Unsere Frau der Woche: Marisol Valles García

Laut der spanischen Tageszeitung El País ist sie Die mutigste Frau Mexikos. Mit nur 20 Jahren wird Marisol Valles Garcia 2010 in der Kommune Praxedis G. Guerrero die jüngste Polizeichefin der Welt.

Korruption in Mexiko

Die Kommune Praxedis G. Guerrero, befindet sich mit ihren 3.400 Einwohnern an der Grenze der Vereinigten Staaten. Die Stadt ist bekannt geworden durch die Frauenmorde in den 1990er Jahren und gehört zu den gefährlichsten Ortschaften Mexikos.

Als 2006 Felipe Calderon, der Präsident Mexikos, den inoffiziellen Krieg gegen die Drogenbosse erklärt, werden innerhalb von fünf Jahren circa 30.000 Menschen ermordet und noch mehr entführt. In ganz Mexiko gibt es zwischen konkurrierenden Gangs brutale Morde und Rivalitäten. Heute werden im Schnitt 68 Morde pro Tag gemeldet. Wegen Korruption zwischen der Polizei und der Regierung, ist die Aufklärung der Morde beinahe unmöglich. Auch korrupte Militäreinheiten, die eigentlich gegen die Drogengruppen kämpfen sollen, arbeiten teilweise für die Kartelle. Dazu verspricht die Regierung oft Dinge, die sie nicht einhalten kann, weil sie gegen das organisierte Verbrechen machtlos ist. Es werden Bürgermeister der beherrschten Regionen getötet. Aber auch Frauen ermordet, die sich versuchen zu wehren und Journalisten, welche die Situationen ehrlich schildern wollen. Besonders in den letzten Jahren hat sich das Drogenkartell stark vergrößert, an Macht gewonnen und massiv aufgerüstet.

Lebensgefährliches Amt

Als Marisol sich als Einzige für den Job der Polizeichefin in Praxedis bewirbt, hat sie fast ihr Kriminologie-Studium abgeschlossen. Die Risiken, die die Stelle der Polizeichefin birgt, liegen auf der Hand und die Gefährdung ihres Lebens und das ihrer Familie schreckt Marisol dennoch nicht vor dieser Herausforderung ab. Von ihrem Vorgänger fand man den abgeschnittenen Kopf vor der Polizeistation.  

Jedoch erscheint Marisol nach nur vier Monaten nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz und wird daraufhin gefeuert. Es wird vermutet, dass sie nach Morddrohungen einen Asylantrag in den Vereinigten Staaten gestellt hat und geflohen ist. Wo Marisol Valles Garcia sich seit dem genau befindet,  weiß niemand und wird zu ihrem Schutz natürlich nicht bekannt gegeben.

Mord an Kolleginnen

Auch andere Frauen trauen sich, hohe Positionen bei der Polizei anzunehmen und gegen die gefährlichen Kartelle anzukämpfen. Zur selben Zeit, waren neben Marisol Valles Garcia zwei andere Frauen im Norden Mexikos als Polizeichef*innen tätig. Der 38jährigen Polizeichefin Hermila García Baeza, der Stadt Meoqui, lauern am 29. November 2010 bewaffnete Männer auf der Autobahn auf und erschießen sie. Erika Gandara ist eine Zeit lang die einzige Polizistin in Guadalupe, der Rest ihrer Kollegen wurde ermordet. Auch sie wird bei einer Schießerei getötet.

Nach vielen Versuchen wird klar, gegen das Drogenkartell anzukämpfen, sieht in Mexiko beinahe unmöglich aus. Mutige Frauen, wie Marisol Valles Garcia und ihre Kolleg*innen, die sich trotz aller Gefahren solcher Herausforderungen annehmen, dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Sie kämpfen für eine gerechtere Welt.

Dalia

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