Unsere Frau der Woche: Maya Angelou

„Life doesn’t frighten me” – mit diesen Worten beginnt ein wunderschönes Gedicht von Maya Angelou. Zwar ist dieses Gedicht für Kinder geschrieben, es hat aber einen autobiographischen Hintergrund. Trotz vieler Widrigkeiten hat sie keine Angst den Schwierigkeiten und Problemen des Lebens direkt in die Augen zu schauen.

Unsere Frau der Woche ist eine der wichtigsten amerikanischen Dichter*innen und Autor*innen. Durch ihre hervorragenden kulturellen wie gesellschaftlichen Aktivitäten hat sie als Dichterin, Schriftstellerin, Aktivistin und Professorin das Leben vieler Menschen mit ihrer Stimme, ihren Schriften und ihrer Lehre beeinflusst.

From Silence to Light

Illustration von Maya Angelou

(c) Jennifer Höltken

Maya Angelou wurde am 4. April 1928 in St. Louis, Missouri als Marguette Annie Johnson geboren. Als Kind erlebte sie in jungen Jahren eine Tragödie. Im Alter von acht Jahren wurde sie von dem Freund ihrer Mutter vergewaltigt. Die junge Maya vertraute sich ihrer Familie an und der Täter kam ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung wurde er vermutlich von einem ihrer Verwandten ermordet. Maya plagten Schuldgefühle, weil sie sich durch ihre Anschuldigung für die Tat verantwortlich fühlte. Für die nächsten 5 Jahre redete sie kein Wort und schwieg. „Ich habe gedacht, dass meine Stimme ihn ermordet hat. Deswegen dachte ich, dass es besser ist, nie wieder zu reden“, erzählte sie später.

Während dieser Zeit des Schweigens fand sie in Büchern und Dichtung Trost. Dies half ihr, ihre Stimme wieder zu finden und darüber hinaus eine geistige und kreative Reise zu beginnen. Nachdem sie ihr Schweigen gebrochen hat, wurde sie eine junge mutige Frau, die sang, tanzte und Gedichte schrieb. Als sie mit 16 Jahren Mutter eines Sohnes wurde, änderte sie ihren Fokus und widmete sich der Erziehung ihres Sohnes. Nebenbei arbeitete sie als Tänzerin, Schauspielerin, Prostituierte sowie als Journalistin für das Nachrichten-Portal „The african Review“ in Afrika.

„Still I Rise“

Nach ihrer Rückkehr in die USA im Jahr 1965, publizierte sie ihr erstes Buch mit dem Titel „I Know Why the Caged Bird Sings“. Die Autobiographie wurde ein Erfolg. In den nächsten Jahren schrieb sie noch sechs weitere Autobiographien, publizierte Gedichte, schrieb Drehbücher für Filme, moderierte eine TV- Show und spielte ab 1977 in der Fernsehserie „Roots“ eine Hauptrolle. Schon im Jahr 1957 veröffentlichte sie als Sängerin das Album „Miss Calypso“ und im Jahr 1969 die Platte „The Poetry of Maya Angelou“.

Neben ihren künstlerischen Aktivitäten war Maya Angelou auch als Aktivistin tätig. Zusammen mit Martin Luther King und Malcolm X kämpfte sie für die politischen Rechte der Afroamerikaner*innen in den USA. Außerdem war sie die erste afroamerikanische Frau, die mit der Straßenbahn in San Francisco gefahren ist.

Singende Frau vor einem Mikrofon. Sie trägt eine Sonnenbrille und eine große Goldkette

(c) By York College ISLGP [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Dr. Maya Angelou

Auch ohne Studium, konnte Maya Angelou viel Wissen und Erfahrungen sammeln, die ihr vermutlich kein Diplom hätte geben können. So wurde sie im Jahr 1982 an die Wake Forest University als Professorin für American Studies berufen.

Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Unter anderem drei Mal den Grammy-Preis für ihre Hörbücher. Der Ehrendoktor wurde ihr 50 mal verliehen und im Jahr 2010 überreichte Barack Obama ihr die „Presidential Medal of Freedom“, die höchste zivile Auszeichnung in den USA.

The Bird is free

Durch ihre Taten und Werke hat Maya Angelou vielen Menschen Kraft und Inspiration gegeben, ihr Leben zu verändern. Ihre charismatische Persönlichkeit kommt in ihren Gedichten und Büchern, die sich unter anderen mit Themen der weiblichen Identität, des Rassismus und der Gleichstellung der Geschlechter auseinandersetzen, sehr deutlich zum Vorschein. Außerdem hat sie sich gegen den Krieg ausgesprochen und für den weltweiten Frieden eingesetzt. Im Jahr 2014 starb sie im Alter von 86 Jahren.

Ihr Leben ist ein eindrucksvolles Beispiel für uns alle. Egal wie hart und unüberwindbar die Herausforderungen des Lebens erscheinen: wenn man sich sagt „Life doesn’t frighten me”, kann man vieles erschaffen und bewältigen.

Vasiliki

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