen Interaktionen reproduziert werden muss? Und was heißt es für die Menschen, die den geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen und -anforderungen nicht entsprechen wollen oder können?

  • Wie steht es in unserer Gesellschaft um die Gleichberechtigung von Gesundheit und Geschlecht?
  • Welche Ansätze und Initiativen gibt es in Bremen für eine gleichwertige und geschlechterspezifische Sicht auf unsere seelische Gesundheit?
  • Gibt es Standards für gendersensibles Arbeiten in der Gesundheitsversorgung?

Vorträge, Gespräche, Führungen und Workshops

In Vorträgen, Gesprächen, Führungen und Workshops wird den Fragen nach einer gendergerechten seelischen Gesundheit an verschiedenen Veranstaltungsorten nachgegangen. Alle Bremer*innen sind herzlich eingeladen, sich mit interessanten Ansätzen für ein gendersensibles Arbeiten und Leben in der Hansestadt auseinandersetzen. Zum Beispiel referiert Schirmfrau Bettina Wilhelm am 10. Oktober selber zum Thema „seelische Gesundheit GenderGerecht? – Kleiner unterschied mit großen Folgen“ und ein 2-teiliges Workshop-Programm in der etage° Bremen behandelt das Thema „Ich Tarzan – Du Jane“ und „Genderaspekte in der Psychotherapie“. Alle Veranstaltungen finden sich im Flyer_Woche_der_seelischen_Gesundheit.

Geschichte der Woche der seelischen Gesundheit in Bremen

In den Jahren seit der Gründung war die Woche der seelischen Gesundheit in Bremen immer ein Format, in dem seelische Gesundheit nicht allein aus der Perspektive der Psychiatrie und psychiatrisch Tätigen bzw. Behandelten/Erfahrenen betrachtet wurde. Die Förderung und Erhaltung der seelischen Gesundheit ist aber ein Thema für alle Bürger*innen und eine Aufgabe für die Gestaltung des Zusammenlebens in der Gesellschaft. Das soll auch in diesem Jahr und in der Zukunft so bleiben.

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) Bremen, Netzwerk Zukunftsgestaltung und seelische Gesundheit Bremen e.V. und KulturAmbulanz

 

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