Ein prall gefüllter Presse-Pott mit den genderpolitischen Nachrichten der letzten Woche…
Digitaler Voyeurismus soll strafbar werden
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will eine gesetzliche Schutzlücke schließen und Spanner-Fotos aus öffentlichen Saunen unter Strafe stellen. Eine Petition, initiiert von zwei Frauen aus Leipzig, hatte das gefordert. Warum das bisher nicht strafbar und ein neues Gesetz erforderlich ist, dazu Näheres hier. Und hier die Petition: Heimliche Nackt-Aufnahmen strafbar machen – Schutz vor Sauna-Voyeuren, JETZT!
Was wirklich geschah
Letzte Woche berichteten wir über ein Foto, mit dem Nekima Levy Armstrong durch eine mit KI generierte Fälschung vom Weißen Haus bloßgestellt worden war. Die afroamerikanische Bürgerrechtsanwältin und Pfarrerin war im Zuge der Proteste gegen das brutale Vorgehen der ICE-Behörde verhaftet worden. Hier berichtet sie im Interview, was wirklich vorgefallen ist.
Vorsätzliche Tötung oder Notwehr?
Das einzige Land des Europarats, das bisher aus der Istanbul-Konvention wieder ausgetreten ist, weil sie mit familiären Werten nicht vereinbar sei, ist ausgerechnet die Türkei. Gewalt gegen Frauen wird dort häufig nicht angemessen verfolgt., wie der Fall von Serap Avcı zeigt. Sie wehrte sich mit einem Messer gegen die Angriffe ihres gewalttätigen Ehemanns, der später an seinen Verletzungen starb. Sie wurde daraufhin wegen vorsätzlicher Tötung verhaftet und angeklagt. Das Urteil lautete nicht etwa Freispruch wegen Notwehr, sondern sie blieb lediglich straffrei. Immerhin.
Wie wirksam ist das Bundesgleichstellungsgesetz?
Die Wirksamkeit des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGleiG) wurde im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend evaluiert. Der Ergebnisbericht kam zum Schluss, dass der Frauenanteil in den Führungspositionen in allen Verwaltungsbereichen seit 2019 deutlich angestiegen sei – aber mit deutlichen Unterschieden. Ministerin Prien erklärte, die Empfehlungen des Berichts aufgreifen zu wollen.
CDU will Recht auf Teilzeit einschränken
Mit einem Angriff auf Arbeitnehmer*innenrechte hat sich der CDU-Wirtschaftsflügel hervorgetan und vorgeschlagen, das Recht auf „Lifestyle“-Teilzeit einzuschränken. Das sei ein Beitrag zur Behebung des dramatischen Fachkräftemangels. Es hagelt Kritik, auch weil das Ansinnen sogar einen gegenteiligen Effekt haben würde. „Dieser Vorschlag führt gleichstellungspolitisch zurück in die Steinzeit und ist auch arbeitsmarktpolitisch völlig am Ziel vorbei“, so Anja Piel, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Autorin Teresa Bücker fordert im Interview ein neues Verständnis von Vollzeit.
Weibliches Engagement braucht geschützte Räume – gerade auf dem Land
Dieses Thema stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung auf dem 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Die Podiumsteilnehmerinnen betonten zugleich die gesellschaftliche Verantwortung, Räume aktiv als Willkommensorte für Frauen zu gestalten, Vernetzung gezielt zu fördern und geschlechtersensible Bildung bereits im frühen Kindesalter zu verankern. Mehr dazu hier.
Eine Schule für indigene Mädchen
In Guatemala ist die Alphabetisierungsrate insbesondere unter den indigenen Frauen sehr niedrig. In der Maia Impact School arbeiten die Lehrerinnen erfolgreich dagegen an. Näheres hier.
Die Erste
Erstmals zugelassen als Bischöfinnen der Church of England wurden Frauen im Jahr 2015 und Sarah Mullally wurde die erste Bischöfin von Exeter. Jetzt rückte sie als Bischöfin von Canterbury als erste Frau an die Spitze der Church of England.
Und noch eine Erste
Birgit Palzkill sammelte Medaillen als Kugelstoßerin und Basketballerin. Prägend für die Frauenbewegung wurde sie vor allem mit ihren Studien zu sexualisierter Gerwalt im Sport. Heute lebt sie nichtbinär und ist seit 2017 Unabhängige Beauftrage zum Schutz vor sexualisierter Gewalt des Landessportbunds NRW.
„Eine der bedeutendsten Politikerinnen“
… ist tot: so würdigte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die CDU-Politikerin und frühere Bundestagspräsidentin Rita Süsmuth. 1986 wurde sie die erste Bundesfrauenministerin und galt als „modernes Gesicht der CDU“. So votierte sie zum Beispiel 1992 für eine Reform des § 218. Sie wurde parteiübergreifend von vielen, gerade auch von Feminist*innen, die der CDU kritisch gegenüberstanden, geschätzt, während ihre eigene Partei oft mit ihr haderte. Hier ein Porträt.
Nach der Kampagne
… gegen sie ist wieder mehr Ruhe eingekehrt im Leben von Frauke Brosius-Gersdorf. Sie sollte 2025 zur Bundesverfassungsrichterin gewählt werden. Aber nach einer von rechten Kreisen gezielt orchestrierten Kampagne gegen sie, gespickt mit Unwahrheiten und stark frauenfeindlicher Komponente, trat sie von ihrer Kandidatur zurück. Jetzt spricht sie im Interview noch einmal über ihre Erfahrungen. „Ich finde es wichtig, dass das, was ich erlebt habe, mich und andere nicht mundtot macht, gerade als Frau nicht. Als ich ins Fernsehen gegangen bin, war das auch für alle Frauen im Land. Ich wollte keine sein, die wochenlang mit dem Rücken an der Wand steht und sich mit Mist beschmeißen lässt. Ich wünsche mir, dass sich junge Frauen nicht entmutigen lassen von dem, was mir passiert ist. Das darf nicht wieder passieren.“
Geburtsklinik bombardiert
Nach einer „Aussetzung von Angriffen auf die Energiestruktur“ nimmt Putin wieder Geburtskliniken und ÖPNV ins Visier. Das Entbindungskrankenhaus in Saporischschja ist jetzt stark beschädigt und es gibt Verletzte.
Rudert die Bischofskonferenz zurück?
Der Vorsitzende der DBK Dr. Georg Bätzing sieht sich zum Verzicht einer zweiten Amtszeit gezwungen. Dies wird als herber Rückschlag gesehen für die mühsam begonnene Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, für alle anstehenden Reformen in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland und besonders für die so dringend notwendigen Reformen, die im Synodalen (gemeinschaftlichen) Weg beschlossen wurden. In einem Pressegespräch am 17.1.2026 betonten Reformkräfte – Betroffeneninitiativen sexualisierter und geistlicher Gewalt, katholische Verbände und kirchliche Reformgruppen – dass sie für die große Mehrheit der Katholik*innen in Deutschland sprechen: 96 Prozent halten tiefgreifende Reformen in der römisch-katholischen Kirche für dringend notwendig.
Aktionsplan “Queer leben” zurückholen!
Die Bundesregierung hat laut Familienministerium den nationalen Aktionsplan „Queer leben“ zum Ende der letzten Legislaturperiode eingestellt. Die Ampel-Regierung hatte diesen ins Leben gerufen, um die zunehmende Queerfeindlichkeit zu bekämpfen. Es war das einzige bundesweite Förderprojekt für queere Projekte – wenn auch spärlich finanziert. Jetzt lassen Union und SPD das Maßnahmenpaket auslaufen. Die Petition: Aktionsplan „Queer leben“ zurückholen könnt ihr hier unterzeichnen.
Aufruf zur Büchertischaktion..
… zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6.2.2026. TERRE DES FEMMES initiiert jährlich zum 6. Februar eine deutschlandweite Büchertischaktion zum Thema FGM (Female Genital Mutilation). Die Büchertischaktion in Buchhandlungen, Büchereien und weiteren Institutionen findet dieses Jahr in der ersten Februarhälfte 2026 statt. Ihr seid herzlich eingeladen, euch an der Aktion zu beteiligen! So geht’s: Mehr Information.
Alleinerziehende Mütter gesucht!
Die Produktionsfirma Other People pictures will eine Doku über alleinerziehende Mütter produzieren. Dafür suchen ihre Mitarbeiter*innen noch Protagonist*innen. Auch welche, deren Kinder schon groß sind. Wer von Euch was zu erzählen hat und das auch vor der Kamera tun möchte, wendet sich bitte an: Hauke Wendler, Mailadresse: Wendler@oppics.de
Bremen News
„Braunes Erbe“: Neue Reihe der Böll-Stiftung mit dem Theater Bremen: In vielen Familien finden sich bis heute Dinge, die früher jüdischen Menschen gehört haben und die nach ihrer Vertreibung oder Ermordung durch die Nazis bei öffentlichen Versteigerungen billig unter die deutsche Bevölkerung gebracht wurden. In Vorträgen, Lesungen, Workshops und Stadtführungen wird nach den Lehren aus dem Erbe des Nationalsozialismus gefragt. Wer profitierte vom Unrechtssystem der NS-Diktatur – und wer profitiert noch heute?
Ausstellungseröffnung zum Black Story Month in Bremen: Zum Auftakt eröffnete die Kwanzaa-Buchhandlung die Ausstellung „Fasia“ von Ina Wudtke über die Aktivistin Fasia Jansen. Hier das Monats-Programm.
Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben und Entgeltgleichheit So heißt die Bremer Landesstrategie, die kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Bremen und Bremerhaven dabei unterstützt, Vielfalt im Betrieb systematisch zu stärken und vor allem zukunftsfähige Arbeitswelten zu gestalten sowie Fachkräfte zu gewinnen. Senatorin Vogt startete gerade den zweiten Projektabschnitt der Fördermaßnahme „Diversity in KMU„. Die Fördermaßnahme ist mit EU- und Landesmitteln ausgestattet. KMU können bis zu 50 Prozent ihrer förderfähigen Projektkosten, maximal 150.000 Euro pro Unternehmen, erhalten.
Zu Guter Letzt
Bekloppt? Verrückte Hobbies gibt es ja zuhauf – und vor allem Männern wird nachgesagt, solchen zu frönen. Die Lilienthalerin Merle Lorenzen ist Rettungssanitäterin. In ihrem Vorgarten baut sie einen ausrangierten Rettungshubschrauber zusammen. Auf die Frage, warum sie das macht, sagt sie selbst: „Weil man bekloppt ist.“
Glenys & Irene


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