IT, Metoo, § 218 – nur einige der Themen im Presse-Pott nach Pfingsten…
IT-Barcamp für FLINTA*
FLINTA* sind in der IT-Welt oft unsichtbar. Carla Gröschel und Kathe Tiemann wollen das ändern – mit einem Barcamp im Wald und Kritik an Big Tech. Im Juli findet das Tech Utopia Barcamp nur für FLINTA* statt, und zwar auf dem Brandenburger Frauencampingplatz Campelse. „Große Techkonzerne können durch ihre Monopolstellung tatsächlich die Meinungsbildung durch eine Lenkung von Informationen beeinflussen. Sind die antifeministisch, prägt das auch das vorherrschende Wissen, das produziert wird,“ sagt Kathe Tiemann. Das Barcamp spricht bewusst FLINTA*-Personen an, denn es gäbe genug Räume für Technik, die für alle offen sind, meint Carla Gröschel. Hier sprechen beide im Interview.
Deutschland schneidet gut ab
Laut einer internationalen Studie schneidet Deutschland bei der Betreuung von minderjährigen Gewaltopfern recht gut ab. Nach Australien und Großbritannien liegen wir unter 60 Ländern auf dem dritten Platz. Untersucht wurden Gesetze, Richtlinien, Programme und Angebote von Behörden, die Kinder schützen und sie nach erlebter Gewalt auffangen sollen. Bei der Vorbeugung kommt Deutschland allerdings nur auf Platz 20.
Deutschland schneidet schlecht ab
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland laut einer UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern weit hinten, wenn es um Kinderarmut, Lesekompetenz, Gesundheit geht. Unter den wohlhabenden Ländern der Welt erreichen wir nur Platz 25 von insgesamt 37 bewerteten Ländern. Der Abstand zwischen Jugendlichen aus wirtschaftlich benachteiligten und wohlhabenden Familien ist besonders groß, denn unter den Jugendlichen aus benachteiligten Familien erreichten nur 46 Prozent die grundlegenden Kompetenzen im Bereich Bildung. In privilegierten Familien sind es dagegen 90 Prozent.
15.000 Fälle von Missbrauchsdarstellungen von Kindern
Sexualisierte Gewalt und extremistische Hassinhalte bleiben zentrale Probleme im Netz: Im zweiten Jahr in Folge hat jugendschutz.net mehr als 15.000 Fälle von Missbrauchsdarstellungen von Kindern bearbeitet. Sie dokumentierten drastische Hass- und Gewaltfantasien gegenüber Frauen und Mädchen. Verschärft werden viele Risiken durch KI-Anwendungen. jugendschutz.net nimmt über seine Online-Beschwerdestelle Hinweise auf Verstöße gegen den Jugendmedienschutz entgegen. Verstöße im Netz können hier gemeldet werden. Mehr zum Thema hier.
Schwangerschaft nach Vergewaltigung
„Nur bei einer von 100 Vergewaltigungen kommt es am Schluss zu einer Verurteilung des Täters. Aber jede Frau, die hierzulande eine ungewollte Schwangerschaft – auch nach einer Vergewaltigung – abbrechen will, wird seit 155 Jahren durch § 218 StGB kriminalisiert“, sagt Sina Tonk, Bereichsleiterin Referate bei TERRE DES FEMMES. „Gesetzlich ist zwar für sie ein Abbruch kosten- und straffrei, in der Realität müssen sie dazu aber Schwierigkeiten überwinden, die auch für nicht durch Gewalt traumatisierte Frauen schon extrem sind.“
Die Bremer Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) hat kürzlich die Handreichung „Schwangerschaftsabbruch mit kriminologischer Indikation bei Betroffenen ab 18 Jahren“ als Arbeitshilfe für Ärzte und Ärztinnen veröffentlicht.
Tech Abuse Conference in London
Bluetooth-Verbindungen, Türklingelkameras und Smartkühlschränke sind alle schon gebraucht worden, um Frauen* zu überwachen, nötigen oder zu kontrollieren. Dies erfuhren Vertreter*innen der großen Technologiefirmen zusammen mit Akademiker*innen, Betroffenen und NGOs auf der Tech Abuse Conference, organisiert vom Gender & Tech Lab am UCL (University College London) vom 19. bis 21. Mai 2026. Ziel war es, gemeinsam nach Lösungen für den raschen Anstieg von ausgefeilten Techniken der Gewalt und Missbrauch auf diesem Gebiet zu suchen. Der Elefant im Raum: Das enorme Machtgefälle zwischen den Teilnehmer*innen. Obwohl der Londoner Bürgermeister einen 6 Millionen-Pfund-Fonds zur Bekämpfung digitaler Gewalt ankündigte, blieben die Tech-Vertreter eher bei Nichts aussagenden Floskeln.
MeToo auf dem Ärztetag
Während des 130. Deutschen Ärztetags in Hannover erlebten Medizinstudentinnen sexuelle Übergriffe. In einer gemeinsamen Erklärung machten sie dies auf der Veranstaltung öffentlich. Näheres hier.
Was vereint die Rechte?
Wie es scheint ist das der Antifeminismus. Obwohl rechte Strömungen in den USA zunehmend zersplittern (zum Beispiel die MAGA-Basis oder christliche Fundamentalisten) sind sie sich in einem Punkt einig: Der Feminismus ist des Teufels. Deshalb spielt dieses Thema für sie in der Propagandamaschinerie der Social Media eine so zentrale Rolle. Helen Lewis hat sich dieses Phänomens angenommen und spricht im Interview über ihre Ergebnisse. (deutsche Untertitel auf YouTube vorhanden.)
Als Mädchen in der Manosphere
Mit 19 Jahren fing Lauren Southern ihre Instagram-Karriere als rechte antifeministische Influencerin an. „Ich war die größte Idiotin“ sagt sie heute und erzählt sowohl über ihre Begegnungen mit Tommy Robinson und den Tate-Brüdern als auch über den steinigen Weg aus der rechten Manosphere heraus. (deutsche Untertitel auf YouTube vorhanden.)
Afrika und LGBTQ+
Seit 2012 sind gleichgeschlechtliche Beziehungen im Süden des Kontinents und auf den Inselstaaten legal – nur in Süd-Afrika ist auch die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Im restlichen Afrika sind sie meistens verboten und werden in geringerem oder höherem Ausmaß geahndet. Trotz starker Gegenwehr von Staat und Kirche kämpfen jetzt zwei Frauen in Botswana um das Recht zu heiraten.
Kinderehe in Afghanistan
Seit es Mädchen ab 11 Jahren verboten wurde, die Schule zu besuchen, steigt jetzt kontinuierlich die Anzahl der Kinderehen in Afghanistan. Nach neuester Gesetzgebung sind solche Ehen jetzt auch offiziell erlaubt. Unter Dekret Nr.18 steht zum Beispiel, dass „das Schweigen eines Mädchens, das die Pubertät erreicht, als Zustimmung gedeutet werden darf.“
Große feministische Demo in Lübeck
Am 18. Mai 2026 haben etwa 700 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte zusammen mit Lübecker Unterstützer*innen mit Trillerpfeifen gegen Männergewalt demonstriert und die Lübecker Erklärung gegen Antifeminismus abgegeben. „Wir sind wütend, weil im Jahre 2026 Geschlechtergerechtigkeit noch immer nicht erreicht ist“, sagt Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck und Gastgeberin der 29. Bundeskonferenz, „weil Männergewalt weiterhin den Alltag vieler Frauen bestimmt: zu Hause, im Netz, auf der Straße und auf der Arbeit und Mädchen und Frauen dadurch massiv bedroht und eingeschränkt werden“.
Die Mutige
Als am 19. Februar 1951 das rein männliche Parlament zur Sitzung zusammentrat, besetzten 1.500 Demonstrantinnen, angeführt von Doria Shafik, den Plenarsaal und forderten das volle aktive und passive Wahlrecht für Frauen, eine Reform des Scheidungsrechts sowie gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Zwar waren sie damals nicht erfolgreich, später wurden sogar ihre Veröffentlichungen und ihre persönlichen Papiere vernichtet und sie selbst unter Hausarrest gestellt, aber heute liegt der Anteil weiblicher Parlamentsabgeordneter bei knapp 28 Prozent.
Solidarität unter Frauen
TERRE DES FEMMES startet rund um den 25.05. – also genau ein halbes Jahr vor und nach dem 25.11., dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen – die Aktion „Dranbleiben für Frauenrechte“ für mehr Verbundenheit mit gewaltbetroffenen Frauen. Solidarität lässt sich mit Taten, aber auch mit einem Armband zeigen.
Reconsidering Pleasure
So heißt der Untertitel des Films „Hot Cunt„, der demnächst im Kino und ab dem 29.5.2026 auf Abruf bei Vimeo läuft. Er porträtiert Menschen, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit der Masturbation befassen. Der Hybrid-Film (Comedy und Doku) nähert sich dem Thema Solosex aus so vielen ungewohnten Perspektiven, dass daraus ein völlig einzigartiger Blick entsteht. Kino-Premiere ist am 28.5.2026 in Hamburg.
Bremen News
Bremer Frauenmuseum sucht Unterstützung. Das bfm sucht eine Person zur Betreuung der Webseite. Diese informiert Interessierte über Aktuelles (Ausstellungen, Führungen, etc.) und stellt redaktionell aufbereitete Inhalte (Biografien, Frauenportraits, FrauenOrte) zur Verfügung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet der digitale Stadtplan. Näheres hier.
Zu guter Letzt
For all you Trad Wives out there……Macht nicht zu dolle!
Glenys & Irene



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