Kinotipp: Silent Heart – Mein Leben gehört mir

Ein Film über eine Familie, die ein Mitglied in den selbstbestimmten Tod begleitet

Ehepaar (Ghita Nørby und Morten Grunwald) umarmt sich

Esther (Ghita Nørby) will sterben (c) Rolf Konow

In „Silent Heart – Mein Leben gehört mir“ behandelt Bille August ein sehr emotionales und tragisches Thema: Sterbehilfe. Dieser Begriff meint zweierlei: sowohl Hilfe im als auch zum Sterben. Die Hauptperson dieses Films entscheidet ihrem Leben im Beisein ihrer Familie selbst ein Ende zu setzen und trifft somit den wohl radikalsten und folgenschwersten Entschluss, den ein Mensch in seinem Leben treffen kann.

Abendessen mit der Familie

Esthers letztes Wochenende mit der Familie (c) Rolf Konow

Ein letztes Mal

Die etwa siebzigjährige Esther (Ghita Nørby) ist unheilbar krank: Sie leidet unter ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Anstatt lang anhaltende Qualen ausstehen zu müssen, wünscht sie sich einen schnellen, schmerzfreien Tod. Doch vor ihrem endgültigen Abschied möchte Esther ein letztes Wochenende mit ihrem Ehemann, ihren Töchtern und deren Partnern und Kindern verbringen. Diese kommen in dem großen Landhaus zusammen, um Esther das friedvolle Wochenende zu bescheren, um das sie gebeten hat. Die Familienmitglieder wissen schon länger von Esthers Plan, doch es ist von Anfang an spürbar wie sehr alle mit ihren Emotionen zu kämpfen haben. Tochter Sanne (Danica Curcic) möchte den Suizid ihrer Mutter verhindern und beschließt, nach der Einnahme des tödlichen Medikamentencocktails, einen Krankenwagen zu rufen. Sie hat das Gefühl, noch nicht genügend Zeit mit ihrer Mutter verbracht zu haben und lässt sich auch von ihrem Kiffer-Freund Dennis (Pilou Asbæk) nicht umstimmen. Ihre große Schwester Heidi (Paprika Steen) scheint der Situation mehr gewachsen zu sein. Sie richtet sich nach den Wünschen ihrer Mutter und stellt ihre eigenen Bedürfnisse komplett in den Hintergrund. Doch durch ein Gespräch mit Sanne und eine Beobachtung kommen auch bei ihr plötzlich Zweifel an Esthers Vorhaben auf. Wird der Suizid doch noch verhindert?

Regisseur Bille August

Regisseur Bille August (c) Sam Emerson

Tragisch schön

Der dänische Regisseur Bille August überzeugte bereits mit der Familienthematik in „Die besten Absichten“ und „Pelle, der Eroberer“, der mit einem Oscar und der goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. In „Silent Heart“ stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen, sowie der emotionale Umgang mit dem selbstbestimmten Tod der Mutter im Fokus, wobei auch rechtliche Fragen anklingen. Der Film wird ab dem 24. März in den Kinos gezeigt. Ein rührendes Familiendrama über Zusammenhalt und Fürsorge, in das ihr hier schon einmal reinschauen könnt.

Julika Wagner

 

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