Konsens und Brötchen: das zweite feministische Frühstück

Foto eines Frühstücks- Büffet

(c) Marlies B.

Am 12. August veranstalteten die frauenseiten.bremen in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Bremen und der ZGF das zweite feministische Frühstück. Rund 50 Feminist*innen trafen sich im Lagerhaus in der Schildstraße, um zusammen zu frühstücken, sich zu vernetzen und zu diskutieren. Auch dieses mal war die Anmeldeliste wieder voll. Das zweite feministische Frühstück wurde begleitet von der Speakerin Gundula Schildhauer, Inhaberin des Erotikladens Liebhabereien in Hannover. Außerdem performte die SpokenWord-Künstlerin Laura Sherin Rebecca für das Publikum im Lagerhaus.

„Bin ich selbstbestimmt?“

Rednerin Gundula Schildhauer

(c) Kira A.

Gundula Schildhauer, die in ihrem Laden Sexualberatung für Paare und Einzelpersonen gibt, lieferte für das Frühstück einen Vortrag über sexuelle Selbstbestimmung. Dieser ging von der Frage aus: „Bin ich sexuell selbstbestimmt?“. Sie erläuterte ihre Ansichten und Erfahrungen zum Thema. Gundula Schildhauer betonte insbesondere die Wichtigkeit, beim Sex auf sich selbst zu hören. Denn beim Sex „werde ich immer im Kontakt kommen mit Grenzen“, sowohl den eigenen, als auch den von Partner*innen. Zum Sex gehört daher Selbstverantwortung, um zu erkennen, wozu man Lust hat und in der Lage ist. Dabei müssen Menschen auf ihre eigenen Wünsche und die der Partner*innen eingehen und kommunizieren. Denn Gundula Schildhauer meint: „Wortloser Sex ist eine Wunschvorstellung“.

Foto während eines Vortrags

(c) Kira A.

Nach ihrem Vortrag lud Gundula Schildhauer die Anwesenden zu einer Übung ein. Teilnehmende konnten sich an eine sexuelle Begegnung erinnern und reflektieren, wie sie sich fühlten, was vorging und ob sie alles so wollten, wie es geschah. Anschließend durften Teilnehmende ihre Gedanken mit anderen Anwesenden teilen.

Infolge des Vortrags diskutierten die Anwesenden Konsens, sexuelle Übergriffe und Sicherheitsgefühl. Rege Diskussionspunkte waren, was angemessenes Verhalten für Männer in der Öffentlichkeit ist und wie man jungen Männern vermitteln kann, Frauen respektvoll zu behandeln. Feminist*innen verschiedener Hintergründe, darunter einige Mütter, meldeten sich zu Wort.

Starke Spoken Words-Performance

Frau mit Mikro in der Hand

(c) Kira A.

Zum Einläuten und Ausklingen des Frühstücks performte Laura Sherin Rebecca zwei ihrer Texte. In der Premiere ihres queeren Erotikgedichts Von hinten nach vorne, erzählte Laura Sherin Rebecca von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen, die queere Sexualität begleiten, aber auch der Befreiung von Normen. Erst denkt die Figur ihres Texts, „schwebt über uns schon Gottes Rache?“ bis sie schließlich feststellt, „zwischen uns gibt es keinen männlichen und keinen weiblichen Part“. Ihren zweiten Text, I gender so hard, schrieb Laura Rebecca Sherin als Antwort auf den allgegenwärtigen Sexismus in Rapmusik. In dem satirischen Text kritisiert sie sexualisierte Gewalt und Victim-Blaming. Beide Performances ernteten der Slammerin großen Applaus.

Falls ihr auch zum nächsten feministischen Frühstück kommen wollt, dann schreibt eine Mail an frauenseiten@bremen.de, um in unsere Mailingliste aufgenommen zu werden. Sobald das nächste feministisches Frühstück geplant wird, werdet ihr dann sofort informiert.

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