Presse-Pott 03/02

Vorbilder in die Schulen: Die Aktion „Klasse-Frauen (ZGF)

Die Aktion „Klasse-Frauen: Lernen mal anders“ startete am 05. März 2018. In den folgenden fünf Tagen besuchten Bremerinnen mit den unterschiedlichsten Berufskarrieren Schulklassen im gesamten Stadtgebiet. Hier berichteten sie von sich und ihrem Werdegang. Mädchen und Jungen sollen so ermutigt werden, Berufswege jenseits möglicherweise schon geprägter Rollenvorstellungen zu entdecken. Dies ist die Idee hinter „Klasse-Frauen: Lernen mal anders“, einer Aktion, die die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) gemeinsam mit der Senatorin für Kinder und Bildung anbietet – inzwischen zum achten Mal. In diesem Jahr beteiligten sich 38 Klassen und Kurse aller Altersstufen im gesamten Stadtgebiet. Passend zum Bremer Raumfahrtjahr befanden sich unter den dreißig mitmachenden Frauen auch Physikerinnen der Ausstellung „Space Girls Space Women“ im Universum Bremen sowie Luft- und Raumfahrtingenieurinnen der Initiative „Die Astronautin“.

„Es geht uns mit der Aktion in erster Linie um Berufsbilder, die von tradierten Rollenklischees abweichen, aber es geht auch um persönliche Lebenswege und darum, dass Schülerinnen und Schüler erfahren, wie die Frau ihren Weg gegangen ist, welche Hindernisse sie überwunden hat. ‚Ich könnte das auch schaffen‘ – wenn dieser Gedanke bei manchen Kindern und Jugendlichen aufkommt, dann haben wir viel erreicht“, erklärt die Bremer Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm.

Anlass für die Aktion ist das nach wie vor entlang tradierter Rollenbilder ausgerichtete Berufswahlverhalten junger Menschen: Mädchen bevorzugen unverändert dienstleistungsbezogene Berufe oder Studiengänge, Jungen orientieren sich eher in Richtung Technik, Naturwissenschaft oder Informatik.


Müttergenesungswerk kämpft für Mütter (Müttergenesungswerk)

Langer Kampf für gesetzliche Verankerung von Kurmaßnahmen

Logo-Elly-Heuss-Knapp-Stiftung, Müttergenesungswerk

(c) Müttergenesungswerk

Der Gedanke der Müttergenesung ist ähnlich alt wie der Frauentag. Doch erst 1950 begann die konkrete Umsetzung eines vernetzten Hilfsangebotes für überlastete und kranke Mütter: Elly Heuss-Knapp gründete das Müttergenesungswerk (MGW). An einen Rechtsanspruch auf eine Kurmaßnahme für Mütter war jedoch noch lange nicht zu denken.

Der Erfolg des Kurangebots unter dem Dach des Müttergenesungswerks zeigte sehr schnell den hohen Bedarf: 500.000 Mütter nahmen in den ersten 10 Jahren an Kurmaßnahmen teil. Waren es zu Beginn vor allem Mütter, die nach dem Krieg Hilfe und Erholung brauchten, wurde das Angebot sehr bald ausgebaut und auf die verschiedenen Bedürfnisse der Frauen spezialisiert – beispielsweise für Landfrauen, berufstätige, körperbehinderte Mütter oder Frauen nach einer Krebsbehandlung. Ein großer Erfolg der politischen Arbeit des Müttergenesungswerks war schließlich 1989 zu verzeichnen, als Kurmaßnahmen für Mütter und deren Kinder erstmalig im Sozialgesetzbuch als Regelleistung verankert wurden. 2007 folgte die Verankerung als Pflichtleistung der Krankenkassen und damit ein Rechtsanspruch, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Auch in Zukunft gibt es viel zu tun: Das Müttergenesungswerk wirkt als Seismograf, als laute Stimme und Korrektiv für die Gesundheit von Müttern, Vätern und Pflegenden. Über 2 Millionen Mütter und rd. 230.000 Väter sind kurbedürftig. Es fehlen noch immer bundeseinheitliche Attestformulare, das Wunsch- und Wahlrecht der Versicherten wird häufig nicht berücksichtigt und es bedarf einer Absicherung für das Netz der Beratungsstellen.

Hilfe und Beratung rund um die Kurmaßnahme bis hin zur Nachsorge bekommen Betroffene bei den 1.200 Beratungsstellen in ganz Deutschland, die von den Wohlfahrtsverbänden betrieben werden. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über die Beratungsstellensuche auf www.muettergenesungswerk.de.


„Beziehungen sind für Frauen ein Ort mit höchstem Gefährdungspotenzial“ (Senatspressestelle)

Zum Internationalen Frauentag Senatorin Stahmann fordert Senatorin Stahmann besseren Gewaltschutz

„Unsere Gesellschaft muss Frauen und Kinder besser vor Gewalt schützen, besonders in der Partnerschaft.“ Das sagte Frauen- und Sozialsenatorin Anja Stahmann anlässlich des Internationalen Tages der Frau. „Jeden Monat verlieren elf Frauen in Deutschland ihr Leben durch ihren einstigen oder jetzigen Lebenspartner, täglich zeigen sie 180 Körperverletzungen in der Partnerschaft oder durch den früheren Partner an. Beziehungen sind für Frauen ein Ort mit höchstem Gefährdungspotenzial.“

Die 28. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK), deren Vorsitzende Senatorin Stahmann zurzeit ist, habe daher die Umsetzung der Istanbul-Konvention auf die Tagesordnung genommen, das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“. Die Konvention enthält umfassende Verpflichtungen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, zum Schutz der Opfer und zur Bestrafung der Täter. „Ein gewaltfreies Leben ist ein Menschenrecht“, sagte Senatorin Stahmann. „Und das wird auch in Deutschland immer noch in unvorstellbarem Ausmaß verletzt.“

Die Frauenpolitik der zurückliegenden Jahrzehnte habe viel erreicht, sagte Senatorin Stahmann, aber bis zur vollen Gleichberechtigung sei es noch ein langer Weg: Kinder seien nach wie vor „ein Armutsrisiko – und das in der Regel nicht für Männer, sondern für Frauen“. Sie ergänzte: „Familienarbeit ist im Wesentlichen Frauensache geblieben – sowohl mit Kindern, als auch mit Eltern und Schwiegereltern im Alter. Frauen stecken im Berufsleben zurück, und das spüren sie bei ihren Renten. Die wirtschaftlichen Risiken der Beziehungsarbeit lädt unsere Gesellschaft noch immer weitgehend auf den Schultern von Frauen ab.“

Mehr Gerechtigkeit verspricht sie sich unter anderem von der Frauenquote in Aufsichtsräten, Frauenförderplänen in Unternehmen, dem Recht auf Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung nach der Familienphase, einem verbesserten Rentenausgleich für die Familienphase, dem Recht auf flexible Arbeits- und Ausbildungszeiten und bedarfsgerechten Öffnungszeiten in Kindertagesstätten.

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