Wie gut geht es uns eigentlich wirklich?

Umfrage des Bundes zum Thema „Diskriminierung in Deutschland“

Tag für Tag haben unzählige Menschen in Deutschland immer noch mit Diskriminierungsformen wie zum Beispiel Sexismus, Rassismus und Ablesimus zu kämpfen. Eigentlich, möchte man meinen, sollten die genauen und umfassenden Gesetze und Vorschriften in Deutschland Diskriminierung weitestgehend vorbeugend. Die Realität sieht oft anders aus.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist die rechtliche Grundlage, die jegliche Arten von Diskriminierungen verbietet und sogar sanktioniert.

1 AGG „Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.“

Flaggen vor dem Europaparlament

(c) frauenseiten, Leonie, Lübker

Vielerorts wird bemängelt, dass das Gesetz immer noch hinter den Anforderungen der EU-Richtlinien zurück bleibt. Probleme gibt es auch bei der Handhabung von Benachteiligungs- und/oder Diskriminierungsfällen in denen sich mehrere Formen der Diskriminierung überschneiden. Der Antidiskriminierungsstelle wird sogar mangelnde Kompetenz und fehlende Beratungsinfrastruktur vorgeworfen. Diesem will die Antidiskriminierungsstelle nun entgegen gehen.

Diskriminierungen sichtbar machen!

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ruft dazu auf, von diskriminierenden Erfahrungen, die einem selbst, Angehörigen und Freunden widerfahren sind zu berichten. Am 01. September startet diesbezüglich eine Umfrage zum Thema „Diskriminierung in Deutschland“. Sie wird gemeinsam mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung durchgeführt. In der Umfrage geht es besonders um Diskriminierungen wegen jungen oder alten Lebensalters, einer Behinderung oder chronischen Krankheit, aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts (Männer, Frauen, Trans* und intergeschlechtliche Menschen), der Religion oder Weltanschauung sowie der sexuellen Identität. In der Umfrage werden auch Aspekte der sozialen Herkunft, wie zum Beispiel das Einkommen oder der Bildungshintergrund mit einbezogen. Ziel der Umfrage ist es, Diskriminierungen in allen Lebensbereichen sichtbar zu machen, „vom Kindergarten, über Schule und Hochschule, bis zum Beruf; vom Wohnen über Versicherungs- und Bankgeschäfte bis zum Freizeitbereich“. Der Fokus liegt besonders auf die Erfahrungen der Menschen, welche Auswirkungen Diskriminierungen auf sie haben und wie sie damit umgehen. Mit den Ergebnissen kann die Antidiskriminierungsstelle zukünftig verstärkt an ihren Beratungskompetenzen arbeiten. Konkrete Empfehlungen mit dem Umgang mit Diskriminierungen können herausgegeben werden und Vermeidungsstrategien entwickeln werden. Diese Ergebnisse und Handlungsempfehlungen wird die Antidiskriminierungsstelle dem Deutschen Bundestag vorlegen. Einzusehen sind die erste Zahlen und Fakten 2016.

Wie kann ich helfen?

Beteiligen kann man sich vom 01. September und bis zum 30. November 2015. Alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren können sich in diesem Zeitraum zu ihren selbst erlebten oder beobachteten Diskriminierungserfahrungen äußern.

Symbole zum Thema Diskiminierung auf verschiedenfarbigen Streifen mit der Aufschrift Diskriminierung

(c) Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Alle Informationen zur Umfrage sind auf der Homepage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu finden. Ab 1. September 2015 ist dies auch der direkte Link zum Fragebogen.

Laura Frey

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