Neues aus der genderpolitischen Szene: Im heutigen Presse-Pott geht’s mal wieder ums Gendern…, aber nicht nur…
„Ein fatales Zeichen für die Demokratie“
… erklärt die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen zum erzwungenen Rückzug von Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf von ihrer Kandidatur für das Bundesverfassungsgericht. Die BAG fordert deutliche Konsequenzen zum Schutz von Kandidat*innen, eine klare Distanzierung von antifeministischen Kampagnen, die darauf abzielen, Frauen* aus politischen Entscheidungsprozessen und öffentlichen Ämtern zu verdrängen sowie ein klares politisches Bekenntnis der Bundesregierung zur Integrität parlamentarischer Verfahren und zur Wahrung des Gleichstellungsauftrags, der im Grundgesetz festgeschrieben ist.
Solidarität zeigen!
Und noch einmal zum Thema Rückzug von Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf: Die Petitionsplattform von Campact WeAct hat eine weitere Aktion gestartet, um ihr Solidarität zu zeigen und ruft dazu auf: „Zeig jetzt Deine Solidarität mit Frauke Brosius-Gersdorf! Schick ihr eine persönliche Botschaft der Unterstützung als Dank für ihre Integrität, ihren Mut und dafür, dass sie inmitten einer beispiellosen Hetzkampagne Haltung gezeigt hat. Sie hat sich nicht gebeugt, sondern das Bundesverfassungsgericht vor parteipolitischem Schaden bewahrt – ein klares Zeichen für die Unabhängigkeit der Justiz.“ Alle Nachrichten werden über diesen Link gesammelt, gebündelt und dann gesammelt an Frauke Brosius-Gersdorf übergeben. Hier geht’s zum Link.
Weimers Alleingang
Nach dem Verbot des Genderns von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in seiner eigenen Behörde – und die Aufforderung an die weiteren Bundesbehörden, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und alle öffentlich geförderten Institutionen, das Gleiche zu tun – folgt jetzt scharfe Kritik, besonders vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV). Eine Abfrage der Berliner Tageszeitung Tagesspiegel bei den übrigen 15 Bundesministerien ergab, dass kein anderes Ministerium der schwarz-roten Koalition ein explizites Gender-Verbot ausgesprochen hat oder plant.
Undercover gegen Belästigung
Ein Pilotprojekt in England lässt aufhorchen: Getarnt als „normale“ Joggerinnen gingen zivile Polizistinnen in Sport-Outfits einen Monat lang in Gebieten, die als Belästigungs-Hotspots gelten, auf Tour. Es gab 18 Festnahmen.
Kampf gegen Femizide: „Der Wille fehlt“
… sagt die Politikwissenschaftler*in Katharina Klappheck im Interview und erklärt, was in Spanien besser läuft. In Deutschland herrsche politische Ignoranz, zum Beispiel gegenüber digitalisierter Gewalt: „Mein Bankkonto ist besser geschützt als meine sexuelle Freiheit im Internet.“ Sie fordert mehr Prävention und eine stärkere Strafverfolgung.
Gewaltopfer: Die KI soll’s richten
Ein Hamburger Startup möchte die Lücken bei Hilfsangeboten für Opfer häuslicher Gewalt stopfen und setzt dabei auf KI und einen Chatbot namens „Maja“. Bei Expert*innen stößt das Projekt allerdings auf Skepsis. Näheres hier.
Wenn eine die Menstruation auf dem Festival überrascht…
Die meisten von uns kennen das: in Toilettenanlagen werden Menstruierende oft nicht mitgedacht. Ganz besonders nicht auf Festivals, wenn auch nicht nur dort: mal wieder keine Mülleimer in den Kabinen, kein Papier, keine „Hygieneprodukte“… Aber manchmal gibt es auch positive Entwicklungen, so zum Beispiel Red Tents. Näheres hier.
Essstörungen nehmen zu
Verdoppelt hat sich die Zahl der wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelten Mädchen in den letzten 20 Jahren. Und sie werden immer jünger. Inzwischen betrifft es vor allem zehn- bis 17-Jährige. Zwar sind auch Männer betroffen, aber der Anteil der Frauen stieg auf 93,3 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen Magersucht oder Bulimie. Der Anstieg wird auch auf die Nutzung von Social Media und das dort verbreitete verzerrte Körperbild zurückgeführt. Hier berichtet eine Betroffene und fordert: Body Neutrality statt Body Positivity!
Mittel gegen Brustkrebs wird nicht erforscht…
…weil es als Abtreibungsmedikament bekannt ist. Mifepristone wird als erstes von zwei medizinischen Mitteln genommen, um eine Schwangerschaftsunterbrechung herbeizuführen. Obwohl Mifepristone sich in früheren Studien als wachstumshemmend bei manchen Brustkrebsarten gezeigt hat, wollen Pharmafirmen – wegen des „Abtreibungsstigmas “ – keine weitergehende Forschung in Auftrag geben. (Diese Daten entstammen dem seit Juni 2025 neu erscheinenden Journal The Lancet Obstetrics, Gynaecology and Women’s Health.)
Das Reeperbahn-Festival ist anders
Die deutschen Festivals sind fest in Männerhand. 84 zu 5 war das Verhältnis zum Beispiel beim Hurricane-Festival dieses Jahr: 84 männliche Bands – fünf weibliche. Immerhin waren bei elf Bands noch Frauen vertreten. Das Reeperbahn-Festival aber setzt sich für mehr Sichtbarkeit von FLINTA*-Künstler*innen ein. Sie sollen im September (17.-20.9.2025) mehr als die Hälfte der Auftretenden ausmachen.
Bitte unterschreiben…
… Die Zeit ist reif dafür, FGM in Sierra Leone zu verbieten. Das höchste Gericht West-Afrikas hat gerade das Urteil gefällt, dass FGM als eine Form von Folter an zu sehen sei – und Sierra Leone dazu verpflichtet, es per Gesetz zu unterbinden. Der Präsident Sierra Leones, Julius Maada Bio steht dem positiv gegenüber: trotz Gegenwehr im Parlament könnte er das Verbot durchsetzen. Bitte unterschreibt mit am offenen Brief an ihn und sein Kabinett: Avaaz – Sierra Leone: Ban FGM Now
Schwangerschaftsabbruch: Elsa-Studie endlich veröffentlicht
Die Studie lag bereits seit Dezember 2024 vor und wurde nun endlich veröffentlicht. Erstmals wurden die Lebenslagen und die Versorgung ungewollt Schwangerer umfassend untersucht. Und es zeigte sich: obwohl fast alle mit ihrer Entscheidung pro oder kontra Abbruch im Reinen waren, wirkt sich die Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen negativ aus, vor allem wegen des schwierigen Zugangs zu mediznischer Versorgung. Die Autor*innen sprechen sich für eine Entkriminalisierung aus sowie für die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse und gegen eine verpflichtende Beratung. Übrigens steht der Zugang zu medizinisch sicherer und wohnortnaher Versorgung für ungewollt Schwangere im Koalitionsvertrag…
Chefarzt klagt gegen Abtreibungsverbot in seiner Klinik
Prof. Dr. Joachim Volz, Chefarzt des christlichen Klinikum Lippstadt hatte gegen eine Dienstanweisung geklagt, die ihm nach der Fusion mit einem katholischen Krankenhaus untersagt, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Doch die Klage des Gynäkologen wurde am Freitag in erster Instanz abgewiesen. Für Prof. Volz ist das erst der Anfang – er will in Berufung gehen. Währenddessen wurde seine Petition gegen das Abtreibungsverbot bereits von mehr als 250.000 Menschen unterzeichnet.
Ehrlich gesagt
„Frankly“ – so heißt die soeben erschienene Autobiografie der ehemaligen First Minister of Scotland, Nicola Sturgeon. Im Interview (ab Min. 34) sagt sie: „Ich dachte, Frauen in politischen Machtpositionen – wie Angela Merkel oder Hilary Clinton – müssen schon mal darüber geschrieben haben, wie es ist, als Amtsinhaberin die Menopause durchzumachen. Aber ich fand nichts; also habe ich selber darüber geschrieben“. Und noch viel mehr.
Bremen News
Wann kommt die Fußfessel? Beschlossen ist sie eigentlich längst, die elektronische Fußfessel für potenzielle Gewalttäter in Bremen. Aber die Einführung lässt auf sich warten. Näheres hier.
Immer mehr Frauen im Land Bremen sind sozialversichert tätig. Laut einer Analyse der Arbeitnehmerkammer sind immer mehr Bremerinnen mit regulärem Arbeitsvertrag beschäftigt, sind immer häufiger gut ausgebildet, viele als Akademikerinnen oder Meisterinnen. Trotzdem verdienen die meisten immer noch weniger als Männer, weniger als die Hälfte von ihnen arbeitet in Vollzeit und ein Drittel der erwerbsfähigen Frauen ist ganz ohne Job.
Die Werder-Trainerin. Seit Juli ist Friederike „Fritzy“ Kromp die neue Cheftrainerin der Werder-Frauen. Dass es Frauen in der männerdominierten Welt des deutschen Fußballs nicht leicht gemacht wird und wie sie sich hochgearbeitet hat bis zur höchsten Trainerlizenz der UEFA, erzählte sie dem Regionalmagazin butenunbinnen. „Ich dachte, ich kann mich einfach bewerben, aber dem war nicht so. Angenommen zu werden ist wie ein Ritterschlag. Einige Männer hatten aber etwas dagegen, dass da Frauen auch rein drängen.“
CSD Bremen. Am 23.8.2025 ist CSD in Bremen unter dem Motto „Pride must go on! Gemeinsam. Laut. Für Alle.“ Los geht es mit der Demo um 12 Uhr am Altenwall/Kunsthalle in Bremen. Schon ab dem 21.8.2025 finden viele weitere 🏳️🌈 Pride Themed Events 🏳️⚧️ statt, die meisten davon in unserem Terminkalender.
Glenys & Irene



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