Der Juni ist Pride Month. Nachrichten dazu und zu weiteren Themen im heutigen Presse-Pott…
Wim Wenders weicht aus
Regisseur Wim Wenders filmte 1975 in dem vielfach prämierten Film „Falsche Bewegung“ die damals dreizehnjährige Nastassja Kinski halbnackt. Diese fordert von ihm seit Jahren, die Szene aus dem Film zu entfernen und ihr eine Entschädigung zu zahlen. Er aber blockte bisher immer ab. Nun sprach er die Sache bei der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises an, allerdings wenig einsichtig: Damals sei ja eine andere Zeit gewesen und er wolle mit jüngeren FilmemacherInnen „diskutieren“, ob die Szene entfernt werden solle. Tage später entschuldigte er sich dann endlich bei der Schauspielerin und erklärte, dass er den Film vorerst zurückziehe. Erst nach einer einvernehmlichen Lösung wolle er ihn wieder freigeben. Ein Kommentar dazu hier.
Marjane Satrapi ist gestorben
Mit 14 Jahren wurde sie alleine nach Europa geschickt: Es klingt wie ein Kindertransport im 2. Weltkrieg – und es wurde auch eine so tiefgreifende Trennung, denn nach dem Erscheinen von Persepolis wagte sich Marjane Satrapi nicht mehr zurück in ihre persische Heimat. Sie starb mit nur 56 Jahren. Hier ein Nachruf und hier eine Dokumentation zu ihrem Leben.
Kindergeld ab 18 Jahren
Was manche nicht wissen: Viele Familien haben auch für volljährige Kinder unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Kindergeld. So zum Beispiel, wenn das Kind eine Schul- oder Berufsausbildung, ein Studium oder ein Praktikum absolviert oder während des Bundesfreiwilligendienstes oder ähnlicher anerkannter Freiwilligendienste. Wichtig ist es, rechtzeitig zu handeln und Unterlagen vollständig an die Familienkasse zu übermitteln. Näheres hier.
Deutschland setzt Equal Pay-Richtlinie nicht um
Bis zum 7. Juni 2026 hatte Deutschland Zeit, eine EU-Richtlinie zur Entgeldtransparenz umzusetzen. Aber das CDU-geführte Bundesfrauenministerium überführt die Richtlinie nicht rechtzeitig in nationales Recht. Begründung: Es sei auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmen Rücksicht zu nehmen und „unverhältnismäßige Belastungen für die Wirtschaft“ seien zu vermeiden. Näheres hier. Die Folge könnte eine Klagewelle sein. Dazu Arbeitsrechtlerin Heide Pfarr: „Die Bundesrepublik hat noch niemals eine europäische Richtlinie im Bereich des Gleichstellungsrechts fristgerecht und 1:1 umgesetzt. Wirklich alle Verbesserungen für die Geschlechtergleichstellung sind durch Europa gegen Widerstände erzwungen worden. In Deutschland heißt es sofort, die deutsche Wirtschaft bräche unmittelbar zusammen, wenn die verfassungsrechtlich garantierte Gleichberechtigung Wirklichkeit werden soll.“
Die Erste im Land der Letzten
Sie war die erste Frau im deutschen Sprachraum, die 1867 im Fach Medizin promoviert wurde: Nadeschda Suslowa. Und zwar in einem der letzten Länder, die das Frauenstimmrecht in Europa einführten, der Schweiz. Näheres hier.
Hilfe nach Kriegsgewalt
Wie können Überlebende sexualisierter Gewalt im Krieg und danach unterstützt werden? Im Interview: Sexualisierte Gewalt im Krieg: Überleben geht vor, was folgt danach? teilen drei Expertinnen: Lina Kushch, Ukraine, Dr. Feride Rushiti, Kosovo und Ajna Mahmić Ćatić Bosnien und Herzegowina, ihre Erfahrungen von Region zu Region, zu Gerechtigkeit, Reparationen und bedürfnisorientierter Fürsorge.
Taliban spielen Katz und Maus
Nachdem Deutschland als eins der wenigen europäischen Länder Vertretern der Taliban eine behördliche Präsenz ermöglicht hat, wollen sie die Bundesregierung weiter unter Druck setzen. Obwohl die Taliban in Deutschland die Abwicklung von nach Afghanistan abgeschobenen Häftlingen übernehmen sollten, haben sie einen ersten Flug absagen lassen. Als Grund habe das Außenministerium in Kabul genannt, dass man zu wenig eigene Diplomaten in Deutschland habe. Fawzia Koofi, frühere Sprecherin im Afghanischen Parlament erklärte sich enttäuscht und schockiert von der kürzlich ergangenen Einladung der Taliban nach Brüssel: „Die Taliban betreiben Gender Apartheid. Das muss in der internationalen Rechtsprechung als Verbrechen anerkannt werden,“ sagte sie.
Femizide in Argentinien
Knapp vor der 11. Ni Una Menos-Demonstration in Buenos Aires wurden die Leichen zweier Teenagerinnen nur wenige Tage auseinander gefunden. Seit ihrer Entstehung macht die feministische Bewegung Ni Una Menos auf geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide aufmerksam. Die rechtsgerichtete Regierung Milei ist seit zweieinhalb Jahren an der Macht und hat das Ministerium für Frauen, Gender und Diversität abgeschafft. Auch gibt es kein Geld mehr für Frauenhäuser und Schutzangebote gegen häusliche Gewalt und der Straftatbestand „Femizid“ soll aus Argentiniens Gesetzeskodex verschwinden.
Neue Recherchen zu Epstein-Files
Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung decken auf, wie sogenannte Model Scouts junge Frauen in Europa ansprachen und ihnen Hoffnung auf eine Karriere im Modelbusiness machten. Dann vermittelte er sie an Jeffrey Epstein und sie gerieten in sein Missbrauchsnetzwerk.
Seit März ist viel passiert
Im März starteten Kristina Lunz, Ricarda Lang und Düzen Tekkal – zusammen mit 250 namhaften Frauen – die Petition In Solidarität mit Collien Fernandes: 10 Forderungen an die Bundesregierung. Am 24. Juni 2026 wollen sie die 335.237 Unterschriften der Bundesregierung überreichen. Inzwischen ist aber viel passiert: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat einen Gesetzentwurf zur Strafbarkeit von Deepfakes veröffentlicht und die Petentinnen Lunz & Tekkal haben ein Buch geschrieben “Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?”, das am am 6. Juli erscheint. Noch kann die Petition unterschrieben werden.
Kipppunkt Ost
Katharina Warda, Heike Kleffner und Juli Katz begleiten im Podcast die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September 2026. Sie sprechen über Fragen und Themen, die die demokratische Mehrheit in den beiden Bundesländern bewegt: mit Engagierten und Aktiven vor Ort, mit Wissenschaftler*innen und Politiker*innen. In ihrem Podcast zeigen sie dabei auch Beispiele demokratischer und antifaschistischer Organisierung, die oft zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.
Nie wieder sprachlos…
…bei Sexismus-Klassikern. Schweigst du bei Vorurteilen und Falschaussagen? Du willst was tun, aber im Alltag fehlen dir die Worte und die Fakten? Im neu erschienenen Buch »Das stimmt so nicht!« (auch kostenlos als Download) gibt es Kapiteln unter anderem zu: Queerem Leben, Digitaler Gewalt und Geschlechtergerechtigkeit. Alle Kapitel sind von Experten- Sachorganisationen geschrieben; das Kapitel zu Geschlechtergerechtigkeit zum Beispiel von Pinkstinks.
Bad News from Ghana
für die LGBTQ+ Community. Am 29.7.2026 wurde in Ghana ein neues Gesetz beschlossen, das gleichgeschlechtliche Beziehungen und deren öffentliche Hervorhebung unter (Gefängnis-) Strafe stellt. Der Präsident muss nur noch unterschreiben. Doch gleichzeitig wehrt sich die Community, wenn auch nur im Untergrund: die ghanaische Schriftstellerin Nana Darkoa Sekyiamah bereist ganz Afrika und sammelt die Geschichten von Frauen über die Entdeckung und Wiederfindung ihres eigenen Körpers. Ihr neuestes Buch heißt Seeking Sexual Freedom.
Keine Fahne vor dem Rathaus
In Aschaffenburg wurde in den vergangenen Jahren zum Christopher Street Day die Regenbogenfahne vor dem Rathaus gehisst. Nicht jedoch dieses Jahr: Der neue CSU-Oberbürgermeister Markus Schlemmer hat das verhindert. Näheres hier.
Bremen News
Save the date: Long Covid und ME/CFS im Fokus. Die ZGF und das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen laden am Mittwoch, 17. Juni 2026, von 15 bis 18 Uhr zu einer gemeinsamen Fachveranstaltung ein. Es handelt sich um den Nachholtermin für die im Februar kurzfristig abgesagte Veranstaltung. Das Programm umfasst ein Gespräch mit einer Betroffenen von Long Covid, einen medizinischen Fachvortrag sowie die Vorstellung des Projekts „Schulungskonzept für ME/CFS in Bremen“ mit Zahlen aus Bremen und konkreten Vorschlägen, wie die hausärztliche Versorgung verbessert werden kann.
Bremer Ferienkompass zeigt Betreuungsangebote für Kinder ab sechs Jahren: Die Anmeldung für jedes Angebot erfolgt unmittelbar bei den jeweiligen Trägern. Die Anbieter beantworten auch alle organisatorischen Fragen für die Teilnahme. 2.7.2026 ist Sommerferienanfang!
Bremen ist Spitze. Bremen ist bundesweit Spitzenreiter beim schnellen Internet und steht beim Glasfaser- und Gigabitausbau bundesweit ganz oben. Laut Gigabitgrundbuch des Bundes sind bereits 97,9 Prozent der Bremer Haushalte mit Gigabitanschlüssen versorgt, mehr als in jedem anderen Bundesland. Beim Glasfaserausbau sieht es noch beeindruckender aus: Die FTTH/B-Quote (Glasfaser bis in die Wohnung beziehungsweise bis ins Gebäude) liegt bei 86,1 Prozent und übertrifft damit das Bundesziel, bis 2025 die Hälfte aller Haushalte mit echten Glasfaseranschlüssen zu versorgen, deutlich. Beim 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht gab es einen Sonderpreis in der Luft- und Raumfahrt. Finja Kaesemeier (18, Hermann-Böse-Gymnasium) wurde mit einem Sonderpreis für eine Arbeit auf dem Gebiet der Geo- und Raumwissenschaften ausgezeichnet. Mit ihrer Forschungsarbeit zur Optimierung von Geo-Manövern setzte sie sich erfolgreich gegen starke Konkurrenz aus dem gesamten Bundesgebiet durch und erhielt damit besondere Anerkennung für ihre wissenschaftliche Leistung.
Gesundheitszentrum Süd in ehemaliger Kinderklinik offiziell eröffnet. Am 1. Juni 2026 hat Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard das Gesundheitszentrum Süd in Kattenturm offiziell eröffnet. Nach dem Liga Gröpelingen ist es das zweite Gesundheitszentrum Bremens. In der ehemaligen Kinderklinik des Klinikums Links der Weser ermöglichen das neue Hebammenzentrum Süd, ein Gesundheitspunkt sowie mehrere Angebote des Gesundheitsamtes einen einfachen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung für alle. Claudia Bernhard: „Mit dem Bremer Modell der Gesundheitszentren und Hebammenzentren verfolgen wir zwei Ziele: Wir machen die gesundheitliche Versorgung in Bremen zukunftsfähig. Und, wir gehen konsequent gegen Benachteiligungen im Zugang zur Gesundheitsversorgung vor.“ buten&binnen-Bericht hier.
Bundesverdienstkreuz für Bremerhavenerin Corinna Mosebach. Für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement ist die Bremerhavenerin Corinna Mosebach mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde insbesondere Mosebachs langjähriger und unermüdlicher Einsatz für hilfsbedürftige Menschen und Tiere in Bremerhaven sowie darüber hinaus. Bereits im Jahr 2016 gründete Corinna Mosebach die erste Tiertafel in Bremerhaven. Damit schuf sie früh eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die sich trotz schwieriger finanzieller Situationen um ihre Haustiere kümmern.
Ehrenbürgerin. Bremen hat eine neue Ehrenbürgerin. Sie ist erst die dritte Frau, der diese Auszeichnung zuteil wird: Karin Hollweg. Man könnte sagen, das wurde auch Zeit. Denn ihr Mann Uwe Hollweg war schon 2003 zum Ehrenbürger ernannt worden. Die beiden hatten vor 30 Jahren die Karin-und-Uwe-Hollweg-Stiftung gegründet, um Kunst, Kultur und Denkmalpflege zu fördern.
Unternehmerin des Jahres in der Region Bremen und umzu. Das ist Anita Freitag-Meyer aus Verden, Geschäftsführerin der Verdener „Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag Gruppe“. Sie wurde von einer Jury aus Unternehmensverbänden und der Sparkasse Bremen ausgewählt. Bei der Herstellung der Kekse und Waffeln würden vor allem Inhaltsstoffe aus der Biolandwirtschaft und aus dem Fair-Trade-Handel verwendet.
Digitale Teilhabe gestalten – Chancen und Herausforderungen für Frauen mit und ohne Behinderungen. Zu diesem Thema gibt es eine Kooperationsveranstaltung des Landesbehindertenbeauftragten und der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) am 15. Juni 2026, von 17 bis 19 Uhr in der Arbeitnehmerkammer Bremerhaven, Barkhausenstr.16, 27568 Bremerhaven. Referentin ist Dr. Birgit Scheer von der Agentur Barrierefrei NRW. Um Anmeldung wird gebeten: eveeno.com.
Glenys & Irene



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