Orange is the New Black

Schon mal etwas über diese US-Serie gehört? Nein? Das wird sich jetzt ändern. Normalerweise halte ich nichts davon, Fernsehproduktionen über den grünen Klee zu loben, doch bei dieser kann ich einfach nicht anders.

Wer gelegentlich fernsieht, kennt wahrscheinlich schon die Netflix-Werbung und die dazugehörenden Ausschnitte aus der Serie. Was aber so besonders an dieser ist, wird nicht deutlich. Ich sag’s euch.

Gefängnisgang mit langem Gitter

© Angelika Behnk

Klar, Serien über Frauengefängnisse gab es schon öfters, doch diese sticht durch ihr außergewöhnliches Ensemble hervor, welches die typischen Hollywood-Klischees untergräbt. Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Ethnie und abseits des Size Zero-Wahns interagieren in einer Weise, wie es das Publikum sonst nicht kennt. Obwohl der Fokus auf der Geschichte der Hauptfigur Piper Chapman liegt, einer weißen Endzwanzigerin, die aufgrund zurückliegender Drogenschmuggelvergehen inhaftiert wird, schaffen es die AutorInnen und ProduzentInnen die anderen Insassinnen gleichberechtigt miteinzubeziehen. In Rückblenden erhalten wir Einblicke in die Vergangenheit jeder Insassin und die Umstände, die zur ihrer Verhaftung führten.

„Du gehst nicht einfach zu einem Sender und verkaufst eine Show voller faszinierender Geschichten über schwarze Frauen, Latinas, alte Frauen und Kriminelle.[…] Aber das Mädchen von nebenan, die coole Blonde, ist ein sehr einfacher Zugangspunkt. Viele ZuschauerInnen können sich mit ihr identifizieren und viele der Sender verfolgen bestimmte demografische Zielgruppen. Es hilft.“ – Jenji Kohan, Macherin der Serie (vollständiges Interview hier)

illustrierte Darstellung der DarstellerInnen der Serie

Illustration der Charaktere © Erin Hunting www.erinhunting.com

Themen, die von Gewalt bis hin zu Transsexualität variieren, werden in einer solchen Art thematisiert, in der das Publikum für diese sensibilisiert, jedoch nicht belehrt wird. Natürlich hilft es auch, dass diese Szenen durch humorvolle gar witzige abgelöst werden. Inhalte, wie Liebe, Freundschaft und Konflikte untereinander kommen gewiss auch vor, wie soll es in einer Serie sonst auch sein. Ich schätze, dass dies auch der Grund ist, warum sie sowohl kommerziell erfolgreich ist als auch von KritikerInnen weltweit gefeiert wird.

Zurzeit sind die beiden Staffeln von OITNB leider nur auf Netlix Deutschland abrufbar, die dritte folgt im Juni 2015. Also noch genug Zeit, um sich alle Folgen (nochmal) anzugucken. Ich empfehle die englische Originalfassung (zur Not mit Untertiteln), da, wie ich finde, die Wirkung mancher Dialoge im Deutschen verloren geht. Viel Spaß!

Anastasia Garies

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  2 comments for “Orange is the New Black

  1. janni
    3. März 2015 at 7:44

    Na toll, jetzt bin ich süchtig!

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