Unsere Frau der Woche: Cindy Sherman

Sie zählt zu den bekanntesten Fotografinnen weltweit und Teile ihrer Kunst sind momentan in Bremen zu sehen.

Von Malerei zu Fotografie

Cindy Sherman absolvierte ein Kunststudium in Buffalo, New York, und schwenkte bald von der Malerei zur Fotografie um. Während ihres Studiums eröffnete sie mit zwei Freunden zusammen Hallwalls. Dies war darauf ausgelegt, Künstler*innen mit verschiedenen Hintergründen einen Raum für ihre Kunst zu geben. Nach ihrem Studium arbeitete Cindy Sherman in ihrem eigenen Fotostudio. Dort legte sie sich ein breites Repertoire an Kostümen, Masken und Verkleidungen an.

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Masculin/feminin

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Von Buspassagier*innen bis hin zu zerstückelten Puppen

Zu ihrer ersten Fotoreihe Bus Riders inspirierten Cindy Sherman, wie der Name schon sagt, Fahrgäste in Bussen. Sie selbst steht Modell, erschafft aber durch diverse Verkleidungen für jedes Bild einen neuen Charakter. Eine weitere bekannte Serie ist die Reihe Untitled Film Stills, in denen sie B-Movie-Szenen nachstellt, wieder sich selbst als Modell nutzend.

Deutlich extravaganter war ihre Fotoreihe Sex Pictures. Teilweise positionierte Cindy Sherman Schaufensterpuppen und Prothesen in sexuellen Stellungen und fotografierte aus obszönen Blickwinkeln. Die Fotos zeigen Genitalien sowie Verrenkungen und können auf den*die Betrachter*in schnell verstörend erscheinen. Das Setting und die Nacktheit erinnert an Pornographie, während die einzelnen Körperprothesen und teils entstellten Mannequins alles andere als erotisch wirken. Eine ähnliche Wirkung erzielte auch die Serie Disasters. Hier kamen neben Körperprothesen auch verrottendes Essen und Ausscheidungen hinzu – als kleines Ekelextra. Sherman gab an, dass sie zu dieser Serie durch die Mode-Fotografie inspiriert wurde. Die dabei künstlich inszenierten Körper sieht sie als viel entfremdeter an, als ihre eigenen Fotos.

Die Werbeflagge der Weserburg

(c) Luise

Von New York nach Bremen

Eine Auswahl von Cindy Shermans Fotografien kann seit Mai diesen Jahrs in der Weserburg in Bremen bewundert werden. Wer also Lust auf eine Mischung aus verstörenden, ästhetischen, düsteren und bunten Bildern hat, sollte sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen. Noch bis Ende Februar 2019 hast du die Möglichkeit dazu.

Luise Kilian

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