Die diesjährige re:publica x Reeperbahn Festival bot ein breites Spektrum an Vorträgen, Diskussionen und künstlerischen Beiträgen rund um digitale Gesellschaft, Politik und Kultur. Zwei Tage lang trafen sich Expert*innen, Kreative und Interessierte, um über aktuelle Entwicklungen zu sprechen und neue Impulse zu setzen. Wir waren dabei und haben uns Highlights herausgesucht, die uns besonders zum Nachdenken angeregt haben.
Unhome

Unhome ist eine VR-Experience, die von Henning Westerwelle und Chris Poelmann ins Leben gerufen wurde. Mithilfe eines Hundes wird man durch eine virtuelle Reise durch das Leben eines obdachlosen Menschen geführt. Dabei geht es darum, Obdachlosigkeit sichtbar zu machen, Empathie zu fördern und vorschnelle Urteile zu hinterfragen.
Ein Gespräch über Demokratie Gesellschaft und Ungleichheit – was uns verbindet und was uns trennt

Ungleichheit ist kein Randthema mehr. Es zieht sich durch viele Bereiche unserer Gesellschaft und wirkt sich auf unsere Demokratie aus. Eigentlich sollte uns die gemeinsame Menschlichkeit verbinden. Jedoch sind es Faktoren wie Vermögensunterschiede und Polarisierung, die die Gesellschaft spalten.
Das Gespräch zwischen Martyna Linartas, Gilda Sahebi und Kübra Gümüşay hat genau diesen Nerv getroffen: aktuell, intensiv und ehrlich. Es hat uns gezeigt, dass politische Veränderung nötig ist.
1000 letzte Dates und kein Happy End?

Ein unterhaltsames Gespräch fand zwischen Xhem und Anna Dushime statt. Anna Dushime las einige Passagen aus ihrem Buch „1000 letzte Dates“ vor, das bald überall erhältlich sein wird. Offen und ehrlich wurden unter anderem folgende Themen angesprochen: Dating, Sex und die ewige Enttäuschung von Kennenlernphasen.
Deepfakes: Wer kontrolliert unseren digitalen Körper?

Deepfake-Pornos sind ein Problem im Internet, besonders für Frauen und öffentliche Personen, deren Bilder missbräuchlich verwendet werden. In einem Gespräch zwischen Patrizia Schlosser, Madita Oeming, Josephine Ballon und Ulla Heinrich wurde diskutiert, warum solche Inhalte entstehen – beispielsweise aus Machtgefühlen, Unsicherheit oder dem Wunsch, andere zu demütigen. Die rechtlichen Möglichkeiten in Deutschland sind bisher unzureichend, finden sie. Andere Länder wie Australien oder Großbritannien haben bereits strengere Regelungen. In dem Gespräch wurde deutlich: Deepfake-Pornos sind keine einvernehmlichen Inhalte, sondern digitale Gewalttaten, die die patriarchalen Strukturen und Abwertung weiblicher Sexualität im Netz widerspiegeln.
Your Stalker´s Playlist: Wie Popkultur Beziehungsgewalt romantisiert

Ein musikalisches und lehrreiches Highlight war „Your Stalker’s Playlist“. Die Musikerinnen Ann Weller und Maren Kling zeigten anhand zahlreicher viraler Pop-Songs, dass einige Superhits gewaltverherrlichend sind. In vielen Liedern geht es um die Wunschvorstellung eines Mannes, einer Frau zu schaden – aus Eifersucht oder weil sie einen neuen Partner hat. Viele Songs klingen auf den ersten Blick fröhlich und tanzbar, während die Texte eher das Gegenteil aussagen. Als Beispiel wurde der Song „Animals“ von Maroon5 genannt – das Musikvideo verdeutlicht dabei die Lyrics. Die komplette Playlist könnt ihr euch hier anhören.
Zwei Tage voller Inspiration
Der Besuch bei der re:publica 2025 x Reeperbahn Festival hat sich gelohnt. Durch den neuen Input wurden uns viele neue Perspektiven eröffnet. Die Veranstaltung war ein echtes Erlebnis, das noch lange nachwirkt, sowohl fachlich als auch persönlich.
Kathrin M.



Schreibe einen Kommentar