Unsere Frau der Woche: Rosa Parks

Es ist der 1. Dezember 1955. Rosa Parks sitzt müde nach ihrer Arbeit im Bus und ist mit den Gedanken wahrscheinlich schon zu Hause. Es ist gegen 18 Uhr als ein weißer Mann reinkommt und sie auffordert aufzustehen. Obwohl neben ihr Sitzplätze frei sind, besagen die Jim Crow Laws, dass wenn sich eine weiße Person hinsetzen möchte, alle anderen die ganze Reihe frei machen sollen. Doch Rosa Parks bleibt sitzen. Sie weiß genau, welche Folgen das für sie haben kann. Sie weiß genau, dass sie als Schwarze Frau wenig Chancen hat, sich gegen die von Weißen dominierte Gesellschaft zu wehren. Dafür wird sie verhaftet. Ihr Prozess dauert nur ein paar Minuten. Sie bekommt eine Geldstrafe von 10 Dollar. Ihre reale Strafe ist aber viel härter: sie verliert ihren Job, ihr Mann kündigt, weil es ihm verboten wird über seine Frau zu sprechen, sie bekommt Morddrohungen, beide haben ständige Angst vor dem Ku-Klux-Klan. In ihrem Buch My Story sagt Rosa Parks: 

„People always say that I didn’t give up my seat because I was tired, but that is not true. I was not tired physically… No, the only tired I was, was tired of giving in.“

Und so wagte sie einen kleinen Anfang zu großen Veränderungen.

Frauenportrait

Rosa Parks (c) von Unbekannt [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Jim Crow Laws

Die ab den 1880 bis in die 1960 Jahre geltenden Jim Crow Laws, trennten die weiße und Schwarze Bevölkerung in fast jeder Hinsicht in der Gesellschaft. Neben den getrennten Gebäuden, Toiletten und Verkehrsmittel, waren auch das gemeinsame Spielen von Kindern verboten. Ebenso war die Bildung in einer gemeinsamen Schule unvorstellbar. Dazu waren ganze Städte mit Schildern wie „For Whites Only“ und „For Colored Only“ versehen.

Trotz schwieriger Umstände, kämpft Rosa Parks für ihre Bildung

Geboren wird Rosa Parks 1913, vierzig Kilometer von Montgomery, Alabama. Nach zwei Jahren verlässt der Vater die Familie. So wächst Rosa Parks zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder bei ihren Großeltern auf. Mit fünf Jahren wird sie in eine afroamerikanischen Schule eingeschult. Für alle Jahrgänge gibt es einen Lehrer. Alle Schüler*innen unterschiedlichen Alters haben zusammen Unterricht und die Schule ist nur auf etwa fünf Monate im Jahr beschränkt. Seit dem sie circa sechs Jahre alt ist, arbeitet sie auf einer Baumwollplantage. In den darauffolgenden Jahren wechselt sie öfter von Schule zu Schule, da diese immer wieder geschlossen werden. Trotzdem gibt Rosa Parks nicht auf und 1929 schreibt sich am Alabama State Teachers College for Negroes ein. Das Studium musste sie jedoch abbrechen um ihre schwer erkrankte Großmutter zu pflegen. Rosa Parks schloss so zwar die Highschool ab, bekam aber keinen entsprechenden Job und und arbeitete somit als Näherin. 1932 heiratet sie den Friseur Raymond Parks, der sich in der NAACP „National Association for the Advancement of Colored People“ engagierte, wo Rosa Parks später als einzige Frau, im Sekretariat Arbeit findet.

Das Gesicht der Bürgerrechtsbewegung und die Folgen ihres Widerstands

Vor Rosa Parks wagten sich auch andere Schwarze Menschen, sich der schrecklichen Gegenwart und dem systematischen Rassismus zu widersetzen. Rosa Parks wird für die damaligen Zeiten als musterhaft angesehen. Sie ist verheiratet, hat keine Vorstrafen, ist gebildet und arbeitet. Sie war durch ihr Leben, im Vergleich zu ihren Vorgänger*innen, moralisch nicht angreifbar. Was heutzutage als unmöglich gilt, gehört damals leider zum Alltag. Wer zu der Zeit in irgendeiner Hinsicht nicht den gesellschaftlichen Werten entspricht, hat nicht viele Chancen sich durchzusetzen.

Das verweigern des Sitzplatzes führt zu einem friedlichen Protest. Die Führung des gewaltlosen Boykotts übernimmt der noch damals nicht wirklich bekannte Martin Luther King, der später einer der bedeutsamsten Aktivisten des Civil Rights Movement wird. Am 5. Dezember 1955, hält er eine Rede vor ungefähr siebentausend Menschen um ihnen Mut zuzusprechen und sie aufzufordern Fahrgemeinschaften zu gründen oder zu laufen, um die Fahrten mit den Bussen zu vermeiden. 381 Tage lang nutzen People of Color keine öffentlichen Verkehrsmittel bis die Rassentrennung in den Montgomery-Bussen aufgehoben wurde. 1965 wurde die Rassentrennung in Bussen vom obersten Gerichtshof als verfassungswidrig erklärt. Rosa Parks wird somit zum Vorbild für Martin Luther King und andere Aktivist*innen. Sie siegt mit einer kleinen Tat und wird zum Gesicht der Bürgerrechtsbewegung.

1987 gründet Rosa Parks das Rosa and Raymond Parks Institute for Self-Development, eine Einrichtung für jugendliche in Detroit. Dort wird vor allem jungen Männern und Frauen bei einer Busreise durch das Land das Kennenlernen der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in Amerika ermöglicht.

Am 24. Oktober 2005 verstirbt eine der mutigsten Frauen Amerikas und unsere Frau der Woche.

Dalia

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