Unsere Frau der Woche: Michelle Obama

Michelle Obama vor einem gelben Hintergrund

(c) Jennifer Höltken

Ihr kennt sie bestimmt alle, heute stellen wir euch eine der weltweit einflussreichsten Schwarzen Frauen etwas genauer vor: Michelle Obama.

Erfolg in jungen Jahren

Michelle LaVaughn Robinson Obama wächst in einfachen Verhältnissen in Chicago auf. Als Kind eines Maschinisten und einer Sekretärin ist ihr Werdegang zur Rechtsanwältin nicht selbstverständlich, denn Rassismus und Klassismus schränken seit langem die Möglichkeiten vieler US-Amerikaner*innen ein. Dennoch absolviert die junge Michelle Robinson erfolgreich ein Studium in Soziologie und Afroamerikanischen Studien in Princeton, gefolgt von einem Abschluss in Rechtswissenschaft an der Harvard University. Danach steigt sie in die Anwaltskanzlei Sidley & Austin ein, als eine der wenigen Schwarzen Frauen, die dort arbeiten. Heute ist sie als ehemalige First Lady der ganzen Welt bekannt. Ihre Erfolgsgeschichte hat Michelle Obama trotz allem nicht davon abgehalten, auf rassistische und klassenbezogene Diskriminierung in den USA aufmerksam zu machen, die auch ihre Familie erfahren hat.

Eine neue Hoffnungsträgerin

Mit der Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der Vereinigten Staaten im Jahre 2008 zieht erstmals ein Schwarzes Paar in das Weiße Haus ein. Nie zuvor in der US-Amerikanischen Geschichte hatten Schwarze Menschen derartige Machtpositionen inne. Die Wahl bedeutet einen Meilenstein afroamerikanischer Geschichte, der endlich das Potential Schwarzer Menschen widerspiegelt. Die Obamas sind damit plötzlich Hoffnungsträger- und Trägerin und zugleich Zielscheiben für die Kritik der Öffentlichkeit. Michelle Obama hat nun die Möglichkeit, ihre einzigartige Plattform zu nutzen, um Sichtbarkeit und Gehör für Frauen und People of Color zu schaffen. Gleichzeitig kann sie damit Gefahr laufen, konservative Bevölkerungsgruppen gegen sich aufzubringen. Diese erwarten von einer First Lady ein eher passives Auftreten und wünschen schon gar nicht, dass nun Frauen- und PoC-Anliegen vermehrt zum Thema werden. Michelle Obama ist sich ihrer Vorbildfunktion jedoch bewusst und macht sich deshalb für weniger privilegierte Gruppen stark. Dafür erntet sie nicht selten Kritik von Seiten der Republikaner. Der konservative Nachrichtensender Fox News bezeichnet sie beispielsweise als „wütende Frau“, ein uraltes Klischee, das oft Schwarzen Frauen angeheftet wird.

Die Stimme der Jugend

Michelle Obama macht sich bis heute vor allem für die Anliegen junger Menschen stark. Besonders liegt es ihr daran, für Bildung zu werben und junge Bürger*innen zu motivieren, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Chancengleichheit soll dabei ein zentraler Aspekt sein. So adressiert Obama gezielt Menschen, die aus sozial benachteiligten Verhältnissen stammen, wobei sie auf ihren eigenen Werdegang verweist. Sie betont, wie eine höhere Bildung es ihr ermöglichte, aus vermeintlich perspektivlosen Umständen auszubrechen und sich nun in einer Position zu befinden, in der sie die Macht hat, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Dabei erkennt sie an, wie schwierig es ist, auf der sozialen Leiter aufzusteigen, wenn privilegiertere Menschen einem immer wieder Steine in den Weg legen. Dennoch ist sie optimistisch. In ihrer letzten offiziellen Rede als First Lady ermutigt sie:

„Es ist […] unsere Hoffnung, dass wir mit harter Arbeit und dem Glauben an uns selbst unsere Träume realisieren können, trotz aller Einschränkungen, die andere uns auferlegen.“

Michelle Obama ist das Paradebeispiel für den Amerikanischen Traum. Ihr Werdegang ist außergewöhnlich. Bewundernswert ist jedoch vor allem, wie sie ihre heutige Position nutzt, um sich für Andere einzusetzen. Sie spricht für diejenigen, denen eine öffentliche Stimme vorenthalten wird und ist somit eine wahre Ally.

 

 

Katharina Marks

 

 

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