Gute Nächte, Schlechte Nächte

Im Hintergrund ein Haus. Davor ein Gehweg, auf dem eine Person mit Kopfhörern entlang geht. Die Beleuchtung der Laternen und die Dunkelheit des Bildes läßt erahnen, dass es sich um die Nacht handelt. Viele Fenster des Hauses sind beleuchtet. In einigen kann man sehen was passiert. In einem Fenster haben zwei Menschen Sex. In einem wird eine Party gefeiert. In einem anderen knutschen zwei Personen miteinander. In wieder einem anderen schaut eine Dame aus dem Fenster

(c) Jennifer Höltken

Gute Nacht ist ein gewöhnlicher Ausdruck, der in unserem Repertoire an Grußformeln so fest integriert ist, dass wir meist gar nicht darüber nachdenken, dass die Nacht für viele auch ihre Schattenseiten hat. Schlafstörungen, Ängste, Verlust und Einsamkeit machen sich häufig in den Nächten breit, wenn der Mensch eigentlich zur Ruhe kommen soll.

Gerade für Frauen bedeutet die Nacht häufig noch einige Anstrengungen mehr, insbesondere wenn das abendliche Ausgehen und Feiern angesagt ist: Frühzeitiges Kontrollieren des Handy-Akkus, Einstecken des zusätzlichen Taxigeldes, vorsorgliches Auschecken des Heimweges, damit man bloß nicht durch einen Park laufen muss.  
Im Gegensatz dazu müssen sich viele Männer keine Gedanken machen, ob der Park durch den sie in der Dunkelheit laufen, vielleicht matschig ist. Oder ob der Gang zur Toilette im Club safe ist, damit sie in Ruhe pinkeln können.
Sexuelle Belästigung und Gewalt findet auch beim Ausgehen in der Nacht statt. Frauen sind prozentual viel häufiger davon betroffen als Männer. So kann die gute Nacht schnell zur schlechten Nacht werden und im schlimmsten Fall Frauen zu Opfern sexualisierter Gewalt machen.

Dagegen wirken die guten Nächte fast zu unwichtig. Und doch sind sie es, die uns oft in schöner Erinnerung bleiben: Das Tanzen zu feinster Mukke im Lieblingsclub, betrunken Knutschen mit der*dem Liebsten, laue Sommernächte, spannende Gespräche, Pyjamapartys, es sich im Bett gemütlich machen, schlafen, ein Buch durchlesen oder einfach die Nacht zum Tag machen.

Unser kleines, aber feines „Gute Nächte, Schlechte Nächte“-Special geht mit all diesen Themen an den Start. Von einem wichtigen Bremer Projekt, das eine Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt bietet, über persönliche positive wie negative Erfahrungen bis hin zum Psycho-Test und der nächtlichen Playlist mit leisen und lauten Tönen, ist alles dabei.

Wie immer gilt bei uns: Ohne diejenigen, die mit uns diskutieren, organisieren, Texte schreiben, Illustrationen zeichnen, Fotos schießen oder Texte redigieren, könnten wir kein einziges Schwerpunktthema auf die Beine stellen. Deswegen geht ein riesengroßes Dankeschön an all diese Menschen.

Unseren Leser*innen wünschen wir in den nächsten 5 Tagen viel Spaß in der Nacht und am Tag mit unserem Special.
Wir freuen uns über eure Kommentare, Likes, Kritik und Anregungen. Nur raus damit 😉

Eure
Luise, Jennifer, Kira, Renate, Seli, Mara, Victoria, Katja, Nele, Hjördis, Brecht, Marlies, Janina, Glenys und Irene

 

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