Macht. Geld. Potenz.

#MeToo – Es geht um Sexualität……. Aber was für eine?

Ampel mit rotem Ampelmännchen

© frauenseiten ; Robers

In diesem Special wollten wir eigentlich weibliches sexuelles Erleben ausloten. Aber was für ein sexuelles Erleben kommt hinter den neuesten Enthüllungen unter dem Hashtag #MeToo zum Vorschein? Demütigung, Verlust an Selbstbestimmung und Selbstwertgefühl bis hin zu Traumatisierung würde ich sonst nicht als sinnvolle Umschreibung für Sexualität ansehen, – wenn nicht schon so viel weibliche „Sexualität“ aus genau diesen Komponenten bestehen würde.

Was hat es aber mit der dazugehörigen männlichen Sexualität auf sich? Hier wird es spannend, denn erstens wissen wir, dass die Welt viele, viele anständige Männer enthält, die eine selbstbestimmte, befriedigende und gleichberechtigte Sexualität mit anderen Männern*, Frauen* oder sich selber* anstreben. Zweitens aber, passieren sexuelle Übergriffe: Wo kommen sie her?

Wo kommen die sexuelle Übergriffe her?

Sie entstammen unserem Verständnis von Herrschaft und seinen Bestandteilen, also: Macht, Reichtum und Potenz. Früher gehörten diese selbstverständlich zusammen. – Ein Räuberbaron musste selber rauben, kämpfen, ficken und Reichtümer ansammeln. – Auf Dauer anstrengend. – Vermutlich wurde sehr schnell klar, dass die Verteilung von Reichtümern – später Geld – an Untergebenen, die harte Arbeit auslagerte. Nur die Annehmlichkeiten blieben den Herren enthalten. So entstand die Ambivalenz, die uns bis heute erhalten geblieben ist: Herrschaft besteht zu veränderlichen Teilen aus Macht, Geld und Potenz und wird mit sexuellen Frondiensten belohnt.

Nicht jeder Mann hat Geld und Macht

Nun hat nicht jeder Mann Geld und Macht. Die meisten haben ihres Erachtens viel zu wenig von beidem. Aber was ist, wenn man das Herrschaftsgefühl mit Sex ersetzen oder aufpeppen kann? Vielleicht mit erzwungenem Sex oder Sex plus Gewalt? An dieser Stelle kommt die statistisch überlegene Körperkraft des Mannes zum tragen. Herrschaft ist machbar. Und es gibt – statistisch gesehen – immer eine, die schwächer ist, mit der man Herr und Knecht spielen kann. So hat jeder Mann – selbstverständlich nur theoretisch und im Hinterkopf – eine gewisse Wahl:

Good Guy oder Keiner, entscheidet er alleine….

Die Harvey Weinsteins dieser Welt waren bislang der Meinung, sie hätten ihr Gesinde schon bezahlt: mit Geld, Einfluss, Filmrollen. Und da es keine freie Handelspartner*innen waren, sondern Vasallen und Leibeigenen in einem feudalen System, so hatten diese nichts anzumelden. Dachte sich der Herr.

Ricarda

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