Unsere Frau der Woche: Arpana Aischa Berndt

Arpana Aischa Berndt ist Autorin und Anti-Rassismus-Trainerin. Sie schreibt über ihre Rassismuserfahrungen als Woman of Color in Deutschland, gibt Workshops und hält Vorträge über rassimuskritisches Denken, Allyship und machtkritischem Schreiben.

Frau sitzt am Tisch, ihre Hände sind ineinander gefaltet. Das Bild hat dunkele Schattierungen.

© Daniel Kunzfeld

In verschiedenen Projekten und Arbeiten beschäftigt sie sich mit intersektionalem Feminismus und kritisiert die bestehenden rassistischen Verhältnisse. “Das sind Themen, die mich interessieren und noch lange beschäftigen werden, deshalb nehme ich die in alle Projekte mit, die ich mache“, sagt Arpana, die gerade ihr Studium in Kreativem Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim beendet.
Sie schreibt Essays und Kurzgeschichten und ist Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste. Auf dem Literaturportal pfeil-undbogen tauscht sie sich gemeinsam mit ihrem Freund über ihren Umgang mit Rassismus in ihrer Beziehung aus.

Re: Rassismus

In der Kategorie Sehnen auf der Website pfeil-undbogen.de werden Literarische Texte, Fiktion, Schreibprojekte und Essays veröffentlicht.
In der Textserie Re: Rassismus schreibt sie zusammen mit ihrem Freund. Es sind Briefe in denen sie sich über ihre Beziehung und den Umgang mit Rassismus austauschen. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, was es bedeutet als Woman of Color eine Beziehung mit einem weißen Mann zu führen.

Ein kleiner Textauszug dazu:

„Vor allem am Anfang haben wir nicht konkret über unsere unterschiedlichen Positionen in diesen gesellschaftlichen Machtverhältnissen gesprochen. Jetzt reden wir über Privilegien, Intersektionalität und Macht, trotzdem fehlt mir deine Perspektive auf deinen und meinen Umgang mit Diskriminierung, um der Bedeutung unserer verschiedenen Rollen für unsere Beziehung nachgehen zu können. Kannst du mir deine Gedanken dazu schreiben?“

Weiterlesen könnt ihr hier.

Bildungsarbeit auf Instagram

Auf ihren Instagramaccount, @a_aischa , fließen Arpanas verschiedenen Arbeiten zusammen. Doch sie teilt nicht nur ihre Texte und Projekte, sondern nutzt die Plattform für Bildungsarbeit. Sie ordnet Erfahrungen in den Rassismusdiskurs ein, erläutert Begriffe und gibt Tipps zur Weiterbildung.

So kommt es vor, dass sich ihre Follower*innen bei ihren eigenen Rassismen „ertappt“ fühlen und somit zum Reflektieren ihrer eigenen Privilegien angeregt werden. Manchmal, lässt sie uns aber auch mit offenen Fragen zurück, die zum Nachdenken anregen sollen, aber auch einen Austausch unter den Follower*innen ermöglichen. Follower*innen of Color, fühlen sich von Arpanas Beiträgen empowert, da sie sich mit ihren eigenen Erfahrungen nicht allein fühlen. Arpana betrachtet aber nicht nur ihr Umfeld kritisch, sondern auch sich selbst und ihre Privilegien. Diese Reflexion teilt sie öffentlich.

„Weiße Männer“

Vor kurzem hat Arpana in einer sechsteiligen Reihe auf ihrer Instagramseite erläutert, warum es wichtig ist, explizit weiße Männer als solche, im Diskurs um bestehende Machtverhältnisse hervorzuheben.

Ein Auszug aus Teil 4 der Reihe:

„Im Kontext von Sexismus und Rassismus sind weiße Männer in der Machtposition und damit gewohnt Raum einnehmen zu können und das zum Nachteil von nicht-Weißen und nicht-Männern. Die meisten weißen Männer merken das noch nicht mal. Durch die Bezeichnung „weißer Mann“ kann dies sichtbar gemacht werden.“

Hier könnt ihr bei Teil 1 starten.

How to be an Ally?

Im November 2018 haben Maja Bogojević (Instagram: @yugodeinesvertrauens) und Arpana Aischa Berndt gemeinsam den Workshop „How to be an Ally?“ konzipiert und führen diesen deutschlandweit in verschiedenen Städten durch.

Zwei junge Frauen, sitzen auf einer Treppe.

© Paula Kittelmann

Allyship heißt, als Verbündete von Personen aufzutreten, die von Diskriminierung betroffen sind. In dem Workshop entwickeln die Teilnehmer*innen Strategien und Handlungsmöglichkeiten, um Menschen, die Rassismuserfahrungen im Alltag erleben, zu unterstützen. „Es gibt keinen Leitfaden für den oder die perfekte Ally! Alle haben Unsicherheiten im Umgang mit Rassismus und das ist auch gut so, denn wenn wir uns zu sicher fühlen, hören wir auf zu reflektieren“, sagt Arpana und beschreibt die Auseinandersetzung mit Rassismus und Intersektionalität als Prozess.

Als Ally sollten sich weiße Menschen stetig mit Rassismus und Intersektionalität auseinandersetzen, um Rassismus zu erkennen und klar benennen zu können. Bei Interesse an diesem oder anderen Workshops wendet euch an Arpana oder Maja über Instagram.

Arpana Aischa Berndt, ist für mich eine sehr inspirierende und wichtige Person, weil ihre Arbeit verschiedene Personen auf unterschiedlichen Ebenen erreicht.

Nesrin Kaya

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