Unsere Frau der Woche: Brenda Berkman

Unsere Frau der Woche kommt dieses Mal aus Asheville, North Carolina. Als erste Feuerwehrfrau New Yorks gilt Brenda Berkman nicht nur als Wegbereiterin für Frauen in von Männern dominierten Berufen. Brenda Berkman stellt auch eine Vorbildrolle für heterosexuelle Frauen und Männer dar.

Schon während ihrer Kindheit kam Brenda Berkman immer wieder in Kontakt mit Diskriminierung gegenüber Mädchen und Frauen. So wurde beispielsweise ihre Bewerbung für das Little-League-Programm für Baseball ausschließlich mit der Begründung abgelehnt, dass sie ein Mädchen sei. Um sich für ihre Rechte und ihre Gemeinschaft einzusetzen, entschied sich Brenda Berkman nach ihrem Jurastudium für eine Karriere bei der Feuerwehr:

„I always saw firefighting as a great way of helping your community because when people are in their direst hour of need and they don’t know who else to call they call the fire department.”

Feuerwehrauto mit Amerikanischer Fahne

(c) By Fletcher6 (Own work)via Wikimedia Commons

Ende der 1970er Jahre bewarb sich Brenda Berkman beim New York City Fire Department (NCFD). Erst kurz zuvor, 1977, nahm die New Yorker Feuerwehr zum ersten Mal überhaupt weibliche Bewerberinnen an. Wie weitere 500 Frauen bestand auch Brenda Berkman den schriftlichen Einstellungstest. Als die Bewerberinnen sich jedoch dem Sporttest stellen mussten, schaffte nicht eine einzige Frau die Aufnahme. Brenda Berkman ließ sich das nicht gefallen. 1982 zog sie gegen die Stadt New York vor Gericht, wo sie der New Yorker Feuerwehr einen unfairen Aufnahmeprozess vorwarf. Brenda Berkman bekam Recht: das Einstellungsverfahren musste geändert werden und alle 500 Frauen der ehemaligen Testphase wurden erneut zum Sporttest zugelassen.

„I think young people often believe that one person cannot make a change. That’s not true“ One person CAN make a change.“

41 Frauen zogen schließlich in die Männerwelt der New Yorker Feuerwehr ein. 41 Frauen, die sich nach Brenda Berkmans Erfolg vor Gericht endlich ihren Traum bei der Feuerwehr verwirklichen konnten. Doch mit dem Bestehen des Einstellungstests war es für sie nicht getan.

Backlash from conservative Americans

Die konservative Bevölkerung, vor allem aber die Männer der New Yorker Feuerwehr, wollten ihre neuen Kolleginnen nicht aufnehmen. Im Gegenteil: Schließfächer wurden beschmiert und zerstört, die Ausrüstung der Feuerwehrfrauen manipuliert. Die Männer stellten klar: unsere Schikane hört nicht auf, wir wollen euch hier nicht. In der Dokumentation „Taking the Heat“ über die ersten Feuerwehrfrauen in New York spricht Brenda Berkman davon, dass ihre männlichen Kollegen nicht mit ihr essen wollten. Kolleginnen erzählen, dass sie von Männern in der Küche eingesperrt wurden, die sie zuvor mit giftigen Gasen gefüllt hatten.

Brenda Berkman hatte schon während ihres Studiums intensiv die Bewegungen von Frauen und deren Forderung nach Gleichberechtigung verfolgt. Ganz in dieser Tradition hielt auch sie mit eisernem Willen an ihrer Überzeugung fest. Aufgeben war für Brenda Berkman keine Option. Erst 2006 ging sie schließlich nach 25 Jahren im Dienst als Captain der Feuerwehr in den Ruhestand, einem Rang, den zuvor erst zwei weitere Frauen überhaupt erlangt hatten.

Von firemen zu firefighters

„It did not matter if your entire male side of your family had been in the fire service since 1492. It did not matter. If you were born a girl you were not going to be allowed to even apply to the New York City Fire Department.“

In der Geschichte Amerikas kam es erstmals während des Zweiten Weltkrieges zu einem großen Einsatz von Frauen in der Feuerwehr. Während der Kriegsjahre gab es gar einige Städte, in denen sich die Feuerwehr ausschließlich aus Frauenteams zusammensetzte. Damit hatten Frauen schon vor Brenda Berkmans Zeit bewiesen, dass sie ebenso gut für die Arbeit qualifiziert waren wie ihre männlichen Kollegen.

Mittlerweile hat sich einiges geändert. Auch sprachliche Begrifflichkeiten wurden angepasst: im Englischen ist heute stets von firefighters die Rede, ein Begriff, der geschlechtsneutral ist und Feuerwehrfrauen wie -Männer einschließt. Zuvor hatte man noch von firemen gesprochen. Im Deutschen tun wir uns da schon etwas schwerer. Hierzulande ist die Rede von „Einsatzkräften der Feuerwehr“ oder „Feuerwehrangehörige“. Am leichtesten wäre wohl der Begriff „Feuerwehrleute“. Doch auch das klingt nicht so aussagestark wie firefighters. Denn das ist es, was Brenda Berkman und unzählige Frauen nach ihr tagtäglich tun: Feuer bekämpfen. Und zwar erfolgreich.

Maren Göttke

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