Viel Bremisches gibt’s heute im Presse-Pott mit den genderpolitischen Nachrichten der Woche…
Sexualisierte Gewalt und KI
Mit Elon Musks Chatbot Grok kann mann auf X Bilder von realen Personen ohne deren Wissen oder Einverständnis erstellen. Viele Nutzer kreieren damit sexualisierte Bilder von Frauen und Kindern: Vergewaltigungsdarstellungen, Entführungen, Tötungsfantasien. Die deutsche Justizministerkonferenz lehnte es noch im November 2025 mehrheitlich ab, heimliche voyeuristische Aufnahmen bekleideter Körperpartien unter Strafe zu stellen. Die KI eröffnet da noch viel schlimmere Möglichkeiten. Nachdem in der letzten Woche die Kritik an der Grok-Funktion viral ging und mehrere Länder den Grok-Zugang sperrten, fordert nun Justizministerin Hubig härtere Strafen für sexualisierte KI-Bilder. Inzwischen hat auch die Firma xAI reagiert und Beschränkungen eingeführt.
„Nicht nur ackern, auch entscheiden!“
Unter diesem Motto hat sich anlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 ein breites Bündnis von Verbänden aus Landwirtschaft und Ländlichem Raum zusammengeschlossen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Das Bündnis fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in ihrer ganzen Vielfalt in allen Bereichen der Landwirtschaft. Die Erklärung findet ihr hier.
Spitzensportlerin und Mutter
Mütter im Spitzensport findet man noch recht selten. Kein Wunder, denn es fehlen dafür weitgehend die nötigen Strukturen: bezahlter Mutterschaftsurlaub, bezahlte Freistellungen und angepasste Wohnregelungen für Spielerinnen mit Kindern, wie es bereits bei der WNBA seit 2020 durch Tarifvertrag geregelt ist. Auch die Rückkehr in den Sport nach der Geburt des Kindes ist zum Beispiel im deutschen Profibasketball mit Hürden belegt: „Du hast auch keine Halle, keinen Trainer, kein Fitnessstudio. Wie willst du es dann schaffen, nach der Schwangerschaft zurückzukommen?“ so Romy Bär, die zu den wenigen Müttern in der Damen-Basketball-Bundesliga zählt.
Gedenkstätte für Hatun Sürücü
Vor 21 Jahren wurde Hatun Sürücü in Berlin von ihrem eigenen Bruder erschossen, weil sie entgegen den Wünschen ihrer Familie selbstbestimmt leben wollte. Damals sagten viele noch „Ehrenmord“, heute sagen wir, was es wirklich ist: Femizid. Der Vertrag für ihr Grab auf dem Landschaftsfriedhof Gatow ist 2025 ausgelaufen. Aber nun soll es als „Ort des Erinnerns und der Mahnung“ zur Gedenkstätte werden.
Louisiana verlangt die Auslieferung…
… von Ärzt*innen, die Mifepriston-Tabletten an Frauen in Louisiana schicken. Die Generalstaatsanwältin von Louisiana, Republikanerin Liz Murril verlangte jetzt die Auslieferung von Ärzt*innen aus New York und Kalifornien, weil sie Abtreibungstabletten verschrieben und nach Louisiana verschickt hätten, wo Abtreibungen nahezu vollständig verboten sind. New York und Kalifornien sagten Nein.
Bremen News
Am 14.2.2026 wird wieder auf dem Bremer Marktplatz getanzt – im Rahmen einer weltweiten Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Dieses Jahr bieten One Billion Rising und die Volkshochschule Bremen ab dem 26.1.2026 Empowerment-Kurse im Vorlauf. Alle Kurse bei uns unter Termine.
Something for everyone this week: Am 21.1.2026 stellen sich Bremens Business & Professional Women für Interessierte vor; am 23.1.2026 tritt die queer-feministische Rapperin Bush.Ida auf in der Lila Eule – und am 24.1.2026 liest Miku Sophie Kühmel aus „Hannah“ im Rahmen der 50. Literarischen Woche Bremen – über das Leben der Hannah Höch.
Was erwartet mich bei der Frauenärztin? – Informationen für Frauen mit Lernschwierigkeiten: viele Frauen mit Lernschwierigkeiten scheuen gynäkologische Untersuchungen, deshalb bietet jetzt die ZGF gemeinsam mit der Sexualpädagogin Kadidja Rohmann eine Broschüre in Leichter Sprache sowie Informationsgespräche in Einrichtungen und Werkstätten für behinderte Menschen an. Der erste Termin findet am 14. Januar in der vom Martinshof betriebenen Werkstatt Martinsheide in Bremen Nord statt. Fünf weitere Veranstaltungen sind bereits für die kommenden Wochen geplant.
Bremen lobt Preis für ausgezeichnete Hochschullehre aus. Der Bremer Landeslehrpreis wird für herausragende und innovative Leistungen in Strukturentwicklung, Lehre und Prüfung sowie Beratung und Betreuung von Studierenden an einer bremischen Hochschule verliehen. Er wird in zwei Kategorien verliehen. In der ersten Kategorie „Curriculare Innovationen und Team-Teaching“ werden Arbeitsgruppen beziehungsweise Organisationseinheiten ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Die zweite Kategorie richtet sich an Einzelpersonen in der Lehre. Der Gewinner oder die Gewinnerin kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro freuen. Interessierte können sich ab sofort bewerben. Näheres hier.
Der Bremer Verfassungsschutz warnt vor einer neuen Islamistengruppe, die von Bremen aus eine frauenverachtende, homophobe und antisemitische Ideologie verbreitet. Unter anderem empfiehlt sie die Prügelstrafe für Ehefrauen und beschreibt genau, wie sie angewendet werden soll.
Vor 50 Jahren. In der Wochenserie von butenunbinnen geht es um die Welt von 1976. Wie sehr zum Beispiel die Berichterstattung über Frauen in den Medien von Sexismus geprägt war und wie junge Moderatorinnen das heute bewerten. Und wie über Schwangerschaftsabbruch berichtet wurde. Zum Schluss ein Interview mit der Landesfrauenbeauftragten Bettina Wilhelm.
Glenys & Irene



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