Heute am 29. September ist Endometriose-Tag. Der Tag soll die Erkrankung mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der betroffenen Frauen rücken. Denn obwohl jedes Jahr rund 63.000 Frauen in Deutschland an Endometriose erkranken, ist die Krankheit nur wenigen bekannt. In Bremen werden zwei Endometriose-Sprechstunden angeboten: im St. Joseph-Stift und im Klinikum Bremen-Nord
Die Erste
„Schon wieder krasse Bahnverspätung“, titelt die taz in ihrer Print-Ausgabe vom 22.9.2025, „Nach 190 Jahren erste Frau in der Vorstandsetage angekommen“: Evelyn Palla ist die erste Frau an der Spitze der Deutschen Bahn und soll nun den Konzern aus der Krise führen. Mit der DB-Regio, die sie bisher leitete, hat sie das schon geschafft. Der Kommentar: „Sie hat gezeigt, dass sie es kann.“
Die Erste zum Zweiten
Und noch eine Erste-Meldung: Die Abgeordnete Hanna Steinmüller (Bündnis 90/Die Grünen) hielt eine Rede im Bundestag. Was daran so außergewöhnlich war: Sie war die Erste, die dabei ihr schlafendes Baby in einer Trage vor dem Bauch hielt. Das Foto davon ging viral und löste sowohl Begeisterungsstürme als auch dezidierte Ablehnung aus. Ein Kommentar dazu hier.
Deutscher Städtetag unterstützt Kommunale Gleichstellungsbeauftragte
In seinem Beschluss vom 16.9.2025 stellt das Präsidium des Deutschen Städtetags fest, dass das Staatsziel der Gleichstellung der Geschlechter noch nicht erreicht ist und Frauen nach wie vor strukturell benachteiligt sind und dadurch ihre gesellschaftliche Teilhabe beeinträchtigt ist. Die BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen) freut sich über die Unterstützung: „Der Beschluss des Deutschen Städtetag ist ein wichtiges Signal an alle diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, Gleichstellungsbeauftragte unter dem Deckmäntelchen „Bürokratieabbau“ abzuschaffen oder in ein Ehrenamt zu schieben wollen. So wie zuletzt als Vorschlag aus dem Bundesland Sachsen. Zunehmend erleben Kolleginnen vor Ort, dass ihnen Mittel und Personal gekürzt wird, das Gleichstellungsarbeit in Frage gestellt und sogar angegriffen wird.“
Mehr Frauen…
Die Zahl von Frauen in ZDF-Führungsfunktionen hat 2024 45,3 Prozent erreicht. Insgesamt sind beim ZDF 51,1 Prozent Frauen beschäftigt. Die ZDF-Gleichstellungsbeauftragte Stephanie Keppler will in den kommenden Jahren Shared Leadership vorantreiben, Auswahlverfahren enger begleiten, und Entgelttransparenz sicherstellen.
In der jüngsten NASA-Astronautenklasse sind Frauen erstmals in der Überzahl. Sechs Frauen und vier Männer wurden aus 8000 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt, um eine zweijährige Ausbildung in diesem Jahr anzufangen. Es heißt, sie wären vielleicht die ersten, die an einer Mars-Mission teilnehmen würden. So so. In diesem Fall müssen gut ausgebildete Frauen dabei sein…. und – ach ja — der ganze Jahrgang ist in diesem Jahr weiß und besitzt die US-Staatsangehörigkeit.
Gleichstellung und Gewalt hängen zusammen
Die steigenden Zahlen von Gewalt an Frauen sind alarmierend. Studien zeigen, dass es sich dabei um ein strukturelles Problem handelt. „Gewalt an Frauen und nicht-binären Personen ist kein importiertes Problem aus anderen Ländern“, stellt die Professorin für Soziologie der Diversität, Elisabeth Tuider von der Universität Kassel, klar. Vielmehr sei die Gewalt ein strukturelles Problem, das seinen Ursprung im Patriarchat hat und tief in allen Bereichen unserer Gesellschaft verankert ist. Die ARD-Mediathek hat alle Beiträge auf einer Seite zusammengestellt und zeigt am 25. September um 22 Uhr im Hessischen Rundfunk die Doku „Close Up – Ich will Frauen stark machen.“
„Ein Großteil der Jugendlichen erlebt digitale Gewalt“
Davon geht die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, aus und beklagt ein „multiperspektivisches Versagen von Gesellschaft und Politik“. Sie fordert Priorität für den Kinder- und Jugendschutz vor den wirtschaftlichen Interessen von Plattformbetreibern und eine wirksame Regulierung auf europäischer Ebene.
Statt Ausbildung: Prostitution
Eine Reihe von deutschen Unternehmen werben über Ausbildungsagenturen in Vietnam Frauen zur Ausbildung als Altenpflegerinnen, Kellnerinnen oder Produktionsmitarbeiterinnen an. Die landen dann aber häufig hier in der Prostitution. Über die Hintergründe klärt eine taz-Recherche auf.
Keine Bildungschancen mehr in Sicht
Seit der Machtübernahme der Taliban 2021 ist nicht nur die Teilnahme von afghanischen Frauen und Mädchen am öffentlichen Leben radikal zurückgedrängt worden, sondern auch ihre Bildungschancen sind auf Null gesunken. Jetzt sind zwei weitere Maßnahmen dazu gekommen, die das Leben der Mädchen noch erschweren. Wer eine Koran-Schule besucht bekommt eine kleine finanzielle Entschädigung, wer nicht hingeht bekommt eventuell Nachteile. Indoktrination ist der Preis dafür, das Haus verlassen zu dürfen und andere Mädchen zu treffen. Gleichzeitig wurde in zwölf afghanischen Provinzen das Internet gesperrt. Bislang hatten viele Mädchen und Frauen Schul- und Universitätsunterricht heimlich online besucht und sind jetzt von ihren letzten Hoffnungen abgeschnitten.
Wo Frauen führen…
… sinkt die Müttersterblichkeit, Kindergesundheit verbessert sich und die, die es am dringendsten brauchen, werden versorgt. Schlichtungen und Friedensabkommen werden erreicht, Demokratie und Entwicklung werden gerechter verteilt. Dies bezieht sich auf Frauen in Führungspositionen weltweit, aber nirgends auffälliger als in Afrika. Eine in Liberia gegründete Stiftung, um Politikerinnen, Leiterinnen von NGOs und regionalen Frauenorganisationen in ganz Afrika zu fördern, coachen und verlinken feierte 2025 ihr fünfjähriges Bestehen und baut jetzt das African Women´s House als Zentrum der weiblichen Staatskunst – von der dörflichen bis zur nationalen Ebene.
Schutz vor Diskriminierung wegen sexueller Identität
Am 26.September 2025 wurde im Bundesrat der Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes – Verfassungsrechtlicher Schutz vor Diskriminierung wegen sexueller Identität von einer Mehrländerinitiative vorgeschlagen. Neben dem allgemeinen Gleichheitssatz „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ enthält Artikel 3 des Grundgesetzes eine Reihe ausdrücklicher Diskriminierungsverbote. So darf beispielsweise niemand wegen seines Geschlechts, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Herkunft oder seines Glaubens benachteiligt oder bevorzugt werden. Darum schlagen die antragstellenden Länder vor, diesen Katalog um das Diskriminierungsmerkmal der sexuellen Identität zu erweitern.
Todeswunsch bei Frauen und Männern anders
Der Ethikausschuss des Deutschen Ärztinnenbundes e. V. hat eine Stellungnahme zur medizinischen Suizidassistenz vorgelegt – mit einer besonderen Fokussierung auf die Perspektive von Frauen. „Weibliche Lebensläufe sind anders – sie verlaufen häufig unter dem Druck, gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen, geprägt von Care-Arbeit, Altersarmut und sozialer Isolation im Alter“ meint Dr. med. Dorothee Dörr, stellvertretende Vorsitzende des DÄB-Ethikausschusses. Der DÄB setzt sich daher nicht nur für eine geschlechtersensible Gesetzgebung ein, sondern auch für psychosoziale Unterstützungsstrukturen, einen flächendeckenden Ausbau von Gesprächsangeboten zur gesundheitlichen Vorausplanung sowie die Förderung von Forschung mit Fokus auf die Implikationen von Suizidassistenz für Frauen – als Patientinnen, Zugehörige und Ärztinnen.
Kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeit
Gerade ging in Berlin der Profeministische Kongress zu Ende – gerichtet an alle Männer mit „antisexistischem Anspruch und all diejenigen, die mit patriarchalen Anforderungen und Praxen hadern“. Die Organisatoren meinen: „Profeministische Arbeit wird hauptsächlich von FLINTA* geleistet. Aber als Privilegienträger müssen auch wir Cis-Männer Verantwortung übernehmen.“ Der Gründer des Instituts für Kritische Männerforschung, Christoph May, kritisierte schon den Titel: „profeministischer Kongress“ klinge für viele „sehr links und elitär“ und könne abschreckend wirken. Die Ansprache müsse viel niedrigschwelliger sein.“ Mehr dazu hier.
Neues zu Gender von Judith Butler
Für Leute, die sich aufregen mögen: Nina Apin hat das im August auf Deutsch erschienene Buch „Wer hat Angst vor Gender?“ von Judith Butler gelesen und für Euch bei der taz kommentiert. Susanne Billig tat das Gleiche bei Deutschlandfunk Kultur. Enjoy.
Zweierlei Bitten um Unterstützung
Prof. Dr. Joachim Volz, Chefarzt der Frauenklinik in Lippstadt, kämpft weiter gegen das katholische Abtreibungsverbot an seinem Krankenhaus und bittet um Unterstützung dabei.
Anna-Therese Spindler bittet um Unterschriften, um beim Bundestag die Fortsetzung des Fonds sexueller Missbrauch einzufordern.
Bremen News
Am 30.9.2025 wird die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz den Jahresbericht Schwangerschaftsabbruchmöglichkeiten – Lage der Sicherstellung im Land Bremen bei der Sitzung der staatlichen und der städtischen Deputation für Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz vorstellen: L_Teil B_Bericht_Schwangerschaftsabbruchmöglichkeiten 2024 zur Vorlage VL 21/5599. Die Sitzung beginnt um 15:30 Uhr und ist teilweise öffentlich.
Bremerhaven: Berufsorientierungsprojekt mint:pink für Schülerinnen hat begonnen. Am 24. September 2025 startete in Bremerhaven der diesjährige Durchgang des Berufsorientierungsprogramm „mint:pink“. Die Abkürzung „Mint“ im Projektnamen steht für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Über das laufende Schuljahr nehmen 38 Neuntklässlerinnen an Workshops in sieben Unternehmen und an der Hochschule teil. Dabei erfahren sie vor Ort, wie Naturwissenschaften und Technik in Praxis und Forschung angewendet werden und lernen weibliche Vorbilder kennen. Bei den Schülerinnen soll so das Interesse an diesen Berufs- und Studienfeldern geweckt und mögliche Berührungsängste abgebaut werden.
„Start“-Programm eröffnet Jugendlichen aus Bremen neue Chancen. Bildung, die Türen öffnet: Zehn engagierte Schülerinnen und Schüler aus Bremen – neun Mädchen und ein Junge – wurden in diesem Schuljahr für das „Start“-Stipendium aufgenommen. Das bundesweite Bildungsprogramm richtet sich an Jugendliche mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte und wird in Bremen durch die enge Zusammenarbeit mit der Senatorin für Kinder und Bildung unterstützt.
Berufssprachkurs Frühpädagogik B2 – es gibt noch freie Plätze! In diesem Kurs lernt ihr gezielt Deutsch für eure pädagogische Ausbildung oder die Arbeit als pädagogische Fachkraft. Wichtiges im Überblick: Laufzeit: 24.11.2025 – 2.6.2026 mit Unterrichtszeiten: montags – mittwochs, 9:00 – 14.15 Uhr. Die Kosten des Kurses werden durch die Deutschförderverordnung (DeuFöV) gefördert. Dadurch ist die Teilnahme in den meisten Fällen kostenlos. Wenn die Teilnehmenden bereits arbeiten und keine zusätzlichen Leistungen des Jobcenters/der Agentur für Arbeit erhalten, müssen sie den Kurs selbst bezahlen. Alle Details zum Berufsfachsprachkurs Frühpädagogik B2 findet ihr unter: https://www.pbwbremen.de/kurse/bildung_erziehung_sozialwesen/berufsfachsprachkurs-fruehpaedagogik-b2/
Glenys & Irene



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