Unser heutiger Presse-Pott ist randvoll mit Bremischem: mit Preisen, Veranstaltungen, MINT für Mädchen – und einem Millionen-Preis für eine MINT-Forscherin.
Die Erste
Sie war die erste Rabbinerin der Welt: die in Auschwitz ermordete Regina Jonas. Schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts kämpfte für die Gleichberechtigung von Frau und Mann, auch im Judentum. Zunächst durfte sie nur an jüdischen Religionsschulen unterrichten, aber 1935 erklärte sich der liberale Rabbinerverband endlich bereit, sie als Rabbinerin zu ordinieren, so dass sie auch in der Synagoge – allerdings ohne feste Anstellung – predigen durfte. 1944 wurde sie im Vernichtungslager Ausschwitz ermordet. Nun soll eine Straße in Berlin-Kreuzberg nach ihr benannt werden.
Preisträgerin
Die Körber Stiftung zeichnet jedes Jahr herausragende und in Europa tätige einzelne Spitzenforscher*innen für wissenschaftliche Durchbrüche aus. Dieses Jahr geht der Preis an die deutsche Physikerin und Informatikerin Stephanie Wehner. Die mit einer Million Euro dotierte Auszeichnung würdigt ihre wegweisende Arbeit zum Quanteninternet – einem ultraschnellen und extrem sicheren Computernetzwerk, das ganz neue Anwendungen und Rechenleistungen ermöglicht. Künftig könnten damit Daten abhörsicher übertragen werden und Anwender in Rekordzeit vernetzt gemeinsam Probleme lösen.
Donum Vitae soll mehr Geld kriegen
Donum Vitae ist eine katholische Beratungsstelle für Fragen zu Sexualität, Schwangerschaft und Familienplanung. Ungewollt Schwangere müssen sich bekanntlich vor einem gewünschten Abbruch zwangsberaten lassen. Das Ziel von Donum Vitae ist dabei erklärtermaßen, „ergebnisoffen, aber für ein Leben mit Kind“ zu beraten – was ja wohl nichts anderes heißt, als die ungewollt Schwangere von ihrem Entschluss möglichst abzubringen. Ausgerechnet dieser Verein soll nun als einziger mit 700.000 Euro zusätzlich bedacht werden, während säkulare Beratungsstellen keine zusätzliche Finanzierung erhalten – offenbar auf Wunsch der CDU/CSU.
Frauenforschung statt Raumschiff zum Mars
Milliardär Elon Musk will zum Mars, aber Milliardärin Melinda French Gates und ihre Firma Pivotal Ventures, zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Wellcome Leap, werden 100 Millionen Dollar für Frauengesundheitsforschung zur Verfügung stellen. Die Programme werden ab 2026 laufen. Gates gründete Pivotal Ventures, um die Macht und den Einfluss von Frauen zu stärken: Dies sei kein separates Einzelproblem, meinte sie, sondern die Basis für jedweden Fortschritt in der Welt. Jetzt sagte sie dazu: „Es gibt keinen Weg zu Macht und Einfluss für Frauen, wenn sie bei der grundlegendsten Gesundheitsversorgung schon auf verlorenem Posten stehen.“ Jacinda Ardern erklärte sich schon solidarisch mit dem Pivotal Kollektiv und versprach, sich mit dem Matariki Fund for Women mit 4 Millionen Dollar an Pivotal Ventures zu beteiligen.
Menstrualität statt Menstruation
Die Soziologin Sophie Bauer forscht zur (Geschichte der) Menstruation. Warum sie lieber von Menstrualität spricht, erklärt sie im Interview: „Unser Gesundheitssystem, unsere Arbeitsbedingungen und unsere Körperbilder sind patriarchal geprägt, dahinter steht ein enormes Leistungs- und Kontrolldenken. Diese Faktoren tragen nicht zu einem gesundheitsfördernden und selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper bei.“
Bremen News
Kampagne gegen sexualisierte Gewalt im Sport. Studierende der Hochschule Bremerhaven haben unter dem Titel „Watch Act Protect“ eine Kampagne entwickelt, um für sexualisierte Gewalt im Sport zu sensibilisieren. Sie entwickelten Plakate, Aufkleber und Poster, die an Bremer Sportstätten angebracht wurden. Damit machen sie auch auf scheinbar harmlos wirkende Bemerkungen aufmerksam. Über einen QR-Code werden Betroffene auch an Beratungsstellen weitergeleitet.
Interfraktionelle Mehrheit für Mutterschutz für Selbstständige: Morgen, am 23.9.2025, werden unter anderem Pläne zur Umsetzung des Beschlusses „Nachteile im Mutterschutz für selbstständige Unternehmerinnen, Handwerkerinnen und Gründerinnen abbauen“ diskutiert. Die Deputation für Arbeit tagt um 14:00 Uhr in der Bremischen Bürgerschaft; Ihre Forderungen kann man hier nachlesen. Dieser Teil der Diskussion ist öffentlich.
Drei Einladungen für Mint-interessierte Mädchen:
1) Achtung – Schülerinnen von 12–18 Jahren, die Lust haben, Technik und Kreativität zu verbinden: Mach mit beim Schülerinnenbeirat von MINTsteps! – Hast du Lust, Technik und Kreativität auszuprobieren? Im FabLab Bremen kannst du eigene Ideen mit spannenden Tools umsetzen – von 3D-Druck bis VR-Welten! Außerdem erfährst du, wie du im Schülerinnenbeirat mitbestimmen kannst, welche MINT-Angebote (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) es für Mädchen in Bremen und Bremerhaven geben soll. Termin am: Samstag, 27.09.2025, 11:00 – 15:00 Uhr im FabLab Bremen, An der Weide 50a (direkt am Hauptbahnhof). Es gibt: Maker-Aktionen (z. B. Code-Bug programmieren, 3D-Druck oder VR-Design) und kleine Mitmachstationen – Mitreden im Schülerinnenbeirat – Pizza & Getränke – kostenlos! – Bitte bring dein (Schul-)iPad mit! – Anmeldung: mintsteps@uni-bremen.de
2) Offener MINT-Mädchentreff. Es ist zwar noch etwas hin, also genug Zeit zum Weitersagen: Am 11.10.2025 findet in der Hochschule Bremen der Open-GIRLspace statt. Zur Premiere wird ein Erfinderinnen-Quiz veranstaltet – natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen! Es gibt Spiele, Mini-Experimente und Mitmachstationen. Du kannst in Büchern über berühmte Forscherinnen schmökern. Im meetMINT-Café kannst du dich in lockerer Runde bei Saft, Tee und Keksen mit anderen MINT-interessierten Mädchen austauschen, Studentinnen vom meetMINT-Team mit Fragen löchern und Insiderinnen-Tipps zu MINT-Studiengängen erhalten. Mit dabei sind studentische Role Models aus den Studiengängen rund um Luft- und Raumfahrt, Energietechnik, Umwelttechnik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Bionik. Es ist keine Anmeldung erforderlich: Einfach während der Öffnungszeiten zwischen 14 und 16 Uhr vorbeikommen: Hochschule Bremen, Neustadtswall 30, 28199 Bremen. Mehr Infos hier.
3) Gemeinsam mit dem Jungen Informatiklabor der Hochschule Bremen präsentiert das Programm meetMINT: „Create-Your-Robot“ – eine Workshop-Reihe für Schülerinnen ab 12 Jahren. Start ist am Dienstag, 28. Oktober 2025, weiter geht’s alle 14 Tage, von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr bis März 2026, insgesamt sind es 9 Termine. Hier geht’s zur Anmeldung. Anmeldeschluss ist der 22. Oktober, aber meldet euch besser schnell an, da die begrenzten Plätze in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben werden.
Hannah-Arendt-Preis 2025 für politisches Denken an Seyla Benhabib: Die international renommierte politische Philosophin und politische Theoretikerin wird den Preis am 9. Dezember 2025 im Bremer Rathaus entgegennehmen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Hannah Arendt Verein für politisches Denken e.V. vergeben. Die internationale Jury würdigt Prof. Dr. Seyla Benhabib als herausragende politische und philosophische Intellektuelle. Die zentralen politischen Herausforderungen unserer Zeit sind der Ausgangspunkt für ihre Analysen zu Migration, Feminismus, politischer Zugehörigkeit und internationalen Konflikten.
Ausgezeichnet. Der Bremer Klimaschutzpreis 2025 geht an die Bremer Architektin Ute Dechantsreiter. Die Mitbegründerin des Bundesverbandes Bauteilnetz Deutschland wurde für ihr langjähriges Engagement im Bereich des zirkulären Bauens und ihrer Erfolge, nachhaltige Baupraktiken in der Branche zu etablieren, ausgezeichnet.
Die Mitmischerinnen stellen aus: 14 Hobbymalerinnen unterschiedlicher Herkunft treffen sich regelmäßig, um ihre Talente zu entdecken. Sowohl Frauen, die jetzt schon seit mehreren Jahren malen, als auch Anfängerinnen sind dabei. Im Rahmen eines WiN-Projektes (Wohnen in Nachbarschaften) arbeiten sie unter der Anleitung von Zeynep Sümer. Durch kreatives Arbeiten und Ausstellungen möchten die Teilnehmerinnen mit Menschen in einen Austausch kommen und gegenseitiges Verständnis und Zusammenleben fördern. Mit dem Ziel, Mut zu machen, Kontakte zu knüpfen, geben sie ihre Lebens- und Migrationserfahrungen weiter und machen sie sichtbar. Aktiv sein auch im Alter – Gemeinsam statt Einsam – Bitte Mitmischen!
Jubiläum. Der Bremer Verein „Männer gegen Männergewalt“ wurde von 25 Jahren gegründet. Seither wird dort versucht, mit Männern, die gegenüber ihrer (Ex-) Partnerin gewalttätig sind oder befürchten, dies zu werden, einen Ausweg zu erarbeiten. 500 Männer konnte der Verein bisher beraten und betreibt damit Täterarbeit als Opferschutz und trägt zur Prävention von Gewalt bei.
Zu guter Letzt
Albanien hat die weltweit erste KI-Ministerin ernannt, meldet die BBC. Und zwar nicht eine Ministerin, die für KI zuständig ist, sondern eine Ministerin namens Diella, die selbst eine KI ist. „Sie“ wird offenbar als weiblich gelesen und soll die Korruptíon effektiv bekämpfen.
Glenys & Irene



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