Meinungen zu Rassismus in Bremen

Am 26. April waren vier Mädchen in unserer Redaktion, um für den Girls’Day Texte mit ihren eigenen Themen zu schreiben. Hier könnt ihr den Artikel von Pia und Wanda lesen!

Zwei Mädchen sitzen am Computer in einem Büro

(c) frauenseiten
Pia (links) und Wanda (rechts)

Wir sind im Rahmen des Girls’Days mit ein paar Fragen zum Thema Rassismus auf die Straße gegangen und haben einige interessante Antworten bekommen. Allen Leuten stellten wir folgende Fragen: Haben Sie selbst schon einmal Rassismus in Bremen mitbekommen? Finden Sie in Deutschland wird genug gegen Rassismus unternommen?

Viele haben Rassismus selbst erfahren

Es gab einige Leute die Rassismus am eigenen Leib erfahren haben.

Zum Beispiel Samira und ihre Freundin, die oft abschätzende Blicke ertragen müssen. Samiras Freundin trug früher ein Kopftuch und wurde darum beschimpft. Zur Frage, ob gegen Rassismus genug unternommen wird, antwortete Samira: „Wenn ich nichts dagegen unternehme, tut es keiner!“

Ein Paar berichtete von vielen rassistischen Erlebnissen im Alltag. Sie sprachen dabei von Alltagsrassismus. Sie bekamen Sprüche an den Kopf geworfen, wie zum Beispiel die spöttische Aussage: „Sie können aber gut Deutsch!“

Mahsa antwortete auf unsere Frage, ob sie Rassismus in Bremen erlebt hatte, zunächst mit einem herzhaften Lachen. Als wir nach Beispielen fragten, sagte sie: „ Überall…bei der Wohnungssuche, an der Uni, in der Schule…“ Sie sagte, sie sei in Deutschland aufgewachsen. Als sie einmal an der Haltestelle vorbeilief und mit ihrer Familie auf ihrer Muttersprache telefonierte, riefen ihr mehrere Jugendliche zu: „Wir sind hier in Deutschland, rede auch Deutsch!“ Mahsa sagt, der Rassismus wird heruntergestuft.  Ihr wurde gesagt, ihre Erfahrungen seien die Ausnahme. Die Anderen seien die Masse. Dabei ist es eigentlich genau andersherum.

Andere sehen Minderheiten für Rassismus verantwortlich

Einige gaben die Antwort, Minderheiten seien mitverantwortlich für den Rassismus.

Ein Mann antwortete auf unsere Fragen, dass die Flüchtlinge sich anpassen sollen. Er gab an, dies würde er auch tun wenn er im Ausland ist. Schließlich sei er dort zu Gast.

Ein weißer Herr im Anzug sagte, dass Rassismus vor allen Dingen zwischen Migranten verschiedener Herkunft stattfinde.

Eine 81-jährige antwortete mit stark rassistischen Äußerungen. Sie meinte, Schwarze seien rücksichtslos. Zudem sagte sie: „Es gibt genug Flüchtlinge in Deutschland. Sonst wäre es ja bald kein Deutschland mehr.“

Viele denken, es muss mehr gemacht werden

Viele Leute äußerten sich, es müsste mehr gegen Rassismus unternommen werden. Zum Beispiel Benjamin aus Süddeutschland, der die AfD sehr kritisch sieht und rassistisch beurteilt.

Sigi erklärte, dass schon in den Schulen mehr gegen Rassismus unternommen werden sollte.

Wir trafen auch viele Menschen, die selber noch keinen Rassismus erlebt hatten, sich aber dagegen äußerten.

mod. Malerei, vier Personen halten sich an der Hand

(c) Heidemarie Gniesmer

Wir finden es überraschend, wie manche Menschen sich so offen zum Rassismus bekannt haben. Wir finden es zudem entsetzend, was Menschen tagtäglich schreckliches erleben müssen. Auch fanden wir es bemerkenswert, wie offen die Menschen über ihre Erfahrungen sprachen.

Wir hoffen, dass einige durch diesen Artikel aufmerksamer auf Rassismus werden und gemeinsam etwas dagegen unternehmen.

Wanda und Pia

 

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