Über Deepfakes, Ja statt Nein, Microtrends und vieles mehr berichtet der heutige Presse-Pott…
Bundeskanzler Merz als Frauenförderer?
Zum Girls‘ Day am 23. April empfing Bundeskanzler Friedrich Merz eine Gruppe Schülerinnen im Kanzleramt und warb für MINT-Berufe. Allerdings wohl weniger aus Gründen der Gleichstellung, sondern um die Wirtschaft zu stärken. „Diese Bereiche werden immer wichtiger, auch für unser Land. Sie werden immer wichtiger für die Unternehmen in Deutschland. Wenn diese Generation junger Frauen und junger Mädchen sich nicht auf den Weg macht, auch mehr Berufe aus den technischen Bereichen zu erlernen, dann fehlt uns etwas in Deutschland. Wir können auf euch nicht verzichten.“ Schülerin Lily bewies, dass sie sich mit der Problematik auskennt, denn sie sagte, es sei „schon irgendwie angenehmer“ zu wissen, dass Frauen in dem Berufsfeld auch akzeptiert werden.
Kriminalstatistik vorgestellt
Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 weist insgesamt einen Rückgang der Straftaten in Deutschland um sechs Prozent aus. Allerdings gab es einen Anstieg bei Sexualdelikten. Hierfür werden verschiedene Gründe vermutet: So wurden 2016 Verschärfungen im Sexualstrafrecht beschlossen und die Bereitschaft, Taten anzuzeigen, hat zugenommen. Auffällig ist auch, dass ältere Taten noch nach längerer Zeit angezeigt werden. Der Anstieg ist also nicht unbedingt eine schlechte Nachricht, weil nicht die sexualisierte Gewalt an sich zugenomen hat, sondern das Anzeigenverhalten: „Mehr Menschen bringen existierende sexualisierte Gewalt zur Anzeige. Es heißt, die Polizei ermittelt häufiger. Und es heißt auch: Mehr Frauen, welche den ganz überwiegenden Teil der Betroffenen ausmachen, wehren sich,“ lautet der Kommentar der taz.
Ja statt Nein!
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag will Menschen besser vor sexueller Misshandlung und Vergewaltigung schützen und die „Ja-heißt-Ja“-Regel im Sexualstrafrecht einführen. Die Grünen haben dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt, über den der Bundestag erstmals beraten hat.
Die Zyklus-Coachin
Franzi Ruhnau findet, wir sollten unseren Zyklus tracken, „um eine freundlichere Beziehung zu sich und seinem Körper zu pflegen.“ Und weil es für gute Entscheidungen sinnvoll ist zu wissen, in welcher Phase frau ist. Ihr selbst habe es zum Beispiel die Ehe gerettet. Im Interview spricht sie auch über PMDS (Prämenstruelle Dysphorische Störung), die erst vor kurzem von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als Krankheit anerkannt wurde, über die noch wenig bekannt ist.
Menschenwürde für LGBTQ in Ungarn
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass das ungarische „Kinderschutzgesetz“ sexuelle Minderheiten diskriminiert. Das von dem jetzt abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orbán 2021 eingeführte Gesetz verbietet die „Förderung“ von Homosexualität und Geschlechtsangleichung gegenüber Minderjährigen. So dürfen Bücher und Filme, die LGBTQ-Themen behandeln, nicht offen in Buchhandlungen ausliegen oder an Schulen behandelt werden. Auch dürfen sich gleichgeschlechtliche Paare nicht vor Kindern in der Öffentlichkeit zeigen. Das verstößt aber, wie der EuGH jetzt urteilte, gegen die Menschenwürde der Betroffenen und die Grundwerte der Europäischen Union.
Reicht der neue Gesetzentwurf zu Deepfakes?
Terre des Femmes meint: Nein. Der Gesetzentwurf der Bundesjustizministerin schließt zwar viele Lücken, aber es fehlen klare nationale Regelungen, die Plattformen verpflichten, rechtswidrige Inhalte proaktiv zu identifizieren, schnell zu löschen und niedrigschwellige Meldewege bereitzustellen. Auch eine klare Haftung der Plattformen bei Pflichtverletzungen sowie Entschädigungsansprüche für Betroffene sind nicht vorgesehen. Der parteiübergreifende Zusammenschluss Brand New Bundestag fordert in einer Petition dazu auf, die Lücken zu schließen.
89 Prozent sind dafür: Deepfakes verbieten!
Eine repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag von HateAid zeigt breiten gesellschaftlichen Konsens: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen erwartet, dass die Erstellung und Verbreitung KI-generierter Bilder und Videos ohne Einwilligung der Betroffenen strafrechtlich geahndet wird und dass es unmöglich gemacht werden soll, mit Apps und Webseiten damit Geld zu verdienen. Mehr hier.
Ein Jahr nach Virginia Giuffres Tod…
… sind die Epstein-Opfer vom Stand der Ermittlungen ernüchtert. Das Interesse am Täter ist groß doch die Opfer bleiben oft ungeschützt: Allzu oft passiert es, dass in den bislang veröffentlichten „Epstein-Akten“ die Namen von Tätern geschwärzt sind – und die Namen und Kontaktdetails der betroffenen Frauen und Mädchen offen zugänglich sind. Seit dem Tod von Jeffrey Epstein sitzt kein einziger Mann im Gefängnis, sondern nur seine Mittäterin Ghislaine Maxwell, eine Frau. Auch Collien Fernandes erklärte (nach der Anzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen) „Mir ging es vor der Anzeige besser als jetzt.“ Sie leide sehr unter der „Stigmatisierung“ durch die Öffentlichkeit, nachdem sie ihre Vorwürfe öffentlich gemacht hat.
Um Missverständnis bemüht
„Ein Kriminalbeamter spricht über Fakten zur Gewalt gegen Frauen und dass sie statistisch gesehen ohne Beziehungen zu Männern sicherer seien. Was tun Männer? Sie flippen aus“ schreibt Beate Hausbichler über das Nachspiel zum Interview zwischen Dunja Hayali und dem Kriminalbeamten Dirk Peglow. Nicht nur Hayali, sondern Peglow kamen danach stark unter Beschuss – er sagte: „Wir haben in Deutschland ein ernstes Problem mit Männern, die Frauen nicht respektieren, Grenzen missachten und Gewalt in Beziehungen ausüben.“ Darüber müsse offen gesprochen werden: „Wenn wir Gewalt gegen Frauen wirksam bekämpfen wollen, müssen wir stärker auf Täterverhalten, Gewaltmuster und Risikokontexte schauen.“ Über problematische Rollenbilder, Respekt, Grenzachtung und Prävention zu sprechen, das sei keine pauschale Verurteilung von Männern, sondern „der Versuch, ein reales Problem klar zu benennen“.
Microtrends
Wie definiert frau sich, wenn alle Eigenschaften nur „Microtrends“ sind? Und haben wir dann mehr Freiraum oder weniger, weil alles schon vorgegeben ist? In der neuesten Folge von Von Boom bis Z suchen Jasmin, Huila, Sara und Renate eine Antwort – und entdecken zum Teil Erstaunliches.
Bewerbungsstart für Deutschen Multimediapreis
Jahresthema: GLOW. Ab sofort können junge Medienmacher*innen bis 25 Jahre ihre digitalen, netzbasierten oder interaktiven Projekte wieder beim Deutschen Multimediapreis mb21 einreichen. Der bundesweite Kreativwettbewerb für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene prämiert herausragende Medienprojekte mit Preisgeldern im Gesamtwert von 11.000 Euro. Einsendeschluss ist der 20. Juli 2026. Vom 20. bis 22. November 2026 lädt der Deutsche Multimediapreis mb21 dann alle Preisträger*innen zum Medienfestival nach Dresden ein.
Bremen News
Take Back The Night
Demo für alle von patriarchaler Gewalt betroffenen Personen am 30.4. 2026 um 20:00 Uhr, danach Feiern und Tanzen im Alten Sportamt
Hass im Netz. Die letzte Woche widmete die Bremische Landesmedienanstalt einer Aktionswoche gegen Hass im Netz. Die Bremer Innensenatorin Eva Högl (SPD) empfiehlt: Anzeige erstatten. Hier gibt es Tipps, wie das geht.
Senatorin für Inneres Dr. Eva Högl warnt vor Hackern: „Bedrohungen wie Phishing durch fremde Nachrichtendienste sind real und treffen Menschen mitten im Alltag. Wir informieren deshalb dort, wo Menschen sind – nicht nur im Internet oder in Fachmedien. Bremen geht damit einen neuen Weg in der Sicherheitskommunikation. Und wir fangen gerade erst an.“ Ab sofort nutzt der Verfassungsschutz Bremen die großen Info-Screens des Medienhauses Ströer, um die Bevölkerung direkt vor aktuellen Bedrohungen zu warnen.
Frauenhäuser überlastet. Von Partnerschaftsgewalt betroffene Frauen können Zuflucht im Frauenhaus suchen. Doch diese Institutionen sind häufig überlastet und können nicht alle aufnehmen, die Hilfe benötigen. Das ist zur Zeit in Bremen auch wieder der Fall: die 149 Plätze im Land Bremen sind nicht ausreichend.
Beschäftigungsrekord in Bremen – trotz anhaltender Krisen. „Insgesamt ist die Lage auf dem Bremer Arbeitsmarkt besser als die Stimmung,“ sagt Peer Rosenthal, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer. Das zeigt der Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen. Die meisten Stellenzuwächse sind sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven in den wissensintensiven Dienstleistungen zu verzeichnen. Insgesamt haben aber vor allem Männer vom Beschäftigungszuwachs profitiert (plus 2.400 Stellen), während für Frauen nur rund 750 Stellen hinzugekommen sind.
„Mitmischerinnen“ – weit mehr als ein kreatives Freizeitangebot für ältere, zugewanderte Frauen! Sie sind seit neun Jahren ein Erfolgsprojekt, das Kunst, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbindet. Die wöchentlichen Treffen im Gemeinschaftsraum des ZIS in der Gröpelinger Heerstraße 228 – sowie drei Jahre auch in Kattenturm und in Bremen-Osterholz – bieten den Teilnehmerinnen einen geschützten Raum, um zur Ruhe zu kommen, sich auszutauschen und kreativ tätig zu sein. Und – ihre Ausstellungen machen die Frauen sichtbar – mit ihren Talenten, ihren Lebensgeschichten und ihren Perspektiven. Viele von ihnen haben jahrzehntelang gearbeitet, Familienarbeit geleistet und Migrationserfahrungen bewältigt. Dennoch werden ihre Leistungen in der Öffentlichkeit oft kaum wahrgenommen. Ihre jetzige Ausstellung ist bis 30.6.2026 zu besuchen.
Girls running club Bremen: Afterwork, Earlybird, Girls First Beginners Run oder Sunday´s Girls Menu – Etwas für jede Frau.
Glenys & Irene



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