Bremer Friedenspreis 2015 vergeben

Preisträger 2015 Gruppenbild

vordere Reihe: Farah Abdullahi Abdi, Mary Montague, mittlere Reihe: Sophie Bischoff, Ferdinand Dürr, Alan Hassaf (adopt a revolution), hinten: Kristina Bulling, Vorstand Stiftung die schwelle (c) die schwelle

Die Preisträger engagieren sich für Flüchtlinge, Syrien und gewaltfreie Konfliktbearbeitung.

Ein 20-jähriger geflüchteter Blogger aus Somalia, eine Initiative für Friedensarbeit in Syrien und eine international krisenerprobte Mediatorin aus Nordirland sind die Gewinner*innen des siebten Internationalen Bremer Friedenspreises 2015.

Als „Unbekannter Friedensarbeiter“ wird der somalische Blogger Farah Abdullahi Abdi geehrt. Der Friedenspreis in der Kategorie „Beispielhafte Initiative“ geht an die Leipziger Organisation „adopt a revolution“, die zivilgesellschaftliches Engagement in Syrien unterstützt. Der Preis für öffentliches Wirken geht an die irische Mediatorin Mary Montague. Jahrzehntelang vermittelte die heute 63-Jährige im Nordirlandkonflikt und trug entscheidend zur Versöhnung verfeindeter Gemeinden bei.

Portrait Farah Abdi

Farah Abdi

Farah Abdullahi Abdi: ein junger Flüchtling aus Somalia

Er ist der Hoffnungsträger vieler Menschen, denen es schwer fällt, ihre Stimme zu erheben: Farah Abdullahi Abdi, ein junger Flüchtling aus Somalia, der für ein Leben in Europa Monate voller Strapazen auf sich genommen hat. Seine Flucht führte Farah von Kenia über Uganda, den Südsudan und Libyen nach Malta, wo er sich heute für die Rechte und die Anerkennung Asylsuchender einsetzt.

Gruppe adopt a revolution

adopt a revolution

Die Leipziger Initiative „adopt a revolution“: Hilfe vor Ort

Krieg und Terror zum Trotz: Lokale zivilgesellschaftliche Initiativen leisten in Syrien unbeirrt humanitäre Hilfe und setzen sich gewaltfrei für eine Demokratisierung des Landes ein. Die Leipziger Initiative „adopt a revolution“ unterstützt sie dabei.

Bombenangriffe des Assad-Regimes, Terroranschläge des IS, Menschen auf der Flucht: Zwischen diesen wiederkehrenden Bildern und Nachrichten dringen nur selten andere Geschichten aus Syrien durch die Medien. Doch es gibt sie: Geschichten von Syrer*innen, die die Hoffnung auf Frieden und Freiheit in ihrer Heimat nicht aufgeben und sich mit langem Atem dafür einsetzen. Die Initiative „adopt a revolution“ macht die Aktivitäten dieser Friedensarbeiter in Deutschland bekannt und sammelt Spenden, um sie finanziell zu unterstützen. 27 syrische Projekte hat „adopt a revolution“ im Jahr 2014 mit Spenden aus Deutschland unterstützt.

Mary Montague

Mary Montague

Mary Montague: 40 Jahre Versöhnungsarbeit

Jahrzehntelang vermittelte sie im Nordirlandkonflikt und trug entscheidend zur Versöhnung verfeindeter Gemeinden bei. Auch in anderen Krisengebieten der Welt war sie als Mediatorin tätig. In vierzig Jahren Versöhnungsarbeit brachte sie Gegner dazu, sich anzunähern und Friedensgespräche zwischen verfeindeten Gemeinden zu führen. Mary arbeitete mit jungen Menschen zusammen, um sie daran zu hindern, sich separatistischen Gruppierungen anzuschließen – denn dies hätte sie dazu veranlasst, gewalttätig zu werden.

Schwellen überschreiten – Teufelskreise durchbrechen

Logo mit Friedenstaube

(c) die schwelle

Seit 2003 vergibt die schwelle alle zwei Jahre den Internationalen Bremer Friedenspreis mit dem Titel „Schwellen überschreiten – Teufelskreise durchbrechen“. Mit diesem Preis werden Menschen und Organisationen geehrt, die in ihrer Arbeit Vorbild sind im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Friedensengagierte aus der ganzen Welt nominieren eine Vielzahl von Personen und Projekten, aus denen die Jury der Stiftung die Preisträger auswählt. Mit dem Friedenspreis rücken Mut machende Beispiele von überzeugender Friedensarbeit ins Licht der Öffentlichkeit, die bisher mit ihrer Arbeit wenig bekannt sind.

Was ist die Stiftung die schwelle?

Die Stiftung setzt sich mit ihren Partnern für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein.

Gemeinsam mit lokalen Organisationen entwickelt, begleitet und fördert die Stiftung Friedens- und Versöhnungsprojekte sowie Projekte im Bereich Menschenrechte und Umweltschutz. Sie gibt ihren Partnern die strukturelle Sicherheit, sich über einen festgelegten Zeitraum auf die Förderung der schwelle verlassen zu können: Dies sind oftmals auch kleine Organisationen, die sich im Aufbau befinden und noch über keine Fundraising-Erfahrungen verfügen.

Regelmäßig wird die Zusammenarbeit ausgewertet und wenn nötig modifiziert. Aktuell werden Projekte in Israel, Palästina, Tansania, Kamerun, Bosnien, Kroatien, Albanien, Chile und Deutschland begleitet.

Weitere Infos unter die Schwelle.

 

Christel Schütte

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