Einen Tag nach dem Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai erscheint wieder für euch unsere Presseschau mit den genderpolitischen News der letzten Woche…
Zukunftstag 2026
Unter dem Motto „Dein Tag, dein Weg!“ öffneten tausende Unternehmen und Institutionen am 23. April ihre Türen für den 25. Girls’Day. Der mittlerweile 15. Boys’Day wartete mit gut 9.000 Angeboten bundesweit mit einem neuen Höchstwert auf. Bundesjugendministerin Karin Prien (CDU): „Über die Rekordbeteiligung bei den Angeboten für die Jungs in diesem Jahr freue ich mich ganz besonders.“ Barbara Schwarze, Vorsitzende vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.: „Zum 25. Girls’Day und 15. Boys’Day wird deutlich, dass ein Tag viel bewegen kann. Unsere Studien zeigen: Im IT-Bereich steigt das Interesse von Schülerinnen nach dem Girls’Day von 12 auf fast 21 Prozent, im Handwerk zeigt sich ein ähnlicher Effekt. Und beim Boys’Day wächst die Zahl der Jungen, die sich soziale oder erzieherische Berufe vorstellen können, von 17 auf fast 27 Prozent.“
Tag der Diakonin
Der 29. April, der Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, ist seit 1998 an vielen Orten in Deutschland ein Tag des Einsatzes für eine geschlechtergerechte Kirche. 2026 steht der Tag unter dem Motto „Gott diskriminiert nicht“. Die zentrale Veranstaltung fand am Mittwoch, 29. April, in München statt. Gemeinsam luden der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) dazu ein, ein Zeichen zu setzen: für die Öffnung aller kirchlichen Dienste und Ämter für alle Getauften und Gefirmten, unabhängig vom Geschlecht. Im Fokus stand dabei die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat in der katholischen Kirche.
Paula in Dresden
In Bremen wird sie liebevoll oft nur Paula genannt: die Malerin Paula Modersohn-Becker, die in Bremen aufwuchs und deren 150. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird. Aber auch ihr Geburtsort Dresden widmet ihr eine Ausstellung, und zwar gemeinsam mit den Gemälden Edvard Munchs. Dem ist sie nämlich „absolut ebenbürtig“, so die taz.
Care-Arbeit
Die Liga für unbezahlte Arbeit e.V. / Carewerkschaft setzt sich als erste gewerkschaftsähnliche Interessenvertretung für Menschen ein, die unbezahlte Sorgearbeit leisten – etwa Eltern, Pflegende oder Fürsorgende. Sie vernetzt Sorgearbeitende, informiert über Rechte, organisiert Expert*innen-Vorträge und politische Aktionen und setzt sich für die rechtliche Anerkennung von Sorgearbeit ein. Zudem organisiert die Liga Online-Treffen zum Austausch von Sorgenden und Expert*innen-Vorträge und Workshops rund um das Thema Sorgearbeit. Der nächste Termin: 11.06.2026, 9-10 Uhr. Anmeldung unter diesem Link.
Antifeministische Angriffe
Antifeministische Angriffe gehören für viele zum Arbeitsalltag und haben zunehmend strukturelle Auswirkungen auf die Gleichstellungsarbeit. Deshalb hat die BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen) eine neue Handreichung „Gegenwind oder doch schon ein Sturm?“ veröffentlicht. Hier geht’s zum Download.
Vorsätzlich und koordiniert
So beschreibt UN Women die technisch zunehmend ausgefeilten Online-Attacken auf Frauen in öffentlichen Ämtern und exponierten Berufen. Zum Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai veröffentlichten sie den zweiten Teil ihrer Reihe „Tipping Point“ (Kritischer Punkt). Darin heißt es „Digitale Gewalt ist weder ein virtuelles noch ein Randthema, sondern eine wachsende Bedrohung für die Sicherheit, die Stimmen, die Teilhabe und Rechte von Frauen. Sie verlangt dringend nach wirksamen rechtlichen Vorgehen und einer robust durchsetzbaren Rechenschaftspflicht für die globalen Unternehmen, die diese Gefahren ermöglichen.“ Mehr dazu.
EU für Ja heißt Ja
In den Ländern der Europäischen Union gibt es sehr unterschiedliche Regelungen was den Tatbestand der Vergewaltigung betrifft. In manchen gilt die „Nein heißt Nein“-Regel , in anderen wiederum „Ja heißt Ja“. Das EU-Parlament votierte vergangene Woche für eine einheitliche Definition und forderte die EU-Kommission auf, „Nur Ja heißt Ja“ als strafrechtliche Richtlinie europaweit einzuführen. Dann würde nämlich einvernehmlicher Sex auf Zustimmung basieren und ein fehlendes Einverständnis besser strafrechtlich zu verfolgen sein. Auch in Deutschland gibt es derzeit Initiativen, die dies fordern.
EU gegen Konversionstherapie
Am 29.4.2026 hat das Europäische Parlament eine Maßnahme verabschiedet zum Verbot der Konversionstherapie in der gesamten EU: Vorkämpfer der Maßnahme, EESC-Präsident Séamus Boland sagte: „Es gibt nichts zu „heilen“ oder „gerade zu biegen“. Was sich ändern muss sind nicht die Menschen, sondern die Systeme, die Einstellungen und Strukturen, die ihnen ihre Menschenwürde vorenthalten.“
Schulung gegen Stalker-Softwares und Tracking
Ein Frauenhaus soll Schutz vor Gewalt durch den Partner bieten. Oft hat der aber Tracking-Software auf dem Smartphone seiner (Ex-) Partnerin ohne deren Wissen installiert, sodass er sie weiter verfolgen kann. Den Bewohnerinnen das Smartphone wegzunehmen ist eine schlechte Option, denn dies ist oft ihre einzige Verbindung zu Freund*innen und Familie. Daher hat Berlin jetzt ein landesweites Schulungsprojekt gegen digitale Gewalt gestartet, das Fachkräfte und Bewohnerinnen befähigen soll, Sicherheitslücken zu schließen, ohne die digitale Teilhabe zu beeinträchtigen.
Queer-Rechte in Polen
Im Wahlkampf vor drei Jahren hatte der liberalkonservative Politiker Donald Tusk gegen die rechtspopulistische Kaczynski-Partei mit Reformversprechen gepunktet. Frauen sollten ihre Rechte zurückerhalten, die die PiS-Partei abgeschafft hatte, und sexuelle Minderheiten sollten endlich Rechte bekommen. Nun verlieren die Betroffenen langsam die Geduld und protestieren, weil sich nichts tut. Dabei sind inzwischen fast 60 Prozent aller Polen für eine rechtliche Regelung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Näheres hier.
Man enough to care
So heißt die neueste Folge des böllpodcast: In diesem Podcast fragt sich die Autorin und Politologin Emilia Roig: Wie können Männer für den Feminismus gewonnen werden und was muss sich strukturell ändern? – Denn – Gemeinsam sind wir stärker!
Nachwuchsjournalistinnen aufgepasst!
Bis zum 15. Mai 2026 läuft noch die Bewerbungsfrist: Mit dem Hedwig-Dohm-Recherchestipendium für Nachwuchsjournalistinnen unterstützt der Journalistinnenbund seit 2022 Kolleginnen, die am Anfang ihrer journalistischen Karriere stehen. Die Förderung, die keiner Altersbeschränkung unterliegt, zielt auf themenoffene journalistische Vorhaben mit geschlechter- und gesellschaftlichspolitischer Relevanz. Das Projekt soll sich in der Bearbeitung durch Originalität und Sorgfalt auszeichnen und gleichzeitig eine geschlechtersensible Perspektive einnehmen.
Bremen News
Zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen. Nun verbindet auch eine neue Kunst-Radroute Landschaften und Orte ihres Lebens und Kunstschaffens mit Museen in Bremen, Worpswede, Vegesack und Fischerhude. Die Route führt durch Bremen nach Worpswede und Fischerhude, ins Teufelsmoor und die Wümmeniederung. Meist autofrei folgt sie Wasserläufen und Deichen, passiert Warften, Dörfer und Wiesenlandschaften. Digital kann die Bike It! Runde kostenfrei in der Bike Citizens App und bei Komoot (www.komoot.) aufgerufen werden ist überwiegend ausgeschildert. Weitere Informationen zur neuen Kunstroute und weiteren Radrouten des „Bike it!“-Projektes gibt es unter www.bremen.de/bikeit-radtouren.
1.500 am 30. April – 3.000 am 1. Mai. Das waren die Zahlen der Teilnehmenden an den Demos zu Take Back the Night und zum Tag der Arbeit in Bremen.
Schwangerschaftsabbruch nach Vergewaltigung. Schwangerschaftsabbrüche mit sogenannter kriminologischer Indikation, also Abbrüche, die nach einer Vergewaltigung vorgenommen werden, sind in Deutschland legal. Sie werden von der Krankenkasse übernommen und es entfallen die ohne Indikation verpflichtende Beratung sowie die dreitägige Wartefrist zwischen Beratung und Abbruch. Obwohl vom Gesetzgeber vorgesehen, wird die kriminologische Indikation in der Praxis selten gestellt. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass sich viele Ärztinnen und Ärzte unsicher mit der Ausstellung einer solchen Indikation fühlen. Eine nun von der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) veröffentliche Arbeitshilfe soll Gynäkologinnen und Gynäkologen und Beratungsstellen in Bremen Handlungssicherheit im Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen nach Vergewaltigung geben. Sie kann auf der Website der ZGF heruntergeladen werden: www.frauen.bremen.de/arbeitshilfe.
Prävention gegen Cybergrooming. Laut BKA (Bundeskriminalamt) steigt die Zahl der Fälle von Cybergrooming. Deshalb setzt die Bremer Polizei auf Prävention schon in der Kita, indem sie Kinder mit Puppentheater vor Gefahren im Internet warnt. Auch Lehrkräfte und Eltern sollen angesprochen werden.
New! QUEER & FEMINIST – English Archive: Every first Thursday of the month, from 15.00 to 18.30 o’clock, belladonna opens its doors for non-German speaking students, researchers and everyone who’s interested. We offer: ♥ Support for research projects. ♥ On-site workspaces and guidance/ assistance in selecting materials… ♥ As well as advice on topics for theses and final projects. ⇒ Book an appointment at: archiv@belladonna-bremen.de
Glenys & Irene



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