Unsere Frau der Woche: Rupi Kaur

Rupi Kaur ist eine indisch-kanadische Poetin, die am 05. Oktober 1992 in Indien geboren wurde und als Vierjährige mit ihrer Familie nach Kanada zog. In ihrer Anfangszeit in Kanada hatte Rupi aufgrund fehlender Englischkenntnisse Schwierigkeiten, sich zu verständigen. In dieser Zeit wurde sie von ihrer Mutter dazu inspiriert, sich beim Malen und Zeichnen auszudrücken. Ihre Kreativität brachte sie schließlich dazu, Rhetorik und professionelles Schreiben an der Universität Waterloo in Ontario zu studieren.

Die ersten Verse von Rupi Kaur

Rupi begann, Verse zu verfassen, die sich in erster Linie an Frauen und Mädchen richten und unter anderem Feminismus thematisieren. Diese Verse veröffentlichte sie zuerst auf Tumblr und anschließend auch auf Instagram. Dadurch, dass ihre Gedichte Mädchen und Frauen aus der Seele sprachen, wurde sie in den sozialen Medien damit bekannt. So bekannt, dass ein Buchverlag auf sie aufmerksam wurde und sie im Jahre 2014 ihre erste Gedichtsammlung namens „Milk and honey“ veröffentlichte. Ihr zweites Gedichtband „The Sun and her Flowers“ erschien im Oktober vergangenen Jahres.

Rupis Gedichte sind emotional und teilweise polarisierend. Wie zum Beispiel folgendes:

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Mutiges Bildprojekt „Period“

Ebenfalls polarisierend war eine Fotoreihe von Rupi Kaur, die sie im Rahmen eines visuellen Rhetorik-Kurses in ihrem letzten Jahr an der Universität erstellte. Die Fotoreihe heißt „Period“ und ist auf der Internetseite von Rupi Kaur zu finden. Damit wollte Rupi darauf aufmerksam machen, dass die Periode einer Frau kein Tabuthema sein und Periodenblut nicht als dreckig oder ekelig empfunden werden sollte. Rupi Kaur fotografierte verschiedene Momente ihrer Periode: zum Beispiel während sie mit einer hellen Jogginghose auf dem Bett liegt und sich sowohl auf dem Laken als auch in ihrem Schritt ein Blutfleck befindet.

thank you @instagram for providing me with the exact response my work was created to critique. you deleted a photo of a woman who is fully covered and menstruating stating that it goes against community guidelines when your guidelines outline that it is nothing but acceptable. the girl is fully clothed. the photo is mine. it is not attacking a certain group. nor is it spam. and because it does not break those guidelines i will repost it again. i will not apologize for not feeding the ego and pride of misogynist society that will have my body in an underwear but not be okay with a small leak. when your pages are filled with countless photos/accounts where women (so many who are underage) are objectified. pornified. and treated less than human. thank you. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀ ⠀ this image is a part of my photoseries project for my visual rhetoric course. you can view the full series at rupikaur.com the photos were shot by myself and @prabhkaur1 (and no. the blood. is not real.) ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀ i bleed each month to help make humankind a possibility. my womb is home to the divine. a source of life for our species. whether i choose to create or not. but very few times it is seen that way. in older civilizations this blood was considered holy. in some it still is. but a majority of people. societies. and communities shun this natural process. some are more comfortable with the pornification of women. the sexualization of women. the violence and degradation of women than this. they cannot be bothered to express their disgust about all that. but will be angered and bothered by this. we menstruate and they see it as dirty. attention seeking. sick. a burden. as if this process is less natural than breathing. as if it is not a bridge between this universe and the last. as if this process is not love. labour. life. selfless and strikingly beautiful.

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Das Foto teilte sie auf Instagram, wo es mit der Begründung, dass es gegen die Richtlinien verstoße, gelöscht wurde. Das Löschen des Fotos durch Instagram bestätigte Rupis Empfinden, dass sexualisierte Bilder von Frauen und Mädchen auf Instagram toleriert werden. Bilder, die eine komplett angezogene Frau mit einem Blutfleck im Schritt und die Realität zeigen, gehen jedoch zu weit und überschreiten Grenzen. Nachdem Rupi nochmals versucht hatte, das Foto hochzuladen und Instagram dies erneut nicht möglich machte, richtete sie sich auf Twitter und Facebook mit ihrer Wut an die Öffentlichkeit. Durch ihre Proteste schaltete Instagram das Bild wieder frei. Trotzdem hat Rupi mit ihrem Bild deutlich gemacht, dass die Periode einer Frau noch immer als Tabuthema angesehen wird.

Rupi Kaur richtet sich nicht nach einer frauenfeindlichen Gesellschaft, die Frauen in Unterwäsche, aber nicht mit einem kleinen Fleck im Schritt sehen möchte. Mit ihren Gedichten drückt sie ihre Emotionen aus und macht deutlich, welche Schwierigkeiten Frauen noch immer in der Gesellschaft haben. Außerdem möchte sie Frauen das Gefühl geben, auch abseits von gesellschaftlichen Normen gut genug und komplett zu sein. Deswegen ist sie unsere Frau der Woche!

Alina Zimmermann

 

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