Einen Tag vor dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen bestimmt das Thema auch unseren Presse-Pott…
Stadt der Frauen
Ciudad de las Mujeres heißt eine Stadt in Kolumbien, die Frauen für sich aufgebaut haben, um vor bewaffneten Konflikten durch Paramilitärs, staatliche Truppen, Drogenkartelle und Guerillagruppen Schutz zu finden. Weil sie auch dort bedroht werden, brauchen sie Polizeischutz. Näheres hier.
Erst Zurückhaltung – dann Klartext
Über den sexistischen Angriff auf Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum berichteten wir schon. Warum sie allerdings – wie viele Frauen in gleicher Situation – erst mal sehr zurückhaltend reagierte, bevor sie deutlichere Worte äußerte, erklärt Wolf-Dieter Vogel in der taz.
Höchststand bei Gewalt gegen Frauen
Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ziehen Bundesfrauenministerin Karin Prien, Bundesinnenminister Dobrindt und BKA-Präsident Münch Bilanz: Die Zahl der weiblichen Opfer von Gewalt- und anderen Straftaten steigt in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) weiter an. Die Straftaten finden dabei sowohl im analogen als auch im digitalen Raum statt. Einen Höchststand gibt es bei Häuslicher Gewalt, dabei ist von einem hohen Dunkelfeld auszugehen, also von vielen Taten, die gar nicht angezeigt werden. Weitere Informationen zum Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ gibt es hier: www.bka.de/StraftatengegenFrauen2024. Weitere Informationen zum Lagebild „Häusliche Gewalt“ findet sich hier: www.bka.de/HaeuslicheGewalt2024.
NRW: Femizid-Studie
Im Auftrag des Ministeriums des Innern hat das Landeskriminalamt erstmals umfassend Tötungsdelikte an Frauen in Nordrhein-Westfalen untersucht. Der Fokus lag dabei auf Femiziden – der Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Die Gründe sind vielfältig, aber besonders gefährlich für Frauen: eine Trennung vom Partner und die Übergabe von Kindern bei gemeinsamem Sorgerecht. Hier eine Übersicht.
Gewalt gegen Transpersonen
Anlässlich des Trans Day of Remembrance am 20. November hat das Trans Murder Monitoring neue Zahlen herausgegeben: Seit September 2024 wurden 281 trans Menschen ermordet. Seit 2005 gab es weltweit 5.322 Morde an trans Personen. Besonders gefährdet sind Sexarbeiter*innen, Nicht-Weiße, Aktivist*innen und Mehrfachdiskriminierte. Zu fast 90 Prozent trifft es trans Frauen.
Kein Schritt weiter für Täter
Am 19. November hat das Kabinett beschlossen, dass die elektronische Fußfessel nun endlich bundesweit einsetzbar werden soll. Gesa Birkmann (Terre des Femmes) dazu: „Zwei Frauen sind bereits 2025 in Berlin von ihren Expartnern ermordet worden, obwohl die Täter ein Annäherungsverbot hatten.“ Damit Femizide verhindert und häusliche Gewalt gestoppt werden kann, braucht es neben der elektronischen Fußfessel aber noch mehr. TDF begrüßt, dass Täter zu Anti-Gewalt-Trainings verpflichtet werden sollen, und fordert zusätzlich unter anderem flächendeckende Präventionsprogramme sowie verpflichtende Fortbildungen für Polizei, Justiz und Staatsanwaltschaft.
1000 Adressen gegen Gewalt
Pinkstinks, die feministische Bildungsorganisation, hat eine Datenbank mit Anlaufstellen in ganz Deutschland angelegt, an die sich Frauen* wenden können, wenn sie Gewalt erfahren, bedroht werden oder aus anderen Gründen Hilfe brauchen. Mehr als 1000 Adressen von Initiativen, Expert*innen, Organisationen und Ansprechpersonen bei Behörden sind zusammengekommen.
Leitfaden für frauengerechte Fußballstadien
Den hat jetzt die englische Women’s Soccer League vorgestellt, denn die bestehenden Stadien sind für Männer ausgerichtet und werden den Bedürfnissen von Frauen und Kindern nicht gerecht. Infos dazu auch hier.
Geiert gegen das Selbstbestimmungsgesetz
Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) möchte das Selbstbestimmungsgesetz ändern, weil sie dessen Missbrauch befürchtet. Dass Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant, verbale sexuelle Belästigung und voyeuristische Aufnahmen strafrechtlich verfolgbar zu machen, findet sie nicht richtig. Warum, das erklärt sie im Interview.
Schieb deine Verantwortung nicht weg…
…denn jede*r kann mitdenken und handeln, um Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt zu schützen. Zum 10. Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch (18. November) haben Bundesbildungsministerin Karin Prien und die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, neue Initiativen und Forschungsvorhaben vorgestellt, die den Kinderschutz in Deutschland weiter stärken sollen. Sie weisen sie auf die Kampagne #NichtWegschieben, die einfache Tipps fürs Handeln und Schützen bietet.
Von uns für Euch
„Mein 14-jähriges Ich“ heißt die neueste Folge unseres Generationenpodcasts Von Boom bis Z. Wie fühlte es sich an, 14 zu werden im Jahr 1994 und wie im Jahr 2016? Nicht nur die Normen haben sich geändert, sondern auch der Umgang miteinander und sogar die Gesetze…
Bremen News
Aus Protest entstanden: Das Schafferinnenmahl feiert 50-jähriges Jubiläum. Wie es entstanden ist, was sich wann geändert hat und was anders ist als beim Schaffermahl der Männer, berichtet buten&binnen. Und warum es immer noch aktuell ist.
Entschiedenes Handeln bleibt Priorität: Frauensenatorin Bernhard und die Landesfrauenbeauftragte Wilhelm betonen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen die Fortschritte, die in diesem Jahr erarbeitet worden sind. Es gibt seit Februar 2025 einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung. Angesichts der hohen Auslastung der Frauenhäuser und Beratungsstellen ist dies von großer Bedeutung. Ab 2027 werden zu diesem Zweck Bundesmittel für die Länder bereitgestellt. Ein weiterer Meilenstein war auch die Eröffnung der Gewaltschutzambulanz am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide im September 2025 und der Ausbau von neuen Frauenhausplätzen in Bremerhaven.
Die Arbeitnehmerkammer Bremen veröffentlicht zu diesem Anlass ihren neuesten KammerFokus: Schutz vor sexualisierter Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz.
Mädchenkantorei singt im Bundestag. Große Ehre für die Mädchenkantorei am Bremer St. Petri-Dom unter der Leitung von Markus Kaiser in Berlin: Vor den Augen und Ohren des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundeskanzler Merz, Staatsrätin Nancy Böhning und vielen weiteren Gästen sang der Bremer Chor bei der zentralen Gendenkstunde am Volkstrauertag im Deutschen Bundestag. Da Bremen seit 1. November 2025 die Bundesratspräsidentschaft innehat, entsendet sie traditionsgemäß den Chor zur Gedenkstunde.
Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2025 geht an die international renommierte politische Philosophin Prof. Dr. Seyla Benhabib. Sie wird als herausragende politische und philosophische Intellektuelle gewürdigt, die zentrale politische Herausforderungen unserer Zeit zum Ausgangspunkt ihrer theoretischen Analysen macht: sei es Migration, Feminismus, politische Zugehörigkeit oder internationale Konflikte. Die Preisverleihung findet am 9. Dezember 2025 um 19 Uhr im Bremer Rathaus statt. Das mit 10.000 Euro dotierte Preisgeld wird von der Freien Hansestadt Bremen und der Heinrich-Böll-Stiftung gestiftet.
Not my Job. Der Landesfrauenrat lädt am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, unter dem Motto „Raise your Voice“ ein zum Karaoke-Abend gegen patriarchale Gewalt. Der Tag markiert zugleich den Auftakt des Projekts „Not My Job – Gegen Sexismus in der Gastronomie“. Gesungen werden Songs von FLINTA*-Artists: 20:00–00:00 Uhr im LIFT, Weberstraße 18, Bremen.
Zu guter Letzt
Der Iran leidet zur Zeit unter extremer Dürre, Talsperren trocknen aus, die Wasserversorgung ist gefährdet. Nun ist der Schuldige gefunden. Es ist nicht etwa der Klimawandel, sondern der „sündige Lebenswandel“ vieler Menschen, insbesondere von Frauen, die kein Kopftuch tragen.
Glenys & Irene



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