Heute im Presse-Pott: über Siege vor Gericht, „beklaute Frauen“, Gesundheitsversorgung – und Miss Moneypenny …
Image-based sexual abuse …
… ist der Oberbegriff für die nicht-einvernehmliche Aufnahme, Erstellung und Weitergabe von intimen Bild- oder Videomaterial (IBSA). Darunter fallen zum Beispiel „Rachepornos“ und gefälschte oder digital manipulierte sexualisierte Bilder mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Jetzt hat eine kleine Gruppe von Frauen eine Gesetzesänderung in Rekordzeit durch beide Kammern des britischen Parlament gejagt. Treibende Kraft war Charlotte Owen, das jüngste weibliche Mitglied des Oberhauses, die Aktivist*innen und Betroffene mobilisierte und strategisch platzierte Reden hielt. Im Juni trat das neue Gesetz in Kraft.
… Und noch ein Rechtssieg
Eine weitere Gesetzesänderung in UK (beschränkt auf England und Wales) wird jetzt eine Anklage wegen Vergewaltigung einfacher – oder gar erst möglich – machen. Anklagen wegen sexueller Übergriffe wurden bislang kaum erhoben, wegen dem Recht des Angeklagten auf punitive Maßnahmen vor Gericht. Kläger*innen mussten völlig auf ihre Privatsphäre verzichten: Telefon, PC und Führungszeugnisse wurden akribisch durch Verteidigungsanwälte durchsucht, um dann das sogenannte „Wiederholungslügnerin“-Urteil zu erwirken. Diesmal reklamiert die Labour-Regierung diesen Erfolg für sich: Sie hatten bei Amtsantritt versprochen, Gewalt gegen Frauen innerhalb von 10 Jahren zu halbieren.
Performative Males
Nils Pickert (Pinkstinks) äußert sich informativ und unterhaltsam zu Performative Males. Das ist der neueste Begriff für Männer*, die statt Schafspelz sich den Feminismus um die Schulter wickeln, um auf Frauen*jagd zu gehen. Die sehen dann so aus – wie er ironisch feststellt – „So wie ich“.
Ableismus
Die einzige Abgeordnete mit einer sichtbaren Behinderung im Europa-Parlament ist Katrin Langensiepen von Bündnis 90/Die Grünen. Über ihre Arbeit und (mangelnde) Inklusion spricht sie im Interview.
Ungewollt schwanger
Was geht einer durch den Kopf, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet und welche Erfahrungen macht sie? Hier berichtet eine Betroffene: „Es war nicht die Abtreibung, die mich seelisch belastete, es waren die Umstände.“
»Beklaute Frauen« gewinnt Jugendbuchpreis
Autorin Leonie Schöler hat am 28.11.2025 für ihren Bestseller »Beklaute Frauen« den Salon5 Jugendbuchpreis erhalten. Sie hat in ihrem Buch den unsichtbaren Heldinnen der Geschichte eine Stimme gegeben hat, deren Einfluss aus der Geschichte radiert wurde und für deren Leistungen Männer die Auszeichnungen und den Beifall bekamen.
Salon5 ist die Jugendredaktion des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV. Jugendliche aus ganz Deutschland reichen die Bücher ein, die ihnen wirklich gefallen. Diese liest die Jury, die aus 13- bis 19-Jährigen besteht, und wählt in einem intensiven Prozess die Bücher aus, die in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet werden. Am 25. Februar 2026 erscheint Leonie Schölers Buch »Beklaute Frauen« als Paperback .
Keine Schläge mehr für Frauen auf Borkum
Letztes Jahr hatte ein Fernsehbericht über das traditionelle Klaasohm-Fest auf Borkum, das vom 5. auf den 6. Dezember gefeiert wird, für einen Aufschrei gesorgt, weil es dabei zum Brauchtum gehörte, Frauen öffentlich zu schlagen. Das ist nun verboten und dieses Jahr ging es friedlicher zu.
Immer mehr Frauen im Gefängnis
Die Zahl weiblicher Häftlinge in den Gefängnissen ist weltweit dramatisch angestiegen, und zwar um 57 Prozent auf fast eine Million in den letzten 25 Jahren. Besonders krass ist der Anstieg in den USA, wo besonders arme und Schwarze Frauen betroffen sind. Näheres hier.
34 afghan windows
Elena Yaqubee ist aus Afghanistan nach Deutschland geflohen. In dem Projekt „34 afghan windows“ möchte sie die Realität afghanischer Frauen sichtbar machen. Im Interview spricht sie über ihre Entdeckung der Musik und ihren Einsatz für „engagierte Kunst“: „Mit „34 afghan windows“ erzählen wir von den Frauen hinter der Burka, der verbotenen Kunst, der tyrannischen Herrschaft der Taliban, dem Leben auf der Flucht und der Hoffnung auf eine freie und friedliche Welt.“ Am 9.12.2025 ist Elena Yaqubee zu sehen und zu hören um 19 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus, Bremen im Rahmen des unmute-Festivals.
Genderpolitischer Journalismus
Wie ein Berufspraktikum so viel Spaß machen kann – mit Lana und Lisann in der neuesten Folgen unseres Generationspodcasts Von Boom bis Z. Sie sprechen über Praktikum, Teamarbeit und ihre Zukunftspläne.
Bremen News
Falschbehandlung von Brustkrebspatientinnen im Klinikum Bremen-Mitte. Im Klinikum Bremen-Mitte hat eine Ärztin zwischen Oktober 2024 und November 2025 Gewebeproben von Brustkrebspatientinnen falsch befundet, so dass die Patientinnen monatelang übertherapiert wurden. Die Betroffenen sind bereits informiert und die Klinik verspricht, die „notwendigen Konsequenzen“ zu tragen. Für Fragen von Patientinnen zu entsprechenden Befunden oder Therapien wurde eine Hotline eingerichtet: 0421 497 727 90. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Veranstaltung Grüner Salon: Queere Gesundheitsversorgung: Zwischen Diskriminierung und Versorgungslücken. Queere Menschen erleben im deutschen Gesundheitssystem bis heute strukturelle Benachteiligung, Diskriminierung und mangelnde Sensibilität – mit gravierenden Folgen für ihre körperliche und seelische Gesundheit. Obwohl queere Lebensrealitäten gesellschaftlich sichtbarer werden, bleibt die Gesundheitsversorgung häufig an einer binären und heteronormativen Perspektive ausgerichtet. Die Bremer Bundestagsabgeordnete Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen) lädt Interessierte zu einem Offenen Austausch ein am Dienstag, 9. Dezember von 19-21 Uhr im Noon, Goetheplatz 1 – 3 // Innenhof. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Trauerland-Pop-Up auch in den Weihnachtsferien geöffnet: Festtage wie Weihnachten können besonders schwer sein für Menschen, die trauern. Aus diesem Grund wird das Trauerland-Pop-Up für Jugendliche am Ostertorsteinweg 16 in den Weihnachtsferien geöffnet haben.
Zu guter Letzt
Die aus den James Bond-Filmen bekannte Sekretärin Miss Moneypenny genießt keinen Markenschutz, weil: zu unwichtig! Der Hintergrund: Eine Firma wollte unter dem Label My Moneypenny Dienstleistungen für vielbeschäftigte Menschen anbieten und wurde darauf von Amazon verklagt, das die Rechte an den James Bond-Filmen hält. Der Bundesgerichtshof hat die Klage jedoch abgewiesen, weil es Miss Moneypenny an einem „hinreichend individualisierten Character mit einer unverwechselbaren Persönlichkeit“ fehle.
Glenys & Irene



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