Es gibt Sexismus rund um Frauengesundheit aber auch Forschungsförderung. Es gibt schlechte KI – und auch gute KI. Es gibt Preise, Wechseljahre und die Helenenstraße. Enjoy.
Forschungsförderung zu Frauengesundheit
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat den Startschuss für mehr Forschung zum Thema Frauengesundheit gegeben. Ab sofort können sich Interessierte mit ihren Forschungsvorhaben um Mittel aus den insgesamt bis zu zehn Millionen Euro umfassenden Fördertöpfen bewerben. Dazu wurden heute zwei Förderrichtlinien bekanntgegeben: Zum einen werden Projekte gefördert, die sich mit der patientinnenzentrierten Versorgung von Frauen befassen. Ziel ist es, wissenschaftliche Evidenz zu gewinnen für eine Verbesserung der Versorgung von Frauen in Deutschland. Zum zweiten sollen gezielt Nachwuchsgruppen an (Fach-) Hochschulen sowie außeruniversitären Einrichtungen im Themenfeld Frauengesundheit aufgebaut werden sowie das Entstehen institutioneller Kapazitäten in der Versorgungsforschung angestoßen werden. Zum Auftakt des Wissenschaftsjahres 2026 wurde das Thema Frauengesundheit in den Mittelpunkt gestellt, denn Forschungsministerin Dorothee Bär sieht Deutschland dabei als Entwicklungsland.
Sexismus in der Medizin
Herzinfarkte gelten als Männerkrankheit – auch, weil die der Frauen häufig gar nicht erkannt werden: sie bleiben bei ihnen oftmals unentdeckt, bis es zu spät ist. Ihre Symptome unterscheiden sich von Beschreibungen aus Lehrbüchern, Beschwerden werden immer wieder psychischen Ursachen zugeschrieben. Wenn man sich die 30-Tage-Mortalität ansieht, also die Rate der Todesfälle kurz nach einem Herzinfarkt, sterben Frauen doppelt so häufig daran wie Männer. Wie kann eine gendergerechte Kardiologie aussehen? Fragt sich Katharina Federl.
Demo gegen das katholische Abtreibungsverbot
Dazu ruft Joachim Volz, Chefarzt am Klinikum Lippstadt, für den 5. Februar 2026 auf. Dr. Volz, der als Gynäkologe arbeitet, darf seit der Übernahme des Krankenhauses durch einen katholischen Träger keine Abtreibungen mehr vornehmen. Er klagte gegen seinen Arbeitgeber und wurde in erster Instanz abgewiesen. Fast 300,000 Unterschriften sind bei einer Petition zusammengekommen, doch jetzt will Volz mit Protest an die Öffentlichkeit. Der Deutsche Juristinnenbund stellte aus gegebenen Anlass in einem Policy Paper fest: „Der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen ist verfassungsrechtlich und menschenrechtlich vorgegeben“.
Zwangsadoptionen in der DDR
Eine Studie hat Umfang und Bedeutung von politisch motivierter Adoption im SED-Staat wissenschaftlich untersucht. Letzte Woche wurden die Ergebnisse vorgelegt. Näheres hier und hier.
Eine Million Hebammen fehlen weltweit
Um eine flächendeckende gesundheitliche Versorgung sicher zu stellen fehlen weltweit fast eine Million Hebammen. Zu diesem Schluss kam eine Forschungsgruppe in der Februarausgabe von „Women and Birth“ und forderte sofortiges und dringendes Handeln. Die Hälfte dieses Mangelzustandes fällt statistisch gesehen auf Afrika, wo neun von zehn Frauen in einem Land ohne ausreichende Versorgung leben. Hebammen werden nicht nur rund um Geburt und Neugeborenen-Versorgung gebraucht, sondern zu einem großen Teil auch für Verhütungsberatung, sowie Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Ein Gruppenmitglied sprach darüber mit Kat Lay.
Frau zum Weinen gebracht
Frauen sind ja angeblich schwach und weinen schnell. Das dachte sich wohl die Presseabteilung des Weißen Hauses, als sie ein Foto von Nekima Levy Armstrong nach ihrer Verhaftung im Zuge von Anti-ICE-Protesten postete. Der britische Guardian wies jetzt nach, dass das Bild ein digital erstelltes Fake ist und Armstrong mitnichten weinte, sondern auf dem echten Bild im Gegenteil sehr gefaßt oder sogar trotzig, wirkte.
AI. Schlecht…
Seit dem Erscheinen 2017 der ersten Deep Fakes ist die Technologie billiger und qualitativ besser geworden. Die Menge stieg von 500,000 (2023) auf etwa 8 Millionen Bilder (2025) und die Nachfrage steigt und steigt. Elon Musks KI Bildgenerator Grok AI erstellte in weniger als 2 Wochen etwa 3 Millionen sexualisierte Bilder darunter 23,000 von Kindern. Zu diesem Schluss kamen Forscher*innen des Center for Countering Digital Hate (CCDH), die meinten es hätte sich zu einer „Produktionsstätte der Kinder-Pornografie im großindustriellem Maßstab“ entwickelt. Imran Ahmed, Gründer und CEO von CCDH sagte: „Es geht nicht mehr nur um Elon Musk; Silikon Valley hat ein perverses Anreizsystem ohne gesetzliche Mindestbeschränkungen erschaffen – sie werden weitermachen, bis die Gesetzesmacher ihnen Einhalt gebieten.“ Die Trump-Regierung versucht gerade, Imran Ahmed zu deportieren.
… und manchmal gut?
„Nutzung des Potenzials von Künstlicher Intelligenz, um technologiebetriebene geschlechtsspezifische Gewalt (TFGBV) entgegen zu wirken“ heißt ein von UN-Women veröffentlichtes Kurzdossier, das auf Erfahrungen in Asien und im pazifischen Raum basiert. Dabei stellt es sich heraus, dass KI – ihrem Wesen entsprechend – hervorragend dazu geeignet ist Deep Fakes zu verfolgen, erkennen, melden, manipulieren und markieren. Australien und Süd Korea gehen schon diesen Weg. Forschung auf diesem Gebiet wird von UN Women gesammelt.
Preis für Meredith Monk
Der Große Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste geht an die Sängerin, Komponistin und Performancekünstlerin Meredith Monk. Sie wurde bekannt für ihre Kunst der „extended vocal technique“ sowie ihre feministischen Performances und feierte letztes Jahr ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum.
Preis für Lesbische* Sichtbarkeit 2026 wird ausgelobt
Die Auszeichnung „Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit“ wird alle zwei Jahre verliehen; Der Preis ehrt all jene, die sich in besonderer Weise für lesbische* Sichtbarkeit in Berlin engagieren. Nominierungen können bis zum 1. März 2026 eingereicht werden.
Wechseljahre zunehmend im Blickpunkt
Eine erlebenswerte Lesung und Diskussion zwischen Jule Ronstedt (»Menomorphosen«) und Miriam Stein (»Weise Frauen« und »Die gereizte Frau«) mit Moderation von Palais F*luxx-Gründerin Silke Burmester – alle zu Gast beim Literaturhaus Berlin – gibt es jetzt kostenlos auf YouTube nach zu genießen: Eine Frau wird älter: Wechseljahre.
Bremen News
Veranstaltungen zum Weltfrauentag 2026: Angebote im Land Bremen lassen sich jetzt in den zentralen Programmkalender eintragen. Bald ist es wieder so weit: Anlässlich des 8. März, des Weltfrauentags, finden zwischen Mitte Februar und Mitte März in Bremen und Bremerhaven zahlreiche Veranstaltungen statt, die Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus in den Fokus rücken. Ab sofort können diese von Veranstaltenden und Organisierenden über www.weltfrauentag-bremen.de/veranstaltung-eintragen an den zentralen Online-Kalender übermittelt werden. Die vielfältigen Formate wie Vorträge, Diskussionen, Demonstrationen, Lesungen oder Konzerte werden von der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) auf dem Portal www.weltfrauentag-bremen.de dann ab Mitte Februar veröffentlicht.
Alle Frauen*, die Politik kennenlernen möchten, können an dem Mentoring- Programm der SPD-Bürgerschaftsfraktion teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Programm erfordert Verfügbarkeit an mindestens zwei Nachmittagen pro
Woche (inkl. Montag) sowie die Teilnahme an der Auftakt-, Halbzeit-, und Abschlussveranstaltung. Der Umgang mit digitalen Geräten sollte Ihnen keine Schwierigkeiten bereiten. Wegen der begrenzten Teilnehmerinnenzahl schnell anmelden!
Helenenstraße – ein Schutzraum für Prostituierte? Im Zuge eines Prozesses wegen versuchten Doppelmords vor dem Landgericht Bremen gibt es Einblicke in das System Sexarbeit in der Bremer Helenenstraße, wie es gedacht war: ein abgegrenztes Gebiet, in dem Frauen relativ selbst bestimmt arbeiten konnten, ohne Zuhälter. Nun kommt das Idealbild ins Wanken.
Bremer Nottaxi für Frauen gibt auf: Oliver Beckmann hat 2024 einen Fahrdienst für Frauen in Not gestartet. Wenn Frauen etwa Streit mit dem Partner hatten, gestrandet waren im Nirgendwo, Angst vor Bedrohung hatten, konnten sie das Nottaxi in Bremen rufen. Damit ist jetzt Schluss: Es fehlt an Geld. Wenn ihr Ideen oder Unterstützung habt dann meldet euch unter die Mail-Adresse: nottaxibremen@web.de
Das Paritätische Bildungswerk Bremen e.V. (PBW) hat einen neuen Campus geschaffen für Fort- & Weiterbildungen in den Bereichen Bildung, Erziehung, Sozialwesen, Pflege, Gesundheit, Deutsch & Berufsorientierung. Er liegt direkt am Bremer Hauptbahnhof. Das Schwerpunktthema 2026 heißt Neurodivergenz: PBW Information Neurodivergenz.
Schwangerschaftsabbruch in Bremen. Die Kosten für Schwangerschaftsabbrüche, soweit diese denn überhaupt straffrei möglich sind, werden nicht von der Krankenkasse übernommen, es sei denn, sie sind medizinisch begründet. Wer zu wenig verdient und sich den Abbruch nicht leisten kann, kann jedoch einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Dies ist besonders in Bremen bisher recht kompliziert und soll nun einfacher werden. Näheres hier.
„Mein Körper, meine Regeln“. Das Mädchenhaus Bremen startet eine neue Gruppe „Mein Körper, meine Regeln“ für Mädchen* im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Das wöchentliche Angebot bietet Mädchen* die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen über erlebte Gewalt und/oder Grenzüberschreitungen, Gedanken und Gefühle zu sprechen, den eigenen Selbstwert zu stärken und mögliche Handlungswege kennenzulernen. Das Angebot ist kostenlos und findet über sechs Wochen jeden Montag von 16:00 bis 17:30 Uhr im Haus der Familien in Obervieland statt. Der erste Termin ist am 9.02.2026. Die Anmeldung ist ab sofort unter der Telefonnummer 0421-3365444 in der Beratungsstelle der Mädchenhaus Bremen gGmbH möglich oder über E-Mail: info@maedchenhaus-bremen.de.
Young Women in Leadership Award 2026. Der Zonta Club Bremen sucht junge Frauen, die sich für den Young Women in Leadership Award (YWLA) 2026 bewerben möchten. Der Preis ist eine Auszeichnung für junge Frauen, die sich ehrenamtlich für die Gemeinschaft an Schulen, Universitäten, Hochschulen, in einem Betrieb oder außerschulisch in Vereinen und Organisationen engagieren, erfolgreich Führungsaufgaben übernehmen und sich der Stärkung von Frauen verpflichtet fühlen. Er richtet sich an junge Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren. Die Gewinnerin erhält ein Preisgeld von 500 € vom ZONTA Club Bremen und nimmt am internationalen Wettbewerb mit 37 Distrikt-Preisen zu je 5.000 US-Dollar teil. Einige der Bremer Preisträgerinnen gehörten auch auf internationaler Ebene zu den Besten, zuletzt 2025 die Bremer Award-Gewinnerin Ikram Makhloufi. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 8. Februar 2026. Weitere Informationen zum Award und die Bewerbungsunterlagen finden Bewerberinnen unter www.zonta-bremen.de/ywla-award.
Glenys & Irene



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