Das bisschen Haushalt…. butenunbinnen hat sich dem Thema in einer Wochenserie gewidmet. Außerdem im Presse-Pott: Forderungen von Terre des Femmes zu Frauenrechten, der EU zum Gender Pay Gap und vieles mehr…
Deutschland ist unterdurchschnittlich
… was die Rate von Frauen in Führungspositionen angeht. Nicht einmal jede dritte Führungskraft ist in der größten Volkswirtschaft Europas weiblich, während der EU-Durchschnitt bei 35,2 Prozent liegt. Deutschland schafft es gerade mal auf 29,1 Prozent, und das, obwohl ihr Anteil an den Erwerbstätigen mit 46,9 Prozent vergleichsweise hoch ist. Den Spitzenplatz belegt Schweden mit 44,4 Prozent.
Kommt der Gender Pay Gap 2026 weg?
Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit – dieses Ziel verfolgt die Entgelttransparenzrichtlinie der Europäischen Union. Sie soll den Entgeltgleichheitsgrundsatz zwischen Frauen und Männern fördern und muss bis Juni 2026 in nationales deutsches Recht umgesetzt werden. Eine von Bundesfrauenministerin Prien einberufene Expertenkommission hat jetzt ihre Empfehlungen eingereicht: Es muss wirksam sein für die Beschäftigten und aufwandsarm für die Arbeitgeber*innen. Nun das wollen wir doch hoffen…
My Voice My Choice
… ist eine Bewegung von Aktivist*innen und Organisationen, die sich zusammengetan haben, um Europa zu einem besseren Ort für alle zu machen und unter anderem auch reproduktive Rechte einzufordern. Denn 20 Millionen Frauen haben keinen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch. My Voice My Choice hat europaweit 1,2 Millionen Unterschriften für sichere und zugängliche Abtreibungen in Europa gesammelt. Am 5.11.2025 hat der Ausschuss für Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit (FEMM) des Europaparlaments die Forderungen unterstützt. Jetzt liegt es an der EU-Kommission, die Forderungen anzuhören und umzusetzen. Die Anhörung wird am 2. Dezember 2025 stattfinden.
Erbschaftssteuer ist frauenfeindlich
Bekanntlich werden große Vermögen in Deutschland durch Steuererleichterungen begünstigt, so auch bei der Erbschaftssteuer. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion belegt nun, dass die Profiteure nicht nur Reiche, sondern vor allem Männer sind. „Eine gerechtere Erbschaftsteuer ist daher auch eine Frage der Gleichstellung“.
Medizin-Nobelpreisträger gestorben
Der „Entdecker der DNA“ James Watson, der für seine Forschung zusammen mit seinem Kollegen Francis Crick 1962 den Nobelpreis für Medizin erhielt, ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Warum uns das eine genderpolitische Meldung wert ist? Weil es mal wieder ein Beispiel für die mangelnde Würdigung des wissenschaftlichen Beitrags von Frauen ist. Beteiligt an der Darstellung der Doppelhelix der DNA war nämlich auch Rosalind Franklin, die bei der Preisverleihung leer ausging, in Vergessenheit geriet und auch jetzt in den meisten Medien nicht erwähnt wurde…
Terre des Femmes für Sexkaufverbot
TERRE DES FEMMES begrüßt die Aussagen von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die sich klar für ein Sexkaufverbot im Rahmen des Nordischen Modells in Deutschland positionieren. TdF fordert bereits seit 2014 die Einführung des Nordischen Modells in Deutschland, das gleichzeitig sowohl die Sanktionierung von Sexkäufern als auch Ausstiegshilfen für Prostituierte vorsieht, ohne diese zu stigmatisieren. Schweden, Norwegen, Island, Kanada, Frankreich, Irland und Israel haben bereits das Nordische Modell erfolgreich umgesetzt.
Nicht mal eine Staatspräsidentin ist sicher
… vor sexueller Belästigung im öffentlichen Raum. So hat ein Mann Claudia Sheinbaum, Präsidentin von Mexiko, die auf dem Weg zu einer Veranstaltung war, an der Hüfte und den Brüsten berührt und zu küssen versucht. Immerhin: er wurde verhaftet – und die Gesetze zu sexueller Belästigung sollen nun überprüft werden.
Keine Anerkennung der Taliban!
„Unter keinen Umständen!“ schreibt Terre des Femmes, unterstützt von 16 weiteren Organisationen in einem offenen Brief an den Bundeskanzler, den Bundesaußenminister und den Bundesinnenminister. Der Anlass: Die Bundesregierung habe zwei Vertreter der Taliban als diplomatische Akteure akkreditiert und sende damit ein alarmierendes Signal – Anerkennung und Immunität für ein Regime, das Genderapartheid und die völlige Aberkennung aller Menschenwürde für Frauen und Mädchen gut heißt.
Frauenband aus Saudi-Arabien
Saudi-Arabien ist nicht gerade bekannt dafür, ein Vorreiter für Frauenrechte zu sein. So dürfen Frauen erst seit kurzem Auto fahren und brauchen für viele Entscheidungen das Einverständnis eines männlichen Vormunds. Andererseits gibt es die saudische Frauen-Rockband Seera, die zur Zeit in Deutschland zu Gast ist. „Feministin zu sein, das wurde uns in die Wiege gelegt. Als Frau ergibt sich das von selbst. Die Welt wird vielleicht konservativer, aber das entspricht nicht unserer Realität. Bei uns wird alles liberaler“, sagt Gitarristin Haya. Wirklich? Näheres hier.
Wieviel News können wir ertragen?
Im Pinkstinks Newsletter vom 5.11.2025 schreibt Nils Pickert, „Die Algorithmen feuern schneller und schneller Katastrophen in meinen Feed“. Durch eine Vielfalt an Medien sind wir ständig und überall Nachrichten ausgesetzt, weswegen viele Menschen – erdrückt von der zudringlichen und grafischen Informationsflut – sich ganz oder fast ganz von ihnen abwenden. Deswegen schreibt Eliza Anyangwe jetzt im Fuller-Newsletter „Ich bin Nachrichten-Vermeiderin“ und setzt sich mit der Notwendigkeit auseinander, Information begreiflich zu machen, ohne Menschen damit zu erschlagen, dass wir einen Journalismus brauchen, der die Gefühle seines Publikums anerkennen muss, um sie nicht zu entfremden.
Von Boom bis Zett: Tik Tok – mit Kathrin
Unsere neueste Podcastfolge in der Reihe Von Boom bis Zett ist wieder ein Blick hinter den Kulissen bei frauenseiten.bremen. Kathrin und Jana reden über Kathrins Arbeit bei uns und auch darüber, wie es ist, eine Mischung aus Millennial und Gen Z zu sein: Digital Native aber noch mit Erfahrungen und Erinnerungen an die handylose Zeit…
Care ins Grundgesetz?
Die Liga für unbezahlte Arbeit e. V. bittet um Unterschriften für ihre Petition an Bärbel Bas, Dr. Stefanie Hubig und Anke Rehlinger: „Das Grundgesetz schützt vor Diskriminierung wegen Geschlecht, Religion, Behinderung (u.a.). Aber es schützt nicht vor Benachteiligungen wegen Care-Arbeit. Das betrifft über 22 Millionen Menschen in Deutschland: Eltern, Pflegende, Fürsorgende. Deshalb muss Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes ergänzt werden: „Niemand darf wegen seiner familiären* Fürsorgeverantwortung benachteiligt oder bevorzugt werden.“
Bremen News
Der Neue Bremer Betroffenenbeirat Istanbul-Konvention ist im Amt: In keinem anderen Bundesland wurde bisher eine systematische und strukturierte Einbeziehung von Betroffenen in den Umsetzungsprozess der Istanbul-Konvention in Form eines Beirates etabliert: Die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenminister*innen hat die Bundesregierung bereits 2023 aufgefordert, einen Bundes-Betroffenenbeirat analog zum Bremer Modell einzurichten.
Künstlerinnenverband Bremen GEDOK gewinnt Frauenkulturförderpreis 2025: GEDOK war bereits Preisträgerin in der Kategorie Spotlight. Jetzt wurde der Verband vom Publikum zur Gesamtsiegerin gekürt mit dem Projekt „Mind the Mycelium – 40 Tage Festival zu Feminismus und Vernetzung in der Kunst“.
Dem Hass keine Chance! Der Bremer Jugendpreis „Dem Hass keine Chance“ geht wieder los. Unter dem Motto „Und jetzt kommen wir!“ können sich ab sofort alle Schülerinnen und Schüler Bremens und Bremerhavens am Wettbewerb der Landeszentrale für politische Bildung Bremens beteiligen, indem sie kreative Ideen für ein gutes Miteinander entwickeln und damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Rassismus setzen. Einsendeschluss ist der 31. März 2026. Beiträge nimmt die Landeszentrale für politische Bildung, Birkenstraße 20/21, 28195 Bremen entgegen. Hier geht’s zum Flyer und zum Anmeldeformular.
butenunbinnen widmete sich in einer Wochenserie dem Thema „Hausfrau“: wie im Laufe der Geschichte der Begriff sich gewandelt hat, über Tradwives, die Aufteilung von Care-Arbeit bei Hetero-Paaren, eine Berechnung der Kosten für eine Hausfrau, wenn man sie denn bezahlen würde (2361 Euro monatlich!), die Aufteilung und Bezahlung von Erwerbsarbeit – und es gibt auch noch einen Beitrag aus dem Jahr 1966.
Auszeichnung. Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Dr. Claudia Schilling, hat 40 Bremer Unternehmen und Institutionen für ihr besonderes Engagement und eine familienbewusste Personalpolitik ausgezeichnet. Fünf der Betriebe erhielten das Siegel zum ersten Mal, 35 Unternehmen und Institutionen wurden rezertifiziert. „Wir als Land Bremen bleiben mit insgesamt mehr als 100 ausgezeichneten Unternehmen weiterhin ein Vorreiter in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“
Neues Trauerland-Pop-Up im Viertel + monatlicher Treff weiterhin in der Buchenstraße. Bei den Trauertreffs haben Jugendliche die Gelegenheit, andere trauernde Jugendliche kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen. Die Gruppen beginnen und enden gemeinsam. Dazwischen gibt es viel Raum und Zeit zum Erzählen, Zuhören, Fragen stellen und gemeinsam Spaß haben. Dabei können die Betroffenen zwischen inhaltlichen Angeboten wie zum Beispiel dem Entdecken eigener Kraftquellen oder Gruppenaktivitäten wie Kochen, Kickern oder Spiele spielen wählen. Vieles darf, nichts muss. Alle Infos hier: Angebote für trauernde Jugendliche im November
Glenys & Irene



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