Unsere Frau der Woche: Sophie Scholl

Am Freitag (27.01.17) ist der “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Aus diesem Anlass, ist unsere Frau der Woche Sophie Magdalena Scholl. Die Widerstandskämpferin ist selbst, mit gerade einmal 21 Jahren, dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen. Noch heute ist sie ein beispielhaftes Symbol für Zivilcourage.

Vom Bund Deutscher Mädel zur aktiven Widerstandsgruppe

Sophie Scholl wird am 9. Mai 1921, als eine von sechs Geschwistern, geboren. Ihre Eltern erziehen sie christlich-humanistisch. Zunächst glaubt sie noch an das Gemeinschaftsideal, welches von den Nationalsozialisten propagiert wird. Sie tritt sogar dem Bund Deutscher Mädel (BDM) bei. Ihr großer Bruder Hans Scholl ist zur selben Zeit Mitglied der Hitlerjugend (HJ). Dies führt nicht selten zum Streit, mit den liberalen Eltern. Ihr Bruder wendet sich allerdings schon 1936, nach einem Parteitag der NSDAP, wieder vom Nationalsozialismus ab.

1940 beginnt Sophie Scholl eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Sie hoffte auf diesem Weg, den Reichsarbeitsdienst (RAD) als Vorleistung für ein Studium zu umgehen, wird jedoch enttäuscht. Durch die Eindrücke, welche sie beim RAD sammelte, entwickelte sie eine zunehmende Abwehrhaltung gegen das NS-Regime.1942 beginnt sie in München ihr Biologie- und Philosophiestudium. Durch ihren Bruder Hans Scholl kommt sie dort mit anderen Studierenden in Kontakt, welche dem Nationalsozialismus ablehnen. Sie beginnt bald darauf, sich aktiv in der Widerstandsgruppe “Weiße Rose“ zu engagieren.

Die Weiße Rose

Die Weiße Rose war eine studentische Widerstandsgruppe, welche Flugblätter gegen Hitler und sein nationalsozialistisches Regime verteilte. Das erste Flugblatt brachten sie im Sommer 1942 heraus, das Letzte Anfang 1943. Insgesamt verfassten die Studenten sechs Flugblätter, wobei sich die letzten Zwei stilistisch stark von den ersten Vier unterschieden. Während in den ersten vier Botschaften, auf eine poetische Art und Weise, zu einem passiven Widerstand aufgerufen wurde, waren hingegen die letzten beiden Flugblätter viel präziser und politischer. Es wurde nicht mehr nur zum passiven Widerstand aufgerufen, sondern zum Sturz der Regierung. Auf eine unmissverständliche Weise, wurde auf die Aussichtslosigkeit sowie die Gräueltaten des Kriegs dargelegt. Die Flugblätter sollten hauptsächlich an das gebildete Bürgertum und bereits kritisch Denkende gehen, um diese zu wichtigen Schlüsselfiguren zu machen. Gegründet hat sich die Gruppe in München, die Flugblätter schafften es jedoch auch weiter in den süddeutschen Raum, nach Linz, Wien und Salzburg.

Der Kern der weißen Rose bestand aus den fünf Studierenden: Sophie und Hans Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf, Christoph Probst und ihrem Mentor Professor Kurt Huber. Ungefähr ein weiteres Duzend Studierende, Künstler*innen und Intellektuelle beteiligten sich an der Bewegung.

Sophie Scholl, Flugblätter liegen auf einem Haufen auf dem Boden.

Scholl -Denkmal in München
By Gryffindor (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Hinrichtung von Sophie Scholl

Nach gerade einmal einem halben Jahr, wurden die Geschwister Scholl verhaftet, nachdem sie dabei erwischt wurden, wie sie das sechste Flugblatt im Lichthof der Münchener Universität verteilten. Nach ihrer Festnahme hat man sie drei Tage lang verhört. Nach kurzer Zeit gestanden die Geschwister und versuchen die gesamte Verantwortung zu übernehmen, um so ihre Freunde zu schützen. Leider ohne Erfolg. Nur vier Tage nach ihrer Festnahme, wurden sie zusammen mit Christoph Probst vor Gericht gestellt. Bei der Verhandlung nahm der Richter eher die Position eines Anklägers ein, statt der eines Richters. Das Todesurteil wurde noch am selben Tag vollstreckt. Zurück bleibt der Eindruck, welchen sie im Gericht hinterließen. Tapfer und mit aller Klarheit standen sie für ihre Ideale ein, wohl bewusst was sie erwarten würde. Sophie Scholl sagte noch während der Verhandlung:

„Was wir schrieben und sagten, das denken Sie alle ja auch, nur haben Sie nicht den Mut, es auszusprechen“.

Auch die anderen Mitglieder der Kerngruppe bezahlten ihren Einsatz mit ihrem Leben. Bis zum Ende des Krieges wurden noch zahlreiche weitere Unterstützer*innen und Mitwisser*innen der Weißen Rose zum Tode verurteilt oder bekamen eine Freiheitsstrafe.

Hannah Rößer

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