Unsere Frau der Woche: Anne Wizorek

Eine Frau, an der ich bei der Recherche für unsere Reihe nicht vorbei kam, ist Anne Wizorek. Die Medienberaterin, Autorin und Netzaktivistin ist mir durch mehrere Interviews ins Auge gefallen. Beispielsweise unterhielt sie sich mit Tarik Tefsu (bei YouTube: Tariks Genderkrise) in der Reihe Papperlapp und Schabernack über Popkultur und Feminismus.

Wer ist Anne Wizorek?

Porträt Anne Wizorek

By blu-news.orgderivative work: MagentaGreen CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Anne Wizorek, 1981 in Rüdersdorf geboren, studierte neuere deutsche Literatur und vergleichende Literaturwissenschaft, sowie Skandinavistik in Berlin.

2006 begann Anne Wizorek mit dem Bloggen und schrieb beispielsweise für spreeblick.com. 2013 war sie Mitgründerin des Gemeinschaftsblog kleinerdrei.org. Der Blog, der Themen von Politik bis Popkultur aufgreift, war 2014 sogar für den Grimme Online Award nominiert.

Neben dem Bloggen organisiert Anne Wizorek aber auch Konferenzen, wie beispielsweise die re:publica oder Demonstrationen für sexuelle Selbstbestimmung und gegen die Verharmlosung von Vergewaltigungen.

Von #aufschrei bis zu Weil ein #Aufschrei nicht reicht: Für einen Feminismus von heute

Anne Wizorek gilt als Initiatorin des Hashtags #aufschrei, welcher sich mit Alltagssexismus auseinandersetzt. Angestoßen durch den Blogeintrag Normal ist das nicht! ihrer Kollegin Maike und die Reaktionen auf diesen Text initiierte sie zusammen mit anderen Frauen den Hashtag #aufschrei. Der Hashtag wurde 2013 als erster Hashtag mit dem Grimme Online Award 2013 prämiert.

2014 veröffentlichte Anne Wizorek ihr erstes Buch „Weil ein #aufschrei nicht reicht: Für einen Feminismus von heute“. Das Buch thematisiert, dass die heutige Gesellschaft noch weit von Geschlechtergerechtigkeit entfernt ist und zeigt auf, warum eine neue feministische Agenda wichtig ist.

Die Zeit Online schreibt über ihr Buch folgende Sätze:

Darum ist ihr Buch auch nur konsequent – und ebenso die Folge, dass sie als Gesicht und Stimme eines modernen Feminismus wahrgenommen wird. Vielleicht entfaltet Weil ein #Aufschrei nicht reicht die Wucht von Der kleine Unterschied, das Alice Schwarzer 1975 veröffentlichte und mit dem sie zur Stimme des Feminismus in Deutschland wurde.

Aber auch die taz schrieb eine Rezension zu ihrem Buch, welches scheinbar klar und deutlich aufzeigt, was sich nach Anne Wizorek noch verändern müsste und wie sie zu Sachen steht:

Wizoreks Buch ist eine Kurzanleitung in Sachen Feminismus für Netzaffine. Es ist direkter und härter als die verspielten Alphamädchen. Die Frage, ob Feministinnen Lippenstift tragen oder Pornos gucken dürfen, stellt sich nicht mehr.

Das Buch regt zum Diskutieren an und findet mediale Aufmerksamkeit. Persönlich finde ich das gut, denn nur durch Diskussionen und Gespräche kann man etwas verändern. Ich selber habe das Buch noch nicht gelesen, möchte es mir aber mal zulegen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Habt ihr eine Meinung zu dem Buch?

Die Silvesternacht 15/16 und #ausnahmslos

Frau mit Schild auf dem Keine Elaubnis steht

(c)privat ; Robers

Nach ihrem ersten Hashtag #aufschrei initiierte sie unter anderem mit Kübra Gümüsay und Sookee nach den Vorfällen in der Silvesternacht 2015/2016 den Hashtag #ausnahmlos. #ausnahmlos möchte aufmerksam auf alle Menschen machen, die sexualisierte Gewalt oder Belästigungen erlebt haben. Auch zu aktuellen Debatten nimmt #ausnahmslos Stellung. So solidarisieren sie sich mit Gina-Lisa Lohfink oder befürworten das Nein-heißt-Nein Gesetz.

Anne Wizorek ist für mich eine Frau, über die man gehört haben sollte. Scheinbar bedingungslos und unbegrenzt kämpft sie darum, sich für sie wichtige Belange einzusetzen.

Julia Willhöft

 

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