Digitale Konkurrenz: Snapchat vs. Instagram

Blogger*innen sind auf mehr als nur ihre Webpräsenz und YouTube angewiesen. Soziale Medien wie Twitter, Facebook und vor allem Instagram und Snapchat werden als Marketingplattformen genutzt. Hier ist das Idol nah, in privaten Momenten oder perfekt bearbeiteten Bildern, die gleichzeitig auch Firmen für Produktplatzierungen nutzen. Die Vormachtstellung in Sachen kurzer Clips und Videos hatte lange Zeit Snapchat, doch nach und nach wird Instagram dank der Insta-Stories zur ernsthaften Konkurrenz.

Snapchat – Momente teilen

Snapchat war lange Zeit eine Art Vorreiter in Sachen kurzgespeicherter Videokommunikation. Man lädt über das Smartphone kurze Videos, sogenannte Snaps, hoch, die dann allerdings nur für 24 Stunden gespeichert werden. Das macht Snapchat zu einem kurzweiligen Medium, wo nur Momentaufnahmen erscheinen. Zu Beginn seines Launches war Snapchat hautpsächlich für Online-Dating und intime Schnappschüsse geeignet, waren die anzüglichen Bilder, die man dem*der Partner*in schickt, doch nur für einen Tag zugänglich. Schnell wurde Snapchat aber von Influencer*innen als Plattform erobert. Private Einblicke, Vlog-ähnliche Aufnahmen aus dem Leben, so scheint der*die Blogger*in dem Zielpublikum direkt näher und es vereinfachte die Kommunikation. Aber auch im privaten Bereich setzte Snapchat sich durch. Es ist vielen vor allem durch die lustigen Filter bekannt. Die Frontkamera am Handy erkennt das Gesicht und belegt es mit niedlichen Filtern. Es gibt verzerrte Stimmen, Hundeaugen, Katzenohren oder man kann zu zweit Gesichter tauschen und vermischen. 

Instagram – Momente festhalten

Instagram war eine der ersten Apps, die Fotos bearbeiten und hochladen ließ. Als rein bildbasiertes Portal entwickelte sich Instagram ebenfalls schnell vom Insidertipp zu einer der am häufigsten genutzen Handyapps unserer Zeit. Auch hier nutzen Blogger*innen das Potenzial eines zusätzlichen Kanals: Sei es für Ankündigungen, gesponserte Beiträge oder eben auch für die Einblicke in das Privatleben mit Schnappschüssen von Familie, Haustieren oder Partner*innen. Im Gegensatz zu anderen Apps bot Instagram allerdings keine Videofunktion, jedenfalls nicht zu Beginn. Unter den Hashtags kann man gezielt suchen, es werden Gemeinschaften darüber gegründet. Auch Firmen hatten eine weitere Möglichkeit, Produkte direkt über eigene Accounts oder indirekt über Platzierungen zu bewerben. Die Zahl an Abonennt*innen auf Instagram ist mittlerweile genauso wichtig wie die Reichweite von Blogs oder Abonnent*innen auf Youtube.

Geschickte Updates: Wie Instagram Snapchat untergräbt

Für einige Zeit waren Snapchat und Instagram zwei Seiten einer Medaille von Mediennutzung: Das eine für Bilder, das andere für kurze Clips. Blogger*innen und Firmen waren auf beiden Portalen präsent und nutzten beide für die Vermarktung. Mit einem Update in 2016 jedoch machte Instagram den entscheidenden Schritt in Richtung Marktdominanz: Sie führten die Insta-Stories ein. Über die Frontkamera werden auch hier kurze Clips aufgenommen und hochgeladen, die sich nach 24 Stunden wieder löschen. Anfang 2017 kamen ebenfalls Filter dazu, die denen von Snapchat zum Verwechseln ähnlich sind. Der Erfolg ist mittlerweile sehr merkbar: Während die Insta-Stories scheinbar minütlich gefüllt werden, wird die Präsenz auf Snapchat merklich weniger.

Der Vorteil, beide Funktionen von Video und Bild in einer App verwenden zu können, ist natürlich das Hauptargument vieler Influencer*innen, sich für Instagram zu entscheiden. Inwiefern Instagram damit endgültig die Konkurrenz abgehängt hat, kann man natürlich so nicht sagen. Es ist aber interessant zu verfolgen, wie die verschiedenen Plattfomen versuchen sich gegenseitig auszustechen. Schließlich haben nun auch Facebook und WhatsApp die Stories eingeführt, wenn auch mit weniger Erfolg.

Kim Hofschröer

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