Im Pride Month Juni gibt es heute im Presse-Pott wieder Nachrichten aus der Queer Community und weitere genderpolitische Neuigkeiten.
LGBTQ+ USA
Eine Untersuchung des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Gallup hat ergeben, dass in den USA die Zustimmung der Bevölkerung zu queeren Themen und Menschen sinkt. Erfragt wurden zum Beispiel die Meinung zu gleichgeschlechtlichen Ehen, Sexualität, Geschlechtsidentität. Erklären lässt sich die sinkende Zustimmung durch das Zurückfahren von Gleichstellungs- und Diversityprogrammen unter der Trump-Regierung.
LGBTQ+ Pride Report 2026 in Deutschland & der Welt
Jedes Jahr im Juni wird der Pride Month gefeiert und aus diesem Anlass hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos in einer Studie in 26 Ländern die Einstellungen der Menschen zur LGBTQIA+-Community untersucht. Die Hälfte der befragten Länder lagen in Europa und Nord-Amerika; in Afrika wurden nur in Süd-Afrika Daten gesammelt. In vielen afrikanischen Ländern werden die Rechte von LGBTQIA+ eher zurückgerollt (siehe Presse-Pott am 8.6.2026 & 26.5.2026) doch erreicht uns jetzt eine gute Nachricht aus Kenia, wo LGBTQIA+ nun ihr nachträglich geändertes Geschlecht offiziell dokumentieren lassen können.
WM und häusliche Gewalt
Statistische Studien haben herausgefunden, dass die Männer-WM immer einen etwa 22-prozentigen Anstieg an Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt mit sich bringt. In Kanada und UK sind Sonderinformationen auf den Sportkanälen untergebracht. In Deutschland empfehlen wir nach wie vor Das Hilfetelefon 116 016 „Gewalt gegen Frauen“.
Altersdiskriminierung bei Frauen
***Last Minute*** Heute Abend (15.6.2026 um 20:00 Uhr) spricht Silke Burmester, Journalistin, Autorin und eine der profiliertesten Stimmen zum Thema weibliches Altern und gesellschaftliche Sichtbarkeit auf der Pinken Couch über Altersdiskriminierung als gesellschaftliches und strukturelles Problem, das Frauen in besonderer Weise betrifft – in der Arbeitswelt, in den Medien und im Alltag. Ihr könnt mitdiskutieren via Zoom, keine Anmeldung nötig.
Für „Nur Ja heißt Ja“? – Nein…
Auf ihrer Konferenz in Hamburg beschlossen die Justizminister*innen von Bund und Ländern, das Sexualstrafrecht zum Schutz von Frauen zu verschärfen. Sie sprachen sich für eine deutlich längere Verjährungsfrist bei Vergewaltigungen aus. Auch bei pornografischen Deepfakes im Netz sollen Betroffene mehr Rechte bekommen und Plattform-Betreiber stärker in die Pflicht genommen werden. Keine Einigung gab es jedoch bei der „Nur Ja heißt Ja“-Regel, für die sich mehrere Bundesländer und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ausgesprochen hatten. Die unionsgeführten Länder sahen keine Notwendigkeit für diese Verschärfung des bisherigen Prinzips „Nein-heißt-Nein“. Allerdings ist bald eine neue EU-Richtlinie zu erwarten, wonach EU-weit „Nur Ja heißt Ja“ gelten soll. Die müsste Deutschland dann auch umsetzen.
Ein Bluttest reicht
Invasive Pränataluntersuchungen – zum Beispiel am Fruchtwasser oder an den Chorionzotten – könnten jetzt der Vergangenheit angehören, so Dr C. Whelan vom Broad Institute des MIT und von der Harvard University bei der European Society of Human Genetics (ESHG) in Göteborg am 13.6.2026. Die neue Technik – NIFS (non-invasive foetal sequencing ) – kann mithilfe von computergestützter Sequenzierung DNA-Fragmente des Fötus im Blut der Schwangeren finden und jetzt auf Tausende genetisch bedingte Krankheiten untersuchen; Testreihen ergaben eine Trefferquote von über 97 Prozent. Aber was ist bei einem negativen Befund? Vor vier Jahren wurden nicht-invasive Pränataltests (NIPT) Kassenleistung. Damals konnten wesentlich weniger Merkmale erkannt werden, was aber nichts am seelischen Druck auf die werdenden Eltern änderte, die nun lebensverändernde Entscheidungen treffen mussten. Pränataldiagnostik bleibt immer ein ethischer Drahtseilakt.
Feminismus als Schulfach? Ja, bitte!
In einer Schule in Innsbruck gibt es Unterricht in Feminismus. Bereits seit fünf Jahren wird im Reithmanngymnasium Feminismus als Wahlmodul angeboten. Seit heuer [diesem Jahr] gibt es das Fach in einem aufbauenden Zweiermodul. Feminismus wird damit maturabel (das heißt: Abitur-relevant). „Im Schuljahr 2027/28 wird es voraussichtlich auch die erste Schülerin oder den ersten Schüler geben, die*der in Feminismus maturiert“, erklärt die Lehrerin und Mitgründerin des Feminismus-Moduls Anja Duschek dem KURIER. Dazu schreibt Judith Fischer, wie es in anderen europäischen Ländern aussieht und Warum Feminismus auch auf deutsche Lehrpläne gehört.
Frau gegen Frau
Frauen sind ja angeblich die friedliebenden Geschöpfe, die Konflikte nicht mit Gewalt lösen. Dass das nicht immer der Fall ist zeigt der Bericht über einen in Gewalt ausgearteten Streit zweier Kontrahentinnen in Hamburg und den gescheiterten Deeskalationsversuch einer weiteren Frau: „Erst Geschrei, dann schlägt eine Niqab-Trägerin die Frau, die sie beleidigt hat. Versuch der Rekonstruktion eines Konflikts, der zeigt, was schiefläuft.“
Seid Ihr Future Minds?
Du willst die Zukunft vom Reeperbahnfestival und dem zentralen Branchentreffen der Musikwirtschaft mitgestalten? Dann bewirb dich bis 19.07.2026 unter futureminds@reeperbahnfestival.com für den jungen Programmbeirat des Reeperbahn Festival: Future Minds! Gesucht werden Menschen zwischen 18 und 27 Jahren aus allen Bereichen der Musikbranche – ob Live, Recorded Music, Publishing, ob Berufseinsteiger*innen, selbständige Kreative oder Studienabsolvent*innen. Mehr Infos.
My Voice, My Choice
My Voice, My Choice hat nach wie vor keinen Zugriff auf ihr Hauptprofil auf Instagram mit 1,1 Millionen Follower*innen. Sie haben Meta kontaktiert, Einspruch gegen Entscheidungen eingelegt und jeden möglichen Kanal ausprobiert. Sie schreiben: „Dieser Account war unser Hauptkanal für Kommunikation und Community-Aufbau. … Wir haben zwei Ersatzprofile erstellt: 1) @my_voice_my_choice_org, unser Ersatzprofil und 2) @nikakolac, das Profil von Nika Kovač, die die Bewegung anführt. Bitte folgt den Profilen, damit wir in Verbindung bleiben können, und schickt sie an fünf Freund*innen. Nur so können wir zusammenhalten, während wir darum kämpfen, unseren Account zurückzugewinnen!“
Bremen News
Bremen im Bundesrat: Am Freitag, 12. Juni 2026, kam der Bundesrat zu seiner 1066. Sitzung zusammen. Aus Bremer Sicht hervorzuheben war die EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter. Mit der Strategie werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um die Gleichstellung der Geschlechter in allen Lebensbereichen zu verankern, sowohl online als auch offline, von Bildung und Gesundheit bis hin zu Arbeit und Führung. Bremen hatte sich in den Ausschussberatungen für die weitere Implementierung der Istanbul-Konvention sowie die Umsetzung der EU-Gewaltschutzrichtlinie im Verbund mit der konsequenten Anwendung des „Gesetzes über digitale Dienste“ zu einer Verbesserung der Schutzsituation von Frauen und Kindern insbesondere im digitalen Raum eingesetzt. Bürgermeister Bovenschulte hatte hierzu eine Rede angekündigt.
Bremen auf der Gesundheitsminister*innenkonferenz: Bremen forderte eine stärkere Berücksichtigung der Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen in Prävention, Forschung und Behandlung und setzte sich für eine spürbar bessere Versorgung von Menschen mit Long Covid und ME/CFS ein. Der Bund wird aufgefordert zu prüfen, wie ambulante und aufsuchende Versorgungsangebote für schwerstbetroffene Patient*innen aufgebaut und nachhaltig finanziert werden können.
Bremen auf der Justizminister*innenkonferenz: Bremen stimmte dem Antrag zu, mit dem die bessere Durchsetzung von Persönlichkeitsrechten im Netz gefordert wird. Plattformbetreiber müssten stärker in die Pflicht genommen werden und ihre Haftung ausgebaut werden. Denn bislang gehen sie viel zu wenig zum Beispiel gegen sexualisierte Deepfakes vor, die rechtswidrig erstellt wurden.
Bundesverdienstkreuz am Bande für Prof. Dr. Wiebke Ahrndt. Die Direktorin des Übersee-Museums Bremen, Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, ist für ihre besonderen Verdienste um die Aufarbeitung kolonialer Geschichte sowie ihren langjährigen Einsatz für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
Nirgendwo sind weniger Mütter erwerbstätig als in Bremen. Die Arbeitnehmerkammer Bremen hat eine neue Analyse zur Vereinbarkeit von Kindern und Beruf präsentiert. Danach ist im Land Bremen ist nur jede zweite Mutter mit einem Kind zwischen drei und sechs Jahren auch berufstätig. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sind drei von vier Müttern mit mindestens einem Kind in der Kita berufstätig, in Bayern und Sachsen sogar vier von fünf. Bremen holte im Länder- und Stadtstaatenvergleich zwar leicht auf, liegt aber weiterhin deutlich zurück. 60 Prozent der Bremer Mütter sind finanziell abhängig, in der Regel von ihren Partnern oder von Sozialleistungen. „Betreuungsverpflichtungen sind ein wesentlicher Grund, warum Frauen keine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Damit sich das ändert, brauchen wir eine ausreichende Kinderbetreuung – besonders hier in Bremen“, sagt Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer.
Einfluss nehmen auf MINT-Angebote? Mädchen und junge Frauen werden gesucht: Die Veranstalterinnen möchten Euch auf den Schülerinnenbeirat des Verbundprojekts MINTsteps aufmerksam machen und freuen sich sehr, interessierte Mädchen und junge Frauen am 7.7.2026 von 14.00 bis 16:00 Uhr einzuladen. Der Schülerinnenbeirat richtet sich an Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 18 Jahren aus Bremen und Bremerhaven. Ziel ist es, gemeinsam Ideen, Wünsche und Perspektiven zu sammeln und MINT-Angebote (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) für Schülerinnen aktiv mitzugestalten.
STRÖMUNG: Open Call ausgewertet – 13 Künstlerinnen* Wissenschaftlerinnen* und Journalistinnen* werden ihre Arbeiten im Rahmen des GB Opens im Güterbahnhof Bremen sowie während der Maritimen Woche Bremen 2026 präsentieren. Das Bremer Künstlerinnenkollektiv D.O.C.H. gibt jetzt die Teilnehmerinnen* des Projekts STRÖMUNG bekannt: Sie werden nach erfolgreicher Auswertung des Open Calls im Rahmen des Projekts zusammenarbeiten und sich interdisziplinär über weibliche Perspektiven auf dem Wasser auszutauschen. Teilnehmende sind: Julia Blawert · Silvia Nwadiuto Chike · Aline Plötz · Donghee Nam · Christine Pavlic · Maja Mick · Charlotta Hench · Vanadis Melcher · Katharina Dacrés · Julia Dambuk · Karin Demuth · Carolin Klapp · Lucia Mendel.
Zu Guter Letzt
Klein aber fein. Pride auf der Insel Orkney. 💜🏳️🌈🏳️🌈💜
Glenys & Irene



Schreibe einen Kommentar