Unsere Frau der Woche: Dr. Laura Méritt

Let’s talk about Sex, Baby!

porno_frau, sexualität, 1:1Ja, wenn das so einfach wäre… Laut aktueller Umfrageergebnisse haben über 60 Prozent der Frauen Hemmungen, über Sex zu reden. Das kommt vor allem durch Unwissen und beginnt schon mit der Sexualkunde im Jugendalter: Eine realistische und vernünftige Aufklärung jenseits der verzerrten Sexualisierung in der Öffentlichkeit findet nicht statt. Die Teenager lernen den Umgang mit der eigenen Sexualität eher in den modernen Medien und der Werbebranche. In Lehrbüchern existieren häufig keine detaillierten Beschriftungen der weiblichen Anatomie oder, noch schlimmer, eben diese sind fehlerhaft.

Auch im Erwachsenenalter wissen viele Frauen zu wenig über ihren eigenen Köper. Was ist überhaupt die weibliche Ejakulation oder Prostata? Die Unwissenheit schafft Unsicherheit mit dem eigenen Körper und dem Sexualumgang. Es fehlt an Sexualwissen und positiver Ermutigung zur Selbsterkundung und -befriedigung. Denn zunächst sollte frau wissen, was sie mag, um es jemandem offen mitteilen zu können.

Viva la Vulva! 

Die Kommunikationswissenschaftlerin und Sexologin Laura Méritt betreibt seit über 20 Jahren Aufklärungsarbeit. Ihr Ziel ist ein positiver und sprachlich offener Umgang mit Sexualität. Sie macht sich für die Sex-Positive-Bewegung stark, welche sich für die sexuelle Freiheit losgelöst vom biologischen Geschlecht einsetzt. Sie leitet Workshops und hält Vorträge über die Möglichkeiten der sexuellen Vielfalt und setzt sich aktiv für die Gleichstellung von transsexuellen, bisexuellen, intersexuellen, lesbischen und schwulen Personen ein. Méritt ist außerdem die Initiatorin des PorYes-Awards, einem feministischen Gütesiegel für pornografische Filme.

ABC der sexuellen Orientierung und Vielfalt

Buch cover mit weiblichen Geschlechtsteilen

(c) Orlanda Verlag

Dr. Laura Méritt hat ebenfalls mit einem Autor*innenteam das feministische Kultbuch „Frauenkörper neu gesehen“ der 1980er Jahre neu aufgelegt. Neben detaillierten Darstellungen des weiblichen Sexualkomplexes spricht sie offen über Methoden der Selbstuntersuchung des eigenen Körpers und frauentypische Gesundheits-Fragen. Sie thematisiert Dinge wie Verhütung, Safer Sex und Schwangerschaftsabbruch und dokumentiert die Geschichte der weiblichen Gesundheitsbewegung.

Make Love, not Porn

Das Buch schließt Wissenslücken, welche durch die herkömmlichen Darstellungen in Lehrbüchern entstanden sind. Es macht Mut, den eigenen Körper zu erkunden und zu verstehen. Gerade in Zeiten der „Generation Porno“ ist ein realistischer, mehr auf die weiblichen und männlichen Bedürfnisse ausgerichteter Umgang mit Sex sehr wichtig. Genau dafür steht Dr. Méritt seit über 20 Jahren und das finden wir toll!

 Mintje Zorn

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